Orphée et Euridice
mit Musik von Christoph Willibald Gluck
Eine gemeinsame Produktion von Staatsoper Stuttgart und Stuttgarter Ballett.
Zu Herzen gehend ist der Schmerz über die tote Eurydike, den Orpheus Kenneth Tarver in seinem Klagelied besingt. Mitfühlend ist der Trost, der ihm von Ballett und Chor gespendet wird.
Ballett und Chor bilden konzentrische Kreise um Orpheus herum, jeweils eine Hand greift den Ellenbogen des Vorderen. Weiße Arme vor dunklen Kostümen (Emma Ryott) bilden eine Schlangenlinie, wiegen Orpheus in Wellenbewegungen hin und her. Eine Szene, die im Gedächtnis bleibt.
Kenneth Tarver als Orpheus besticht durch seine klar strömende Stimme und stellt überzeugend den verzweifelten Ehemann dar, der seine geliebte Eurydike Alla Kravchuk und Catriona Smith verloren hat. Neben seinem hellen Tenor glänzt er mit geschmeidigen Bewegungen als Tänzer, flankiert vom Ballett.
Ballett und Chor treiben die Handlung voran, bilden häufig eine Einheit, die sich dann organisch auflöst. Während sich der Chor am Rande platziert, entwickeln sich im Ballsaal die großen Solotänze mit den vier Soliste-Paaren: Alicia Amatriain, Rachele Buriassi, Magdalena Dziegielewska/Laura O Malley, Oihane Herrero und Roland Havlica, Alexander Jones, Dimitri Magitov, William Moore. Im Furientanz überwiegen abgehackte, aggressive Bewegungen. In der Unterwelt hingegen herrscht Freude und Harmonie. Weiße Glitzerkleider, fließende Bewegungen, Ruhe und Geborgenheit.
Christian Spuck, Choreograph und Regisseur, führt Ballett und Oper zusammen, und zwar gleichwertig. Sowohl Sänger als auch Tänzer profitieren von dieser Zusammenarbeit, am meisten allerdings der Chor. Der Stuttgarter Staatsopernchor – musikalische Einstudierung Michael Alber – knüpft damit an Erfolge an wie zum Beispiel „Pique Dame“ oder „Mahagonny“. Gesanglich seit Jahren auf gleich hohem Niveau, war der Chor leider vom Szenischen und Tänzerischen in den letzten Produktionen stark unterfordert. Der Choreograph Christian Spuck stellt Gestik und Bewegung in den Vordergrund. Genauer gesagt, der Chor wird zu einem singenden Hände-Arme-Swing-Ballett.
Yuko Kakuta als Gesangs-Amor schwebt mit Hilfe von vier geflügelten Tanz-Amori (Wie mag bloß der Plural von Amor heißen?) von einem Stuhl-Podest zum anderen. Mit runder, voller Stimme übertönt sie Chor und Orchester. Keck dirigiert sie die Amor-Tänzer – Suite De L’ Amour: Tomas Danhel, Laurent Guilbaud, Mikhail Soloviev, Arman Zazyan – die Ihren Gesang in Bewegung übersetzen, während Bernt Parolin als Solo-Amor parallel ein Eigenleben führt.
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Orphée et Euridice
Tragédie Opéra in drei Akten von Christoph Willibald Gluck
Eine gemeinsame Produktion von Staatsoper Stuttgart und Stuttgarter Ballett
Musikalische Leitung Nicholas Kok
Regie und Choreographie Christian Spuck
Bühne Christian Schmidt
Kostüme Emma Ryott
Licht Reinhard Traub
Chor Michael Alber
Dramaturgie Sergio Morabito
Besetzung:
Orphée Kenneth Tarver
Euridice Catriona Smith/Alla Kravchuk
L’Amour Yuko Kakuta
4 Solo-Paare:
Alicia Amatriain, Rachele Buriassi, Magdalena Dziegielewska/Laura O Malley, Oihane Herrero, Roland Havlica, Alexander Jones, Dimitri Magitov, William Moore
Suite De L’ Amour:
Brent Parolin
Tomas Danhel, Laurent Guilbaud, Mikhail Soloviev, Arman Zazyan
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Thema “Ballett”
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Super Artikel, jetzt muss ich nur noch jemanden finden der Ahnung davon hat und mir das ganze nochmal im Detail erklären kann.
Ich habe die Alternativbesetzung mit Stanley Jackson gesehen, und sie gefällt mir auch sehr gut. Christina Landshamer als Amor hat auch eine weitaus melodischere Stimme als Yuko Kakuta. Schade, dass immer nur eine Besetzung besprochen wird!
Marta Greisbach
Mich hat Kenneth Tarver vom Tanz und Gesang stark an Harry Belafonte erinnert. Er war echt super. Das ging ins Herz.
Die Besetzung mit kenneth Tarver habe ich auch gesehen, jetzt möchte ich einmal die andere hören. Ich glaube, dass sie vom Gesang her besser ist, während hier mehr geschauspielert wird. Beides hat was – mir kommt es mehr auf die Stimmen an.
Kann man die Sänger nicht aus Einheimischen rekrutieren?
Ich habe kein Wort verstanden!
Daß Sie kein Wort verstanden haben, ist wol kein Wunder, denn es wurde in der französischen Originalsprache gesungen. Glücklicherweise stehen die Texte zum Mitlesen auf Tafeln oberhalb der Bühne.
In der Oper kommt es nicht auf die Hautfarbe, sondern aauf die Stimme an, welche mir bei den farbigen Sängern besonders gefällt. Ich bedaure es noch heute, daß Tichina Vaughn nicht mehr in Stuttgart ist.
Mich hat das Ballett sehr gestört. So wie sie getanzt haben, passte es überhaupt nicht mit der Muskik zusammen.