Lucio Silla von Wolfgang Amadeus Mozart
Staatsoper Stuttgart
Bühnenbild und Kostüme von Olga Motta
Wirkungsvoller Anfang. Sobald sich der Vorhang hebt, gibt er einen purpurroten Samtvorhang (wie bei einer Barockoper) frei, der sich langsam zusammenrafft und öffnet. Sichtbar wird ein bühnengroßer, goldener Barock-Bilderrahmen, innen schwarz. Allmählich fällt Licht auf die Personen des nachfolgenden Stückes, die wie auf einem Familiengemälde dieser Zeit posieren. Hinten stehen Richter – mit roten Samtroben – und andere Chormitglieder, vorn sitzen sich die beiden weiblichen Hauptfiguren gegenüber. Sie schauen ins Publikum, ihre barocken Kleider mit weiten Reifröcken in Hellblau und in Rokoko-Rosa bauschen sich nach rechts und links.
Vor dem Bilderrahmen wartet der Tod, der in dieser Inszenierung allgegenwärtig ist.
Feurig, feurig – Bühnenzauber mit viel Feuer auf der Bühne. Feuer kann sowohl wärmen als auch zerstören. Cecilio Tina Hörhold entfacht überdimensionale Wunderkerzen, mit denen er Achten malt. Giuna Simone Schneider stellt während ihrer Unterhaltung mit Lucio Silla Burkhard Fritz Grablichter auf. Celia Julia Sukamanova zündet auf dem Kuchen Geburtstagskerzen für ihren Bruder Lucio an. Der Totengräberchor trägt Fackeln mit richtig flackerndem Feuer, schreitet zur Hälfte von rechts und links. Lichter überschneiden sich im Dunkeln.
Lucios Kostüm – Die Bühne ist vollkommen dunkel, der Boden leuchtet blau. Licht fällt nur auf die Personen und lässt dadurch die farbenfrohen Kostüme strahlen. Wenn Lucio Silla Burghardt Fritz an- und ausgekleidet wird, glänzt sein Brustschild metallisch. Seinen Mantel ziert eine purpurrote Schärpe, die er elegant – wie Johannes Heesters seinen Schal – über die Schulter wirft.
Fruchtfleischfarben – Die beiden Männer sind besetzt mit Sängerinnen in Hosenrollen, und was für Hosen – beide in klaren, kräftigen Fruchtfleischfarben. Cecilio Tina Hörhold im Barockkostüm, Wams, Mantel, Hose, Hose, Strümpfe, Stulpenschuhe in Himbeer- bis Kirschrot.
Cinnas Ina Kancheva Schuhe dagegen leuchten zitronig, der Wams orangig, der Dreispitz aprikosig.
Sterben in Schwarz-Weiss – Sterbeszene im Schnee. Es schneit unaufhörlich große Flocken. Der schwarze Tod Christian Wirmer deckt am Ende alles mit weißen Leichentüchern zu.
8ung: Diesen Platz halten wir frei für Ihr Angebot!
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Mitwirkende an dieser Inszenierung
Wolfgang Amadeus Mozart
Lucio Silla
Dramma per musica in drei Akten
Libretto von Giovanni de Gamerra.
Staatsoper Stuttgart
Musikalische Leitung: Sébastien Rouland
Regie, Bühne und Kostüme: Olga Motta
Licht: Claus Ackenhausen
Chor: Johannes Knecht
Dramaturgie: Albrecht Puhlmann
Besetzung am 8. Mai 2009:
Lucio Silla: Burkhard Fritz
Giunia: Simone Schneider
Cecilio: Tina Hörhold
Cinna: Ina Kancheva
Celia: Julia Sukamanova
Der Tod: Christian Wirmer
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[...]Am Schluss bleibt Lucio Silla zurück als einziger Überlebender zwischen vier Toten – tot sind seine geliebte Schwester Celia (mit ihrer heimlichen Liebe Cinna) und seine unerwiderte Liebe Giuna (mit ihren Verlobten Cecilio). Gestorben sind alle aus Liebe, wenn auch nicht aus gegenseitiger Liebe.[...]
Wenn ich das so lese, bedaure ich, diese Oper nicht gesehen zu haben.