„L’Enfant et les Sortilèges” – der Stoff, aus dem die Alpträume sind
27. März 2010 | Von Dorle Knapp-Klatsch | Kategorie: Inszenierung, L'Enfant et les Sortilèges, Oper, Z bis A
(Das Kind und die Zauberdinge) von Maurice Ravel
in Düsseldorf
Miau-miauh-au. Zwei Kater schleichen bedrohlich umeinander herum. Immer haben sie sich im Blickfeld. Sie drehen sich nie die Rückseiten zu, aus Angst, dass der andere ihnen in den Rücken springt. Bei der Gelegenheit heben sie einen Gullydeckel nach dem anderen hoch, bis der Bühnenboden einem Schweizer Käse ähnelt. In zwei dieser Löcher verschwinden sie, nicht ohne vorher oberhalb und unterhalb noch einmal gefährlich zu fauchen.
Dieses Katerduett ist zwar leidenschaftlich, aber mitnichten ein Liebesduett.
Genau so Furcht einflößend geht es weiter, es ist also keine Oper für Kinder. Mechthild Hoersch inszeniert diese Oper als einen nicht enden wollenden Albtraum. Selbst am Schluss gibt es keine richtige Auflösung. Die Tiere, die sich vorher noch aggressiv auf das Kind stürzen, es schubsen und stoßen, lassen von ihm ab und reden vor sich hin, dass es doch ein gutes Kind sei. Sie berühren es lediglich nicht mehr, scheinen aber nur eine Pause einzulegen.
Das Kind (Melanie Lang) ist weder von Mimik, Gestik, Kostüm noch von der Figur her ein Kind. Es ist in gewisser Weise ein Neutrum, eine so-was-kann-jedem-mal-passieren-Figur. Alpträume sind geschlechtsübergreifend und nicht vom Alter abhängig.
Viel zu diesem unwirklichen Eindruck trägt das Bühnenbild von Stephan Rinke bei – ein Wellblechschuppen, der sich nach hinten hin verjüngt. Dort sitzt das 17-köpfige Orchester, Mitglieder der Düsseldorfer Symphoniker, dieser brillant gespielten Vorstellung. Die Aufführung in diesem Raum wurde nur durch Umarbeitung der Partitur Maurice Ravel’s möglich. Der Komponist Xaver Paul Thoma hat eine Orchester-Reduktion für 17-köpfiges Ensemble geschaffen, die ganz verblüffend die orchestralen Farben der sehr groß besetzten Original-Partitur erhalten hat.
Der Dirigent Christoph Stöcker führt sicher das ganze Ensemble, obwohl der Sichtkontakt zu den Sängern erschwert wird, denn das Kammerorchester ist hinter den Sängern platziert.
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L’Enfant et les Sortilèges:
- Das Kind und die Zauberdinge
Manchmal läuft es wie verhext! L’Enfant et les Sortilèges 1 - L’Enfant et les Sortilèges: Bühne frei für Nachtgespenster
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L’Enfant et les sortilèges
Musik von Maurice Ravel
Libretto von Colette
Deutsche Oper am Rhein / Central in der alten Paketpost
Musikalische Leitung Christoph Stöcker
Inszenierung Mechthild Hoersch
Ausstattung Stephan Rinke
Choreografie Carole Schmitt
Besetzung am 26.3.2010:
Kind Melanie Lang
Mutter/Libelle Nassrin Azarmi
Bergére/Prinzessin/Nachtigall Alma Sadé
Feuer/Fledermaus/1.Tier Jaclyn Bermudez
Katze/Eichhörnchen/Die chinesische Tasse Judita Nagyová
Sessel/Baum/4.Tier Lukasz Konieczny
Standuhr/Kater Richard Sveda
Teekanne/altes Männchen/Frosch/3.Tier Dmitry Trunov
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Thema “Oper”
- “L’Enfant et les Sortilèges”
- “Persönliche Empfehlung”
- “Presseartikel: Oper”
- “Inszenierung Regie”
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Wenn ich davon träume, dann hoffentlich etwas Schönes. Besonders die tanzenden Sessel haben es mir angetan. dieser Rhythmus ist ein Ohrwurm.
Das Orchester im Hintergrund ist eine gute Lösung, besonders auf dieser kleinen Bühne..
Die Stimmen waren einmalig, und darauf kommt es an. Die Inszenierung ist gewöhnungsbedürftig.