✍ Hörbuchtipp: Das Festmahl des John Saturnall von Lawrence Norfolk – ein Schmöker zum Genießen

In diesem Hörbuch kommt fast alles vor, was gute Unterhaltung ausmacht: ein bisschen Historienroman, ein bisschen Liebesgeschichte, ein bisschen Märchen, ein bisschen Abenteuer und viel über’s Kochen.

Was kann um 1660 die Tochter des Lords von Buckland schon unternehmen, um den für sie auserwählten Gemahl nicht heiraten zu müssen, obwohl der König dazu seinen Segen gibt? Lucretia tritt aus Protest einfach in den Hungerstreik, damit ihre Regelblutung ausbleibt. Somit kann sie dem praktizierenden Alkoholiker mit dem Wasserpastinakengesicht keine Kinder gebären. Ihr Vater lässt sie einsperren, bis sie wieder zur Vernunft kommt. Von seinen Leibköchen lässt er ihr die delikatesten Speisen bringen, die sie teilweise provokativ in den Nachttopf kippt. Ernsthaft verhungern will sie aber genau so wenig wie ihr Gesicht verlieren.
So lässt sich John Saturnall, der kreativste Koch im Königreich, etwas einfallen. John backt ihr ordinäre Schwarzbrote, damit sie kräftig zunimmt. Innen sind diese Brote allerdings mit den feinsten Pasteten gefüllt. Lucretia schlemmt genussvoll, obwohl es nach außen so aussieht, als würde sie bald verhungern – das Brot geht immer zurück in die Küche. Eines von Johns kleinen Tricks.

Als Knabe war John Saturnall nicht sonderlich beliebt. Er wurde dauernd gehänselt und von den stärkeren Kindern verprügelt. Seine Mutter war als Hexe verschrien, obwohl die Frauen nachts heimlich zu ihr kamen, wenn sie Hilfe brauchten. Die Mutter trug immer ein Buch bei sich und lehrte John lesen. Sie lehrte ihn Kochen, Kräuterkunde und die Geschichte ihres untergegangenen Volkes, das dem Gott Saturn huldigte. Als sie aus ihrem Tal von religiösen Fanatikern verjagt wurden, starb seine Mutter an Erschöpfung. John sollte nach ihrem Letzten Willen sich und das Buch nach Buckland retten.
Hier kennt ihn scheinbar niemand. Jedoch langsam schält sich heraus, dass selbst der Meisterkoch seine Mutter kannte – besser, als er zugeben mag. Er bildet John zum Koch aus, und wird von ihm in der Kochkunst bald überholt. Und dann ist da noch das Geheimnis um Lucretia, der Tochter des Hauses Buckland. Johns Mutter war Lucretias Hebamme.Bei ihrer Geburt starb Lucretias Mutter.

John findet nicht nur Freunde, sondern fast eben so viel Feinde, die ihn in brenzlige Situationen bringen. Seine Pfiffigheit beweist sich auch hier. Witzig, wie er sich immer wieder der Kopf in letzter Minute aus der Schlinge zieht. Aber auch die Kriege mit allen Grausamkeiten beschreibt Lawrence Norfolk in diesem Roman.
Ebenso malt er die delikaten Speisen und deren Zubereitung aus, die im 17. Jahrhundert in England möglich waren. Auch Hungersnöte mussten durchgestanden werden. Sie sammeln Bucheckern und Nüsse, um sie zu Mehl zu mahlen und damit Brot zu backen. Diese Beschreibungen von Gerichten, den Zutaten, das Kochen, sieden, brutzeln, backen machen einen großen Teil des Buches aus. Die Zuhörer sehen die Küche mit den verschiedenen Köchen, Küchenjungen, den Herden mit Töpfen vor sich. Plastisch erscheinen alte Gemälde von Festgelagen vor dem inneren Auge, begleitet von aromatischen Düften und Küchengerüchen, unterlegt mit dem Klappern der Schöpfkellen, Zischen des Bratfettes und Zurufen der Köche – ein Fest für die Sinne.

Heikko Deutschmann liest unparteiisch vor, sodass den Zuhörern noch genügend Räume für eigene Bilder im Kopf bleiben.

Das Festmahl des John Saturnall von Lawrence Norfolk (Autor), Heikko Deutschmann (Sprecher), Melanie Walz (Übersetzer) |
EUR 24,99 | Random House Audio (12. November 2012)

 

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