♫ 8ung Oper! Alcina bis Zauberflöte – Spannende Opernhandlungen in Kurzfassung

25. Juli 2012 | Von | Kategorie: 8ung E-Books!, Aktuell, Buch & Kunst, Buchtipps, Inhalt, Musik & Theater, Oper, Opernführer

8ung Oper! Unsere Kurzfassungen von Opern – jetzt zusammen im E-Book


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Komponisten und ihre Opern:

Béla Bartók verarbeitet in seiner Oper „Herzog Blaubarts Burg“ eine ungarische Sage aus dem 17. Jahrhundert. Herzog Blaubart ermordete seine sechs Ehefrauen. Jetzt zeigt er seiner eben angetrauten Ehefrau seine Burg.

Vincenzo Bellini geht nach Gallien – lange vor Asterix. Seine Oper um die Priesterin „Norma“ spielt in vorchristlicher Zeit. Keiner darf wissen, dass der Vater ihrer beiden Kinder ein feindlicher römischer Feldherr ist. In der Oper „La Sonnambula“ (Die Nachtwandlerin) beschreibt Bellini die neu entdeckte Krankheit am Beispiel einer Verlobten, die sich zu einem fremden Mann ins Bett legt – natürlich unverschuldet!

Alban Berg gilt als Vertreter der musikalischen Moderne. Nicht Grafen oder Götter stehen im Mittelpunkt der Oper „Wozzeck“, sondern ein ganz gemeiner Soldatenknecht, der von seiner Umgebung als Fußabstreifer genutzt wird.Das rächt sich!

Hector Berlioz begeistert sich für Goethes „Faust“, schreibt ein Libretto und vertont „La damnation de Faust“. Nicht nur die Betrunkenen in Auerbachs Keller setzt er in Musik um. Um den Rákóczi-Marsch unterzubringen, verlegt er den ersten Teil seiner Oper in die ungarische Puszta.

Christoph Willibald Gluck schafft es, seine Oper „Orpheus und Eurydike“ auch als Handlungsballett durchgehen zu lassen, je nach Regisseur oder Choreograf. Zu Herzen geht die Geschichte von dem besten Sänger aller Zeiten, der seine Frau aus der Unterwelt zurückholen will. Da hat er jedoch die Rechnung ohne seine Eurydike gemacht.

Georg Friedrich Händel weiß, was sein Publikum liebt – Dramen der griechischen Sagenwelt. In der Oper „Teseo“ legt sich der Held mit Medea an, der Bosheit in Person. Er will sie partout nicht heiraten. Wer kann es ihm verdenken? In der Oper „Alcina“ geht es, mit diversen Balletteinlagen, freier zu. Die Nymphomanin Alcina setzt sich mit einem einfachen Trick selbst außer Gefecht – sie verliebt sich.

Joseph Haydn lässt in seiner Gaunerkomödie “Il mondo della luna / Die Reise zum Mond” lange vor Neil Armstrong den Mond entdecken.
Leoš Janácek, der große Frauenversteher, setzt in seiner Oper „Schicksal / Osud“ einer ledigen Mutter ein Denkmal. Als sie tödlich verunglückt, ist es mit dem kompositorischen Schaffen ihres Lebensgefährten vorbei. Auch „Katja Kabanova“ überlebt die Oper nicht. Sie zieht ihrem Muttersöhnchen von Ehemann und dem nicht minder versklavten Geliebten den Gang in die Wolga vor.

Wolfgang Amadeus Mozart, das musikalische Wunderkind, fing früh an zu komponieren. Seine Todes-Sehnsuchts-Oper „Lucio Silla“ komponierte er im Alter von siebzehn Jahren, anscheinend mitten in seiner Gruftie-Phase. 80% der Hauptdarsteller überleben diese Oper nicht. In der Oper „Idomeneo“ schwört König Idomeneo, den erstbesten Menschen, der ihm begegnet, dem Gott Neptun als Opfer darzubringen – dummerweise läuft ihm als Erster sein Sohn über den Weg. In der Oper „Die Hochzeit des Figaro“ trickst der Diener Figaro vor seiner Hochzeit den wolllüstigen Grafen Almaviva aus, der auf dem „Recht der ersten Nacht“ besteht. Im „Don Giovanni“ bekommt der brünstige Held die gerechte Strafe für sein triebgesteuertes Lotterleben. „Die Zauberflöte“ gehört weltweit zu den meistgespielten Opern. Schon zu Mozarts Zeiten, bei der Uraufführung, bezaubert die Oper mit den aufwendigsten Bühnenbildern und kostbarsten Kostümen.

Modest Mussorgski, der russische Patriot. In seiner Oper „Die Sache Chowanschtschina“ liefern sich machtgierige Fürsten und religiöse Weltverbesserer blutige Schlachten.

Giacomo Puccini beschert uns in der Oper „La Boheme“ wohl eine der ergreifendsten und längsten Sterbeszenen, für die Taschentücher bereitliegen sollten. Aufwühlende Musik kombiniert mit zu Herzen gehenden Bildern. Wenn da am Ende noch ein Auge trocken bleibt, ist mit der Inszenierung etwas schief gelaufen.

