Der Rosenkavalier
von Richard Strauss
in der Stuttgarter Staatsoper.
Nix da mit knisternder Erotik in diesem Rosenkavalier – dafür plumpe Kopulationsszenen en masse. Die Feldmarschallin Christiane Iven – Matronenfigur und graue Haare – sitzt an ihrem Schminktisch und schaut in den Spiegel. Vor lauter Wut über ihr Spiegelbild schlägt sie hinein, dass die Scherben krachen. Anschließend lässt sie sich im Traum von primitiven Waldschraten mit überdimensionalen primären Geschlechtsmerkmalen umgarnen und vergewaltigen. Die alternde Frau, die ihre Reize dahinschmelzen sieht, verödet bei Stefan Herheim zu einer Prostituierten. Sogar der kleine Mohr bedient sie mit entblößtem Geschlechtsteil – auch von hinten!
Es ist unnötig, über diese Inszenierung noch Worte zu verlieren. An diesem Rosenkavalier hat Stefan Herheim sich verhoben. Von Frauen versteht er nichts. Peinlich.
Halten wir und an das Erfreuliche.
Das Erfreulichste in dieser Vorstellung ist für mich Mojca Erdmann. Ihre Stimme stimmt, ebenso Figur, Alter, Mimik und Gestik. Sie verkörpert die Idealbesetzung für die Sophie, die grazile siebzehnjährige Braut, die gerade aus dem Kloster gekommen ist und sich darauf freut, mit einem Baron verheiratet zu werden. Ihre angenehm zarte Stimme klingt gleichbleibend zierlich, obwohl sie das ganze Staatsorchester übertönt.
Octavian wird traditionell als Hosenrolle mit einer Frau besetzt. Marina Prudenskaja trifft mit ihrem Octavian sowohl von Stimme als auch Figur den siebzehnjährigen Jungspund. Diese Rolle könnte ich mir – nach dem Erlebnis der drei Countertenöre – auch mit einem Mann besetzt vorstellen, vorausgesetzt, er passt vom Typ her.
Die drei stimmgewaltigen Erzkomödianten – Herr von FaninalKarl-Friedrich Dürr,Polizeikommissar / NotarMark Munkittrick, Haushofmeister Marshallin / Haushofmeister Faninal / WirtHeinz Göhrig – festigen das Gerüst, mit dem nichts schief gehen kann. Jungfer Marianne LeitmetzerinMichaela Schneider bildet ein gutes Gegengewicht zu Herr von FaninalKarl-Friedrich Dürr, was bei seiner Bühnenpräsenz nicht so einfach ist. Baron Ochs von Lerchenau Lars Woldt geht in seiner Rolle auf, ebenso ValzacchiTorsten Hofmann und AnninaCarola Guber.
Das Staatsorchester unter der Musikalische Leitung von Manfred Honeck lässt die Wiener Walzerseeeligkeit aufleben.
Zusammen mit den Bühnenbild von Rebecca Ringst und den Kostümen von Gesine Völlm wird es zu einem Erlebnis – wenn auch mit Wermutstropfen.
