Der kleine Hunger in der grossen Pause

21. November 2009 | Von | Kategorie: Alles Theater, Z bis A

Theaterhäppchen mit MeeresfrüchtenTheaterhäppchen

sind immer unterschiedlich und doch fast immer gleich.
In der Regel besteht das Angebot aus  Schnittchen, also gerundete Baguettescheiben oder im Original mit krustiger  Kante. Darauf klebt oder türmt sich  entweder Ei, Schinken, Krabben oder Lachs, Lachs, Lachs…
Ein bisschen Grünzeug, ein Spritzer Mayonnaise – in besseren Häusern Sahnemeerrettich – seit mindestens zwanzig Jahren. Wer oft ins Theater geht, würde sich über Abwechslung freuen.

In Stuttgart im Staatstheater gibt es diese Abwechslung. Je nach Oper werden Aida-Häppchen oder Carmen-Rundscheiben angeboten. Die Namen ändern sich, der Belag bleibt der gleiche.
Ich bin auf Laugenbrezeln übergegangen. Dieses schwäbische Nationalgebäck nenne ich meine Pausen-Hunger-Allzweckwaffe.
Lachs kann ich nicht mehr sehen.

Bayreuth

Die Bayreuther Festspieleheben sich in vielen Dingen davon ab.  Hier dauern die Pausen zwischen den  Akten genau eine Stunde, wenn man einmal von den durchgehenden Opern „Rheingold“ und „Der fliegende Holländer“ absieht.

Das Publikum findet sich meist schon vor dem offiziellen Beginn – 16.00 Uhr – ein und ist da schon in Kaffee-Laune. In den Pausen bestehen für die Gäste verschiedene Möglichkeiten. Einige dinieren im Restaurant mit guter Gourmetküche und Blick auf den Richard-Wagner-Park, andere bedienen sich selbst mit Gourmet-Tellern (eine abwechslungsreichere XXL-Version der bekannten Theaterhäppchen). Die Puristen und echten Wagnerianer bevorzugen Fränkische Bratwurst oder „Blaue Zipfel“ (das selbe in gekocht) und Fränkisches Bier am Kiosk-ähnlichen ausgeklappten Laden, wie es „der Meister“ eingeführt hat.

Diesen Fans der ersten Stunde ist es zu verdanken, dass diese Festspiele heute noch existieren, denn unter erlauchten und verwöhnten Feinschmeckern fiel dieses Anti-Gourmet-Festival durch. Zu den zahlreichen „einmaligen“ Besuchern zählte auch Tschaikowsky, der in Briefen warnte vor „der Hitze, dem Bier und den Bratwürsten, zu denen man auch noch anstehen muss“.

 

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Hunger:


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