♫ Alcina – Oper (Stuttgart) im Rahmen

Repertoire-Vorstellung der Oper Alcina von Georg Friedrich Händel am 22. Oktober 2011 in der Stuttgarter Staatsoper.

„Warum liegen so viele Schuhe auf der Bühne?“ „Wird auf Original-Instrumenten gespielt wie zu Händels Zeiten?“ Diesen Fragen stellen sich die Regisseure Jossi Wieler, Sergio Morabito und Mitwirkende am Anschluss an die Vorstellung.  Erst eine Einführung, dann dreieinhalb Stunden Oper – ein abendfüllendes Programm für alle Opern-Interessierten, die von Anfang bis Ende dabei sind.
Tatsächlich spielen im Orchester selten zu hörende Instrumente wie Cembalo, Laute und Blockflöten mit. Begeistert zeigt sich der Dirigent Sebastian Rouland vom Stuttgarter Opernorchester, denn Händel ist sehr schwer zu spielen. Aber: „…die Musiker sind professionell und haben den Ehrgeiz, in jeder Vorstellung ihr Bestes zu geben.“

Bis auf Myrtò Papatanasiu, die umjubelte Alcina des Abends, kommen alle Sängerinnen und Sänger aus dem Ensemble der Stuttgarter Oper. Koloraturen, das Hauptmerkmal der Gesangspartien dieser Oper, beherrschen sie exzellent. Sie singen nicht nur, sondern zeigen sich auch spielfreudig. Stanley Jackson entwickelt sogar komödiantisches Talent. Als Oronte warnt er vor den Reizen der Frauen. Zur besseren Illustration spielt er es in einer Striptease-Szene vor. Echt sexy, wie sie (die Frauen) seiner Meinung nach,  die armen Männer becircen. Selten sieht frau auf der Opernbühne einen Mann so erotisch knisternd seine Socken ausziehen – zuletzt Heinz Görig als Pedrillo. Das liegt aber bestimmt schon über zwanzig Jahre zurück.

Ein schönes Paar, Alcina (Myrtò Papatanasiu) und Ruggiero (Sophie Marilley) – jung und verliebt und zu Schabernack aufgelegt, siehe -> Inhalt / Handlung: Alcina.
Dann folgt Ruggieros Umschwung vom Verliebten zum großen Zweifler, der eifersüchtig auf Rache sinnt. Als sein Vorgesetzter Melisso (Michael Ebbecke) kommt, steht er stramm, sortiert Schuhe und Waffen, die Melisso wieder auseinander kickt.

Bühnenbild und Kostüme

Egal, wo die Handlung der Oper gerade spielt – auf dem Schiff, im Zauberwald, in der Hölle oder wie hier, auf einer paradiesischen Insel – sobald Anna Viebrock Kostüme und Bühne entwirft, kommt meist Folgendes dabei heraus: Die Kostüme sind zeitlich in die Jugend der Ausstatterin einzuordnen. Die Handlung spielt in einem stark renovierungsbedürftigen Raum, mal mit mehr, mal mit weniger Gerümpel (hier eine ganze Ecke voller Sperrmüll).

In die Rückwand besagten Raumes, der die verzauberte Insel der Alcina darstellt, ist ein riesiger vergoldeter Rahmen eingelassen. Hinter dem umrahmten Loch in der Wand erblicken die Zuschauer einen – ebenso schäbigen – Zwillingsraum. Und dieser golden gerahmte Durchbruch, der einem riesigen Spiegel ähnelt, spielt in der Inszenierung eine wichtige Rolle.
Melisso (Michael Ebbecke) schreitet gedankenverloren auf der Vorderseite, sein Alter Ego auf der Rückseite des (Spiegel)Rahmens. Die beiden Frauen, Morgana (Ana Durlovski) und Bradamante (Marina Prudenskaja) kommen sich von beiden Seiten entgegen. Ist Bradamante eine als Mann verkleidete Frau oder ein Trugbild? Beide Frauen wollen Ruggiero für sich gewinnen. Gleiche Bewegungen, gleiche bekennende Liebe zu Ruggiero – sind sie austauschbar?
Von Anfang bis Ende ein fortwährendes Spiel mit Illusionen.

Fotos: A.T. Schaefer | Staatsoper Stuttgart

 

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Erotik:



Alcina von Georg Friedrich Händel in der Stuttgarter Staatsoper
Musikalische Leitung: Sébastien Rouland
Regie und Dramaturgie: Jossi Wieler, Sergio Morabito
Bühne und Kostüme: Anna Viebrock

Besetzung am 22.10.2011
Alcina: Myrtò Papatanasiu
Ruggiero: Sophie Marilley
Bradamante: Marina Prudenskaja
Morgana: Ana Durlovski
Oronte: Stanley Jackson
Melisso: Michael Ebbecke
Oberto: Diana Haller