- ♫ Inhalt/Handlung: Der Rosenkavalier – Oper von Richard Strauss
Silberne Rose – voll aufgeblühtOctavian (17 Jahre jung) findet sich nach einem Faschingsball im Schlafzimmer der Feldmarschallin Fürstin Werdenberg (ungefähr doppelt so alt) wieder, in die er unsterbl … - Inhalt/Handlung: Der Rosenkavalier
Silberne Rose – voll aufgeblühtOctavian (17 Jahre jung) findet sich nach einem Faschingsball im Schlafzimmer der Feldmarschallin Fürstin Werdenberg (ungefähr doppelt so alt) wieder, in die er unsterbl … - ♫ Rosenkavalier: Wenn der Pudel mit der Wanze und die Henne mit dem Hahn…
Herr von Faninal, der eitle, prahlerische Beau, bekommt von Gesine Völlm ein Hahnenkostüm verpasst. Vorn eine runde Geflügelbrust, hinten einen dicken Sterz, auf dem Kopf einen roten Hahnenkamm… - Rosenkavalier: Wenn der Pudel mit der Wanze und die Henne mit dem Hahn…
Herr von Faninal, der eitle, prahlerische Beau, bekommt von Gesine Völlm ein Hahnenkostüm verpasst. Vorn eine runde Geflügelbrust, hinten einen dicken Sterz, auf dem Kopf einen roten Hahnenkamm… - ♫ Rosenkavalier: Extraordinäre Sänger, Kostüme, Bühnenbild – ordinäre Inszenierung
Der Rosenkavalier von Richard Strauss in der Stuttgarter Staatsoper. Nix da mit knisternder Erotik in diesem Rosenkavalier – dafür plumpe Kopulationsszenen en masse…
- 1. Teil -> Inszenierung und Sänger: Extraordinäre Sänger, Kostüme, Bühnenbild – ordinäre Inszenierung
- 2. Teil -> Bühnenbild und Kostüme: Wenn der Pudel mit der Wanze und die Henne mit dem Hahn…
- Presseartikel: Rosenkavalier in Stuttgart – Musik, Kostüme, Bühne
- Artikel zum Thema Rosenkavalier
Der Rosenkavalier
Musik: Richard Strauss
Libretto: Hugo von Hofmannsthal
Staatsoper Stuttgart
Musikalische Leitung Manfred Honeck
Regie Stefan Herheim
Bühne Rebecca Ringst
Kostüme Gesine Völlm
Licht Olaf Freese
Chor Michael Alber
Kinderchor Johannes Knecht
Dramaturgie Xavier Zuber
Besetzung
Feldmarschallin Christiane Iven
Baron Ochs von Lerchenau Lars Woldt
Octavian Marina Prudenskaja
Herr von Faninal Karl-Friedrich Dürr
Sophie Mojca Erdmann
Jungfer Marianne Leitmetzerin Michaela Schneider
Valzacchi Torsten Hofmann
Annina Carola Guber
Polizeikommissar / Notar Mark Munkittrick
Haushofmeister Marshallin / Haushofmeister Faninal / Wirt Heinz Göhrig
Ein Sänger Bogdan Mihai
Drei adlige Waisen
Isolde Daum / Anke Maurer,
Cristina Otey / Martina Langenbucher,
Gudrun Wilming / Regina Friedek-Maciolek
Eine Modistin Karin Horvat
Ein Tierhändler Alois Riedel
Vier Lakaien Peter Schaufelberger, Urs Winter, Henrik Czerny, Siegfried Laukner
Vier Kellner Rüdiger Knöß, Tommaso Hahn, Ivan Yonkov, Daniel Kaleta
Hausknecht Ulrich Frisch
Leopold Thomas Schweiberer
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[...] Stefan Herheims Inszenierung hat mit Richard Wagners Original ebenfalls wenig zu tun, ist aber in sich stimmig und geht mit der Musik mit. Wunderschöne Kostüme von Gesine Völlm, grandiose Bühnenbilder von Heike Scheele und durchdachte, schlüssige Szenen… [...]
[...] Gesine Völlms überschäumende Fantasie und Kreativität zeigt sich in den Massenszenen. Mir kommt sogar der Verdacht, dass die Statisten… [...]
[...] im Schlafzimmer der Feldmarschallin, fällt ihm sofort das Mädchen auf. Auf seine plumpe Art versucht er, mit ihr anzubandeln. Dass [...]
Ich will nur mal Hallo sagen. Bin jetzt schon das zweite mal über deinen Blog gestoßen.
Zugegeben, Christiane Ivens als Feldmarschallin wirkt abstoßend, im Gegensatz zu ihrer Stimme. für die Maske kann sie nichts; Lob für ihren Gesang hat sie allerdings verdient.