Filmkritik: Selbst ist die Braut – und erst der Bräutigam

8. März 2010 | Von | Kategorie: Kino-Film, Z bis A

Margaret und Andrew

Kaum sind sie aus der Ausländerbehörde gekommen,  dreht er sich nach ihr um.  „Sie müssen mir ganz offiziell einen Antrag machen“ sagt Andrew  trotzig und bestimmt zu der hinter ihm herstöckelnden eleganten Dame, die ihn wegen dieses Tonfalls erstaunt ansieht. Nach kurzem Überlegen, inneren Kämpfen, mit einem spöttischen Lächeln auf den Lippen kontert sie: „Wollen Sie, Andrew, mich heiraten?“

Andrew zeigt sich erst nach mehreren Anläufen zufrieden, bis sie vor ihm auf die Knie fällt und diesen Antrag wiederholt. Im superengen Rock und mit gefühlten zwanzig-Zentimeter-high-heels geht der Kniefall noch. Das Aufstehen gestaltet sich schon schwieriger – und für die Zuschauer amüsant – denn das muss sie ohne Hilfe bewerkstelligen, da Andrew sich nach ihrem Heiratsantrag abrupt umdreht und verschwindet.

Bis vor Kurzem verteilten sich die Rollen umgekehrt. Margaret war seine – bei ihm und allen anderen Mitarbeitern unbeliebte – Chefin, Andrew ihr Assistent und bedingungsloser Befehlsempfänger. Deshalb hat sie ihn innerhalb von ein paar Sekunden dazu abkommandiert, sie zu heiraten. Nicht etwa aus Liebe – nein, das liegt der machtbesessenen Spaßbremse fern. Als Kanadierin braucht Margaret unbedingt die amerikanische Staatsbürgerschaft, um weiter ihren Beruf – Cheflektorin eines großen New Yorker Verlages – ausüben zu können. Vor lauter Arbeit hat sie vergessen, sich die Aufenthaltsgenehmigung verlängern zu lassen. Mit ihrem Assistenten meint sie ein einfaches Spiel zu haben, denn Andrew möchte unbedingt seinen Roman in diesem Verlag unterbringen. Nach einem Gespräch mit dem Ausländerbeauftragten merkt Andrew, dass eigentlich er am längeren Hebel sitzt und stellt seine Bedingungen. Die amüsierten Zuschauerinnen verfolgen, wer von beiden sich wie, wo,  und an wem die Zähne ausbeißt.

Eine moderne Version von Shakespeares Komödie „Der Widerspenstigen Zähmung“, bei der allerdings nicht nur die Frau von ihrer Ruppigkeit herunterkommt, sondern auch der Mann viel dazu lernt. Und das in einer Atmosphäre voller Situationskomik. Noch glucksend denke ich beim Schreiben an den Mann-für-alle-Fälle, der von Minikaufhausbesitzer über Striptease-Tänzer bis hin zum Standesbeamten verschiedene Rollen durchläuft.

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Selbst ist die Braut

Romantische Filmkomödie USA 2009

Besetzung: Sandra Bullock, Ryan Reynolds, Mary Steenburgen, Craig T. Nelson, Betty White, Denis O’Hare, Malin Akerman
Regie: Anne Fletcher
Autor: Pete Chiarelli
Laufzeit 108 Minuten

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2 Kommentare auf "Filmkritik: Selbst ist die Braut – und erst der Bräutigam"

  1. Filmfreund sagt:

    Typisch amerikanisch! Wer sich so etwas anschaut, ist selber schuld!

  2. filmen sagt:

    Ich schaue mir solche filme gern zur entspannung an. das finde ich weitaaus schöner las krimis, bei denen es immer nur um mord geht!

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