Einzigartige Kostüme von Gesine Völlm – imponierendes Bühnenbild von Heike Scheele im „Parsifal“ der Bayreuther Festspiele 2009
Unschwer ist im ersten Akt das Bühnenbild von Heike Scheele als Villa Wahnfried zu erkennen, vom Park aus gesehen.
Wohl jeder Festspielbesucher kennt das Wohnhaus (heute Museum) des Komponisten Richard Wagner, sowie den Blick von seinem Grab auf das Haus. Dieses Grab wandelt sich zum Bett, zum Brunnen, dann zum Plenarsaal…
Die Menschenmassen, die Haus und Garten bevölkern, zeigen sich individuell gekleidet wie in der Entstehungszeit des Parsifal, also 1880. Damen der besseren Gesellschaft mit großen Hüten, Herren im Frack und Zylinder, Kinder in Matrosenanzügen. Gemeinsam sind allen die Flügel, die sie auf dem Rücken tragen. Unklar ist, ob es Engelsflügel sind und damit auf die Ewigkeit anspielen (trief), oder ob es Vogelflügel sind, besser gesagt, Schwanenflügel. Das hätte dann einen direkten Bezug zum Parsifal, wie ihn Richard Wagner schrieb.
Klingsor (Thomas Jesatko), der hässliche Böse, erweist sich als Meisterstück der Kostümbildnerin Gesine Völlm. Oben herum ganz Gentleman in Frack, Zylinder und weißem Hemd, ein Bein kokett nach vorn gestreckt. Dieses Bein steckt in einem schwarzen Netzstrumpf mit Strapsen. Einen glühenden Speer in der Hand haltend, wirbelt zu seinen Füßen ein blutrotes Tuch wie Feuer und Flammen auf heißen Kohlen.
Kundry (Mihoko Fujimura) erscheint im langen, roten Kleid, danach mit Frack und Zylinder als Lebemann, dann weißgewandet mit langem, roten Haar, um nur einige Umwandlungen zu nennen.
Für mich gehören die Blumenmädchen (Julia Borchert, Martina Rüping, Carola Guber, Christiane Kohl, Jutta Maria Böhnert, Ulrike Helzel, Simone Schröder) mit zu den schönsten, die ich je in dieser Oper gesehen habe. Sie tragen Kostüme der Revuegirls in den Wilden Zwanzigern, mit Federboa auf dem Kopf, Pfauenfedern an den Schultern, Straußenfedern ums Hinterteil. Ein Schmetterling mit Riesenflügeln sowie ein buntes Stacheltier buhlen um Parsifal – nicht zu vergessen die schmucken Krankenschwestern.
…dass Parsifal bei denen nicht schwach wurde.
Das Lichtdesign hat sich gegenüber dem Vorjahr schon verbessert, könnte aber gern noch ein paar Grad dezenter werden, wenn die knalligen Discofarben sich – besonders im ersten Akt – den zarten Kostümfarben anpassen.
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Siehe -> Parsifal und seine (auf)reizenden Blumenmädchen:
“Parsifal” von Richard Wagner – Bayreuther Festspiele 2009
Musikalische Leitung Daniele Gatti
Regie Stefan Herheim
Bühnenbild Heike Scheele
Kostüme Gesine Völlm
Dramaturgie Alexander Meier-Dörzenbach
Video Momme Hinrichs, Torge Møller
Chorleitung Eberhard Friedrich
Besetzung
Amfortas Detlef Roth
Titurel Diógenes Randes
Gurnemanz Kwangchul Youn
Parsifal Christopher Ventris
Klingsor Thomas Jesatko
Kundry Mihoko Fujimura
1. Gralsritter Arnold Bezuyen
2. Gralsritter Friedemann Röhlig
1. Knappe Julia Borchert
2. Knappe Ulrike Helzel
3. Knappe Clemens Bieber
4. Knappe Timothy Oliver
1. Soloblume Julia Borchert
2. Soloblume Martina Rüping
3. Soloblume Carola Guber
4. Soloblume Christiane Kohl
5. Soloblume Jutta Maria Böhnert
6. Soloblume Ulrike Helzel
Altsolo Simone Schröder



die Aufführung reizt mich. Wie kommt man an Karten, wenn man keine Beziehungen hat?
Ohne Beziehungen hilft nur stundenlanges Anstehen mit einem Schild in der Hand. vielleicht treffen wir uns da einmal. Es kann richtig gesellig sein.