Erster Akt – Amina und Elvino verloben und entloben sich.
Elvino, ein wohlhabender Bauer, möchte Amina heiraten. Amina ist die Pflegetochter der Müllerin Teresa, und damit arm. Elvino ist so verliebt, dass er darüber hinwegsieht. Bei der Verlobung vor dem Notar gibt er in der Aufstellung an, was er an Gütern in die Ehe mitbringt. Aminas Mitgift wird vom Notar im Verlobungsvertrag aufgezeichnet: ihr Herz. Für Elvino ist es die größte vorstellbare Gabe. Das ganze Dorf singt sich in freudiger Erwartung auf das Fest ein.
Lediglich die Wirtin Lisa kann sich an dem Freudentaumel nicht beteiligen. Sie war früher einmal mit Elvino befreundet und betrachtet seine Verlobung mit Amina als einen Verrat. Sie will sich auch nicht mit Alessio zufrieden geben, der sie verehrt. Je mehr sich Alessio um sie bemüht, umso kratzbürstiger wird Lisa.
Elvino und Amina beteuern im Liebesduett ihre gegenseitige Liebe. An dessen Höhepunkt möchte Elvino seiner Amina den Verlobungsring an den Finger stecken. Leider dauert das Duett zu lang, denn inzwischen taucht ein vornehmer Herr auf, der sich später als verschollen geglaubter Sohn des Grafen herausstellen wird.
Rodolfo zieht alle Aufmerksamkeiten auf sich, während er seine Aufmerksamkeit voll auf die schöne Amina konzentriert. Ihre Gestalt – besonders die Augen – erinnern ihn an seine große Liebe, die aber schon lange zurück liegen muss. Amina fühlt sich geschmeichelt. Elvino reagiert eifersüchtig, wird aber von Aminain einer zärtlichen Liebesarie besänftigt.
Lisa, die Gastwirtin, schaut bei dem Charmeur Rodolfo in seinem/ihrem Gastzimmer nach dem Rechten – ziemlich ausgiebig. Als die schlafwandelnde Amina – auf der Suche nach Elvino – das Zimmer betritt, versteckt sie sich. Amina redet den verwirrten Grafen wie ihren Verlobten an. Sie meint Elvino gefunden, ihre Mission damit beendet zu haben und legt sich erschöpft zur Ruhe – in das Bett des Grafen.
Lisa kommt aus ihrem Versteck, mobilisiert Elvino und die ganze Dorfgemeinschaft und zeigt ihnen die schlafende Amina. Elvino ist entsetzt. Die Nachbarn sind entsetzt. Der Graf – nun ja – ist etwas verwirrt.
Amina erwacht zu dem Zeitpunkt, an dem sie von ihrem Verlobten verstoßen und von der Dorfgemeinschaft verachtet wird. Sie beteuert zwar schlaftrunken ihre Unschuld, aber niemand mag ihr glauben.
Zweiter Akt – Elvino rastet aus; Teresa renkt es wieder ein; die Hochzeit wird gefeiert.
Elvino ist derart in seiner Ehre gekränkt, dass er weder Aminas Unschuldsbeteuerungen noch den Verharmlosungen des Grafen Glauben schenken will. In seinem Trotz geht er so weit, sich mit Lisa zu verloben. Auf dem Weg zur Kirche wird die triumphierende Lisa von Teresa, Aminas Pflegemutter, aufgehalten. Im Gastzimmer des Grafen fand sie in der besagten Nacht ein intimes Accessoire von Lisa, das sie jetzt vor aller Augen ausbreitet. Elvino fühlt sich wiederum betrogen und lässt auch diese Hochzeit platzen. Fast wäre er ins Kloster gegangen oder vor Gram bösartig geworden, hätte er nicht Amina auf dem Dach entdeckt. Während sie im Schlaf wandelt, singt sie ein Liebeslied, in dem sie ihre Unschuld und Elvino ihre Liebe beteuert. Nachdem sie glücklich wieder am Boden angekommen ist, kann die Hochzeit endlich gefeiert werden.
Die Nachtwandlerin (La Sonnambula), Melodrama in zwei Akten. Die Musik schrieb Vincenzo Bellini, das Libretto verfasste Felice Romani nach einer literarischen Vorlage „ La sonnambule ou l’arrivée d’un nouveau seigneur“ von Eugène Scribe. Die Uraufführung der Oper fand am 6. März 1831 in Mailand statt. Die Spieldauer beträgt circa 2 Stunden, 30 Minuten. Die Oper spielt in einem schweizerischen Gebirgsdorf.
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Personen
Graf Rodolfo, Herr des Ortes, Bass
Teresa, Mühlenbesitzerin, Mezzosopran
Amina, von Teresa adoptierte Waise, verlobt mit Elvino, Sopran
Lisa, Wirtin, in Elvino verliebt, Sopran
Elvino, reicher Grundbesitzer, Verlobter von Amina, Tenor
Alessio, Dorfbewohner, in Lisa verliebt, Bass
Ein Notar, Tenor
Chor der Dorfbewohner