Maurice Ravel lässt ein Kind mit antiautoritären Verhaltensweisen in seiner Oper „L’Enfant et les Sortilèges / Das Kind und die Zauberdinge“ von aufgebrachten Spielzeugen und gequälten Tieren in die Ecke treiben. Eine lebende Spielwelt erweist sich als wirkungsvolle Erziehungsmaßnahme.

Gioachino Rossini landete mit seinem „Barbier von Sevilla“ einen Volltreffer, der bis zum heutigen Tage für ausverkaufte Opernhäuser sorgt, schon wegen der berühmten Schnellsprech-und-Zungenverdreher-Arie: „Figaro hier, Figaro da…“ (auf diese Arie warten Opernbesucher in Mozarts „Die Hochzeit des Figaro“ vergeblich).

Arnold Schönberg gilt wie Alban Berg als ein Wegbereiter der Moderne. Seine 20-Minuten-Oper „Die glückliche Hand“ hielt er für unaufführbar. Einer Verfilmung hätte er zugestimmt unter der Bedingung: „An der Musik wird nichts geändert!“ Schönberg bezeichnete dieses Werk als „ein Drama der gestörten Liebesbeziehung” – einen Traum.

Johann Strauss, der Walzerkönig, machte sich unsterblich mit seiner Operette „Die Fledermaus“. Ein MUSS an Silvester ist diese Verwechslungskomödie um Eisenstein, seine Gattin Rosalinde, deren Zofe Adele, Hausfreund Tenor Alfred, Doktor Falke …

Richard Strauss nimmt mit seiner komischen Oper „Der Rosenkavalier“ den alten Adel mit seinen extravaganten Moralvorstellungen und Dünkeln, ihren Geldnöten sowie die neureichen Dazugehörenwoller auf die Schippe. Berühmt ist der Showdown im Wirtshaus.

Pjotr Iljitsch Tschaikowski, privat das Gegenteil eines Männerfeindes, zeigt in seiner romantischen Oper „Eugen Onegin“ die Wandlung vom arroganten Pomadenhengst zum depressiven Alkoholiker. Erst weist er eine schüchterne Frau ab. Als sie sich zum schönen Schwan mausert, wird er von ihr abgewiesen – tja, so ist das Leben.

Giuseppe Verdi, Komponist der großen Gefühle. „Luisa Miller“, die arme Müllertochter, tut alles, um sowohl ihren adligen Geliebten als auch ihren Vater glücklich zu sehen, aber die Intriganten sind stärker. Den beiden Liebenden bleibt am Ende nur das Gift für einen gemeinsamen Tod. Auch „La Traviata“, die schöne Kurtisane, in die sich ein junger Mann der besseren Gesellschaft verliebt, stirbt am Ende an der Schwindsucht. Zu spät kommt der Vater, der dem ungleichen Paar doch noch seinen Segen geben wollte.

Ludger Vollmer vertont die Geschichte des Films „Gegen die Wand“ zu einer Oper. Eine junge Türkin versucht, sich aus den traditionellen Familienbanden zu befreien und ihren eigenen Weg zu gehen. Dabei verwechselt sie Emanzipation mit Rausch durch Opium, Sex und Alkohol.

Richard Wagner war die meiste Zeit seines Lebens auf der Flucht – fast immer vor seinen Gläubigern. „Der Fliegende Holländer“ ist ebenfalls auf der Flucht – seit Jahrtausenden – und sehnt sich nach Ruhe, die ihm nur ein liebendes Weib(!) geben kann – bisher vergebens. Den „Tannhäuser“ versetzte Wagner ins Hochadelsmilieu. Die Oper stellt die Grundlage dar für eine Aufführung mit luxuriösen Kostümen aus Samt und Seide, entworfen nach Wagners Vorstellungen. „Lohengrin“, den Schwanenritter, darf niemand nach seinem Namen fragen; nicht einmal Elsa, seine Frau. Wer die weibliche Psyche kennt, weiß schon – ohne die Oper zu kennen – dass das schief gehen wird. In den „Meistersingern von Nürnberg“ rechnet Wagner mit denjenigen ab, die sich in der Kunst an verkrustete Regeln halten wie der pedantische Beckmesser. „Tristan und Isolde“ galt lange Zeit als unaufführbar. In der Viereinhalb-Stunden-Oper erzählen sich Tristan und Isolde gegenseitig, was vorher war, was wäre, wenn sie sich anders verhalten hätten und was sein würde, wenn, ja wenn… In der „Götterdämmerung“ bricht am Ende alles zusammen. Die ganze schöne Götterwelt verschwindet im Rhein, allen voran Brünhilde und ihr Ross Grane. „Parsifal“ war das letzte Werk von Richard Wagner. Ein Ritterdrama, dessen Vorgeschichte fast so lang ist wie die Oper.

Carl Maria von Weber komponierte DIE DEUTSCHE OPER, den „Freischütz“. Abgesehen von den Hochzeitsvorbereitungen im Forsthaus und dem Schützenfest spielt die Oper zum größten Teil im Wald. Bis heute ist sie der Star unter den Freiluftaufführungen im Sommer – im Dunkeln zwischen spitzen Felsen, raschelnden Blättern an den Bäumen, Käuzchenschreie im Hintergrund, eventuell noch leichtem Nieselregen. Wo ließe sich besser die Schwarze Magie in der Wolfsschlucht verwirklichen, die auch mutigen Zeitgenossen einen Schauer über den Rücken laufen lässt?

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