Warten auf Coco
9. November 2009 | Von Dorle Knapp-Klatsch | Kategorie: Frauenkultur, Kino-Film
Coco Chanel:
Der Beginn einer Leidenschaft
Film mit Audrey Tautou
Ordensschwestern mit breiten, weißen Hauben und schwarzen Kleidern warten am Tor des Waisenhauses, in dem die Halbwaise Coco und ihre Schwester abgeliefert werden – von ihrem Vater. Auch danach, als junge Erwachsene, bleiben die Schwestern zusammen, schlafen in einem Bett, arbeiten beide in einer Schneiderei, bessern ihr Einkommen auf, indem sie Lieder in anrüchigen Lokalen singen. Zu ihrem Markenzeichen wird ihr Lied von dem kleinen frechen Hündchen Coco.
Hier lernen sie junge, adlige Offiziere kennen, von denen einer die Schwester heiraten möchte. Die allein gelassene Coco quartiert sich bei einem Adligen ein, der sie zwar als Sängerin in dem Lokal ganz gern hatte, aber keinerlei ernste Interessen verfolgt. Ihn interessieren nur seine Pferde und die Gesellschaften, die er in seinem Schloss ausrichtet. Dort geht es ähnlich zu wie in den Lokalen, in denen sie gesungen hat, nur die Gäste sind etwas besser betucht.
Schönes Interieur in französischen Schlössern. Lebendige Bilder von Gesellschaften mit liebreizenden Kostümen aus der Zeit der Impressionisten. Pferderennen mit Publikum, Damen mit grossen Hüten, Herren im Gehrock. Stimmungsvolle Landschaftsaufnahmen.
Die Zeit geht ins Land und der Adlige hat sich an Coco gewöhnt, die sich aber langweilt, obwohl sie reiten lernt, für sich und manche Gäste Hüte entwirft und in Kleiderfragen berät.
Sie trifft die Liebe ihres Lebens – einen Mann, der in Kürze eine reiche Frau heiraten wird. Er gibt ihr das Geld für einen kleinen Salon und behält sie als Maitresse. Mit diesem Zustand könnten beide glücklich sein, wenn…
Wer einen Film über die Arbeit von Coco Chanel erwartet hat, wartet vergebens. Erst in den letzten zehn Minuten wird sie in ihrem Atelier gezeigt. Danach kommt ein Sprung von Jahren oder Jahrzehnten. Erst in der Schlusssequenz schreiten Mannequins in Coco Chanels Modellen die Treppe herunter, während sie wie unbeteiligt dasitzt und raucht, raucht, raucht.
Was an Bildern bleibt, ist eine kettenrauchende, immer miesepetrig dreinschauende Audrey Tautou als Coco Chanel – von frühester Jugend bis ins Alter mit immer stärkeren Falten.
Ich hätte lieber mehr gesehen von ihrem Weg als Modeschöpferin, von ihren Erfolgen, ihren Rückschlägen, ihrem Durchbruch als Frau in einer Männerdomaine. Für eine ganz neue Lebenseinstellung, in der Frauen sich emanzipierten, war Coco Chanel Wegbereiterin. Leider zeigt dieser Film nichts davon – irgendwie enttäuschend.
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Darsteller: Audrey Tautou (Coco Chanel), Benoit Poelvoorde (Balsan), Alessandro Nivola (Arthur Capel), Marie Gillain (Adrienne Chanel), Emmanuelle Devos (Emilienne d’Alencon), Régis Royer (Alec)
Regie: Anne Fontaine
Drehbuch: Anne Fontaine, Camille Fontaine, Christopher Hampton, Jacques Fieschi
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Ich wollte nur mal Grüß dich sagen. Bin jetzt schon das zweite mal über den Blog gestoßen.
Für mich war dieser Film insofern eine lehre, dass ich sehen kann, wie es jemand schafft von ganz unten nach ganz oben zu kommen. vielleicht geht das ja aus HartzIV heraus auch. Ich träume davon.
Dieser Film ist ein absolutes MUSS für alle Frauen.
Die klassischen Kostüme haben mich beeindruckt. So eine schöne Filmausstattung wünsche ich mir öfter.