☛ Trickfilm: Giovannis Insel – Kinder von Soldaten im Krieg

Die Geschichte spielt im Krieg von 1944 bis 1947 in Japan und Russland. Dieser Film setzt große Emotionen frei. Er zeigt bewegende Szenen, jedoch keine Schwarz-Weiß-Malerei, sondern ein buntes Bild, das beiden Seiten gerecht wird.

Gezeigt werden die Alltäglichkeiten, die Veränderungen, die Nöte, die Freuden, das Leid, glückliche und traurige Momente. Im Mittelpunkt stehen die Menschen.
Erzählt wird aus der Sicht zweier japanischer Brüder, zeigt aber auch die  russischen Besatzer von ihrer menschlichen Seite, nämlich die Kinder der Soldaten, die es auf die Insel verschlagen hat.

Zwei Brüder führen ein Leben, wie es wohl auf einer Insel üblich ist. Sie klettern auf die Felsen zu den Nestern der Papageientaucher und stehlen ihnen die Eier aus dem Nest, werfen sie unter Vogelgeschrei ins Wasser und tauchen danach. Eine typische Mutprobe unter Jungen. Vom Krieg haben sie wenig mitbekommen. Das ändert sich, als ihr Dorf von russischen Truppen besetzt wird. Gerade sind sie mit anderen Kindern in der Schule, als aus Militärautos Soldaten mit Maschinengewehren die Schule stürmen. Nur die junge Lehrerin behält die Nerven. Sie schreibt eine Formel an die Tafel. Als ein Soldat mit vorgehaltener Waffe die Klasse stürmt, herrscht sie ihn an, er solle den Unterricht nicht stören. Verdutzt hält er inne, bis der Kommandant kommt. Der reagiert anders als von den Zuschauern befürchtet. Er schreibt die Lösung an die Tafel und schickt den Soldaten hinaus.
Das Leben der Jungen ändert sich. In der Schule werden fortan neben ihrer japanischen Klasse – nur durch eine Bretterwand getrennt – eine Klasse mit russischen Schulkindern unterrichtet. Sie stören sich gegenseitig mit ihren Hymnen, die beide Parteien so laut wie möglich singen. Eines Tages fangen die russischen Kinder mit ihrem Lied an, und die Japaner stimmen einer nach dem anderen ein. Nach einer Pause, in der sie selbst über ihren Eifer geschockt sind, stimmen die russischen Kinder die japanische Hymne an. Damit ist der Bann gebrochen.

Neben Schmunzel-Episoden gibt es Momente, die ans Herz gehen.
Der Vater wird vom russischen Militär abgeführt; an der Bevölkerung vorbei, auch an seinen Söhnen. Mit einem Boot wird er auf ein Schiff gebracht