
Allan vermisst im Altersheim seine Freiheit, flieht durchs Fenster und löst damit eine große Suchaktion aus, denn sein hundertster Geburtstag sollte groß gefeiert werden. Einer der Suchtrupps besteht sogar aus einer Lokalreporterin und ihrem Fotografen.
Auf dem Busbahnhof nimmt Allan kurzerhand einen Koffer mit, auf den er aufpassen sollte, bis sein Besitzer vom WC zurück ist. Leider ging Allans Bus schon früher. Allan möchte das Altersheim schnell hinter sich lassen und setzt sich in den nächsten Bus. Den Koffer nimmt er mit, denn es könnten ja Schuhe darin sein, die er gegen seine Heimpantoffeln austauschen würde. Wie sich später herausstellt, enthält der Rollkoffer 50 Millionen in Scheinen.
Damit erhöht sich schon die Zahl der Verfolger, denn das Geld ist nicht unbedingt als sauber zu bezeichnen. Neben der Presse suchen ihn die Polizei und die würdigsten Vertreter der Raubüberfallbranche. Allan findet auf seinem Weg genügend Gefährten, die sich ihm anschließen. Erst trifft er auf den Kleinganoven Julius, mit dem er sich schnell anfreundet. Sie beschließen, das Geld in Sicherheit zu bringen. Hier beginnt die lange Fahrt durch Schweden – ein Roadmovie der Extraklasse. Als Chauffeur heuern sie den Imbissbudenbesitzer Benny mit seinem Mercedes an. Weiter nehmen sie eine schöne Frau mit, in die Benny sich sofort verliebt. Nie zuvor hat er jemanden so viele Flüche in einem Atemzug ausrufen hören. Als noch ein Zirkuselefant dazu kommt, brauchen die Freunde schon einen Bus, der weitere Gefährten aufnimmt. Wie zufällig brechen sie immer kurz auf, bevor einer ihrer Verfolger ihre leere Bleibe vorfindet.
Parallel dazu wird die Lebensgeschichte des hundertjährigen Allan erzählt.
Geschichtskenner erhalten hier neue Erkenntnisse, denn Allan war überall auf der Welt dabei, wo es gekracht hat. Im Selbststudium erlernte er das Sprengen mit Dynamit, wobei freilich manches Haus, Auto und auch Insassen mit in die Luft flogen. Weil er unbedingt einen Neger sehen wollte, fuhr er mit dem Rad gen Süden. In Spanien sprengte er erst für die Rebellen die Brücken in die Luft, dann rettete er zufällig General Franco das Leben und wechselte die Seiten. In Amerika kam er durch Zufall auf die Lösung, wie eine Atombombe gezündet werden konnte. Wo er schon einmal in Nagasaki war, wurde er gleich von den Chinesen vereinnahmt, überlistete Mao und überquerte als erster Mensch den Himalaya, um mit einem Ganzkörpermuskelkater beim Schah von Persien zu landen. Weiter Stationen waren ein Gulag in Wladiwostok, denn er zeigte Stalin allzu deutlich, dass er ihn für unsympathisch hielt. Als er dort die ganze Schiffsfracht mit Raketen, Munition und gleich den ganzen Hafen in die Luft sprengte, entwischte er nach Nordkorea. Von da ging es weiter nach Kuba, um nur einige Brennpunkte des vergangenen Jahrhunderts zu nennen.
Leichtigkeit, Humor und Fantasie sind die Hauptmerkmale dieses kurzweiligen Romans, ein Roadmovie von Jonas Jonasson, gelesen von Otto Sander. Weltgeschichte mit Wortwitz auf den Punkt gebracht. Irgendwie kommen die Stationen seines Lebenslaufs einem so bekannt vor.
Fazit: unbedingt hören!
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Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand: Roman[Audio CD]| Jonas Jonasson (Autor) | Otto Sander (Sprecher)| Wibke Kuhn (Übersetzer) | 19,99 Euro |der Hörverlag; Auflage: gekürzte Lesung (29. August 2011)
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