
Jan sind in seinem Leben lediglich zwei Menschen wichtig. Einmal Lina, die er seit der achten Klasse liebt – einseitig. Ihm schüttet sie ihr Herz aus, wenn sie Liebeskummer oder Ärger mit anderen Jungen hat. Der andere wichtige Mensch in Jans Leben ist sein Zwillingsbruder Hendrik, den er seit seiner Geburt nicht ausstehen kann.
Hendrik drängt sich überall vor. Schon bei der Geburt kam er einen Tag früher – kurz vor zwölf! Die beiden sind total gegensätzlich, aber sie ergänzen sich nicht. Beide besuchen unterschiedliche Schulen und Vereine; auch ihr Freundeskreis und ihre Interessen sind verschieden. Jan versucht, seinen Bruder vor seinen Freunden, und vor allen Dingen vor Lina geheim zu halten – mit mäßigem Erfolg.
Lina spielt in der Theater AG der Schule mit, also tritt auch Jan da ein. Lina macht nach dem Abitur die Aufnahmeprüfung in der Schauspielschule; Jan schafft es nicht einmal, die Bewerbung in den Briefkasten zu schmeißen. Hendrik schickt heimlich den Brief ab, wird zur Aufnahmeprüfung eingeladen und besteht sie. Jan geht trotz aller Bedenken auf die Schauspielschule, weil auch Lina die Aufnahmeprüfung bestanden hat.
So geht es weiter. Hendrik macht ungefragt alles, wofür Jan zu feige ist. Hendrik ist es auch, der zuerst mit Lina schläft. Hinterher hört Jan jeweils Lobeshymnen, wie er aus sich herausgegangen ist. Alle schwärmen ihm von seinem Bruder vor – Jan kocht innerlich.
Zwischendrin erfährt die Leserin viel über die Schauspielklasse, die sich nach der Zwischenprüfung um eine Mitschülerin verkleinert. Ausgerechnet die macht große Karriere – als Leiche. Kaum ein Krimi kann ohne sie auskommen.
Ferner blickt die Leserin auf Jans cholerischen Lehrer in der Schauspielschule. Jans erster Kuss, den er in einer Szene mit Lina übt, verleitet seinen Lehrer zu folgendem motivierenden Kommentar: „Menschen müssen sich immer noch auf die althergebrachte Art fortpflanzen. Und weil wir keine Zuchtbullen sind, flirten wir vorher. Jeder Flirt fängt damit an, dass man die Frau bei der Hand nimmt. Aber niemand, egal wie schüchtern, würde so vorgehen wie Sie. Sonst wären wir längst ausgestorben.“
Alle sind in Hochstimmung nach einer traumhaft kreativen Weihnachtsfeier, die traditionell die erste Klasse der Schauspielschule ausrichtet. Doch dem kollektiven Erfolgserlebnis folgt die kollektive Blamage. Vor der Abschlussprüfung liegen die Nerven blank. Jeder möchte sich profilieren. Dazu gehört, den anderen schlechter aussehen zu lassen als sich selbst. Die gemeinsame Zeit geht mit der Intendantenvorstellung zu Ende, und dann folgt…
… ein lahmer Schluss.
Dieser Roman erzählt von Rivalitäten zwischen Brüdern, der ersten Liebe, von Schüchternen und Draufgängern, von den ewigen Zweiten. Er spielt im Milieu einer renommierten Schauspielschule.
Und, wie Jans Vater schon sagte: „Es gibt vernünftigere Wege, arbeitslos zu werden.“
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