♫ Inhalt/Handlung: Lucio Silla – Oper von Wolfgang Amadeus Mozart
5. Juni 2011 | Von Dorle Knapp-Klatsch | Kategorie: Bühne: Oper / Ballett / Schauspiel, Inhalt, Lucio Silla, Oper, Opernhandlung, Z bis A
Todes-Sehnsuchts-Oper
Mozart komponiert diese Oper im Alter von siebzehn Jahren, als er anscheinend mitten in seiner Gruftie-Phase steckt. Die Protagonisten schwelgen in Todessehnsucht. 80% der Hauptdarsteller überleben diese Oper nicht. Das Libretto stammt von Giovanni de Gamerra, der gern Schauriges und Unheimliches auf die Bühne bringt.
5 Hauptpersonen: Lucio Silla, Giunia, Lucio Cinna, Celia und Cecilio
Der Tyrann Lucio Silla liebt Giunia und beklagt sich bei seiner Schwester Celia, dass diese ihn immer noch nicht liebt. Hat er sie doch als vaterlose Waise – vom Verlobten verlassen – bei sich aufgenommen und ihr sämtliche Vorzüge seiner Gastfreundschaft zukommen lassen. Seinem Ärger macht er in einer Arie Luft.
Giunia will nicht seine Frau werden, denn freiwillig weilt sie nicht bei ihm. Hat er doch ihren Vater er- und den Verlobten Cecilio in die Flucht geschlagen. Sie möchte lieber mit diesen beiden zusammen sein, und zwar im Totenreich.
Cecilio sucht und findet seine Verlobte wieder, an der Grabstätte ihres Vaters. Freund Cinna findet sich ebenfalls an der Gruft ein. Auch der Vater zeigt sich nachtragend. Selbst aus dem Totenreich pinzt er noch und feuert die Überlebenden an, ihn zu rächen.
Das große Sterben
Gemeinsam beschliessen die Drei, den Tyrannen Lucio Silla zu bekämpfen. Cinna schlägt vor, Giunia möge doch Lucio Silla heiraten und ihn in der Hochzeitsnacht ermorden. Das geht Giunia nun doch zu weit. Lieber vermählt sie sich mit dem Tod.
Da Cinna sich nicht einmal auf Giunia verlassen kann, muss er den Ehrenmord wohl selbst erledigen. Bei seinem Anschlag kommt aber nicht Lucio Silla, sondern er selbst (fast) ums Leben. Es bleibt ihm noch Zeit für eine ausgedehnte Sterbearie, in der er sich als Held feiert.
Celia, die Schwester des Tyrannen, findet ihn – ihre heimliche Liebe – und singt ihm ihr letztes Lied, bevor auch sie stirbt. Hat sie es zu Lebzeiten nicht geschafft, ihm ihre Liebe zu zeigen, so will sie jetzt mit ihm im Tod zusammen sein.
Der verschmähte Liebhaber
Lucio Silla versteht die Welt nicht mehr. Hat er doch einen klaren, sauberen Schnitt gemacht, sämtliche Hindernisse beseitigt. Kann ein Mann einer Frau deutlicher seine Liebe zeigen? Statt ihn zu lieben, honoriert Giunia seine Mühe in keinster Weise.
Als er die beiden Verlobten entdeckt, stellt er Giunia vor die Alternative, entweder ihn zu heiraten oder zu sterben. Giunia weist ihn abermals ab. Das macht ihn so sauer, dass er ihr den Tod wünscht und gleichzeitig die Hinrichtung ihres Verlobten Cecilio befiehlt. Beide nehmen freudig mit großen Sterbearien Abschied von der Welt.
Ein Ende mit Schrecken
Am Schluss bleibt Lucio Silla zurück als einziger Überlebender zwischen vier Toten – tot sind seine geliebte Schwester Celia (mit ihrer heimlichen Liebe Cinna) und seine unerwiderte Liebe Giunia (mit ihren Verlobten Cecilio). Gestorben sind alle aus Liebe, wenn auch nicht aus gegenseitiger Liebe.
LUCIO SILLA – Wolfgang Amadeus Mozart schrieb die Musik, Giovanni de Gamerra das Libretto zu diesem Dramma per musica in drei Akten. Die Geschichte spielt im antiken Rom. Die Uraufführung der Oper fand am 26. Dezember 1772 in Mailand statt.
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- ♫ Inhalt/Handlung: Lucio Silla – Oper von Wolfgang Amadeus Mozart
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Besetzung / Personen
* Lucio Silla (Lucius Cornelius Sulla) (Tenor)
* Cecilio, römischer Senator (Sopran)
* Giunia, Cecilios Braut (Sopran)
* Lucio Cinna, Freund Cecilios (Sopran)
* Celia, Schwester Sillas (Sopran)
* Aufidio, Vertrauter Sillas (Tenor)
* Chor
Orchesterbesetzung
2 Flöten, 2 Oboen, 2 Fagotte, 2 Hörner, 2 Trompeten, 2 Pauken, Streicher; Generalbass (für die Rezitative)
Thema “Oper”
- “Bühnenbild Kostüme”
- “Grüner Hügel”
- “Hauptsache Frauen”
- “Hauptsache Mann”
- “Inszenierung Regie”
- “Lucio Silla”
- “Opernhandlung Libretto Inhalt”
- “Paare”
- “Persönliche Empfehlung”
- “Presseartikel: Oper”
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[...] Feuer brennt auch während Lucio Sillas (Burkhard Fritz) Arie, in der er die Ungerechtigkeit der Welt besingt. Es symbolisiert die Wärme zu Giunia (Simone Schneider)… [...]
Es ist zwar flapsig geschrieben, aber so richtig kann diese Oper nur jemand nachempfinden, der diese Todessehnsucht kennt und (glücklicherweise) überwunden hat. Der/die würde in einem anderen Tonfall schreiben.