Rheingold: Blaue Kiesel, rote Rheintöchter, weiße Götter

30. April 2010 | Von | Kategorie: Bayreuth, Bühnenbild und Kostüme, Rheingold, Z bis A

Bayreuther Festspiele 2009: “Das Rheingold”  von Richard Wagner

Frank Philipp Schlößmann gestaltet das Bühnenbild, Bernd Ernst Skodzig die Kostüme aller vier Ringopern – Rheingold, Walküre, Siegfried, Götterdämmerung.

Erste Szene – Rheintöchter

Der Rhein beginnt weit hinten auf der Bühne, erweitert sich und reicht vorn bis zur Rampe. Dunkelblaue Kieselbrocken liegen auf dem Boden, oben spiegelt sich die Wasseroberfläche. Schwimmerinnen tauchen auf und ab. Auf den Kieseln reflektiert das Wasser der Oberfläche – wirkt lebendig.

Rheintöchter (Christiane Kohl, Ulrike Helzel und Simone Schröder) tauchen in der Mitte des Flusses auf und bleiben dort stehen. Kleider aus himbeerroten Lamellen schlagen bei jeder Bewegung Wellen. Ab und an werden Steine lebendig. Ein Stein rollt sich auf, bekommt Arme, Beine und eine ausgesprochen weibliche Figur, die nach einigen aufreizenden Schwimmbewegungen wieder zum Kiesel erstarrt.
Alberich (Andrew Shore) und Mime (Wolfgang Schmidt), die Erdzwerge, erinnern stark an Lurchi, die Comicfigur einer bekannten Schuhmarke. Dünne Beine, darüber einen Kugelbauch, aus einem grossen Ringkragen herausragender kahler Kopf, eine lange Schärpe am Hinterteil vermittelt die Illusion eines Echsenschwanzes. Dieser fehlt bei Mime.

Zweite Szene – Götterburg

Die weißen Kostüme der Götter zeigen Merkmale ihres Standes. Nur Loge (Arnold Bezuyen), der Ausnahmegott, trägt Silber – Hose, Weste, langer Mantel – zu einem zerzausten Pumuckel-Rotschopf .
Fricka (Michelle Breedt), die Göttermutter, erinnert mit ihrem Kopfputz an Heldinnen wie auf griechischer Vasenmalerei. Aufwändig gewickelte, plissierte Schärpen umkreuzen das Kleid.
„Freia die Schöne“ (Edith Haller) – Göttin der ewigen Jugend – erhält als Erkennungsmerkmale zwei besonders große und spitze Brüste.
Durch die ausgepolsterten Schultern und die hohen Klotz-Sohlen unter den Beinen erscheinen die Riesen Fasolt (Kwangchul Youn) und Fafner (Ain Anger) größer, bewegen sich plump und ungelenk.

Dritte Szene – Nibelheim

Mit seinem Speer öffnet Wotan (Albert Dohmen) die Wand einer Industrieanlage und gibt ein Loch frei zum unterirdischen Gängesystem. Kleine Nibelungen, schwarz und ohne Gesichter, dafür mit leuchtenden Augen, tragen Goldstücke herum.
Als riesiger Kopf einer Kobra mit glühenden Augen erscheint der Lindwurm vor feurigem Hintergrund. Die Kröte, in die sich Alberich (Andrew Shore) laut Libretto zu verwandeln hat, hüpft auf und ab wie ein überdimensionales Glühwürmchen.

Vierte Szene – Götterburg

Goldschatz besteht aus Teilen von Goldgewebe, der über die am Boden liegende Freia (Edith Haller) gebreitet wird. Fasolt (Kwangchul Youn) angelt sich den Klumpen des ineinander verhakten Goldes mit seinem Krummstab, den sich am Ende Fafner (Ain Anger) schultert und damit abzieht.
Nachdem Fafner mit dem Gold verschwindet, verwandelt sich der graue Hintergrund in eine Regenbogenwand von Ultramarin, Violett, Blau, Grün, Gelb, Orange bis Rot. Die Bühne platziert sich in voller Breite vor dem Anfang des Regenbogens, in dem langsam eine Treppe sichtbar wird. Darauf schreiten Götter am Ende der Oper steil nach oben.
Rheingold:

     

     

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Rheingold bei den Bayreuther Festspielen 2009

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3 Kommentare auf "Rheingold: Blaue Kiesel, rote Rheintöchter, weiße Götter"

  1. woglinde sagt:

    die Aufführung habe ich nicht gesehen, aber in dem Bayreuth-Kalender wirkt es so bonbon-knallig.

  2. jungfrau sagt:

    Ich freue mich schon auf die neue Festspielzeit, denn da habe i h wieder Karten für den Ring.

  3. Schlechte Seite und auch absolut unübersichtlich

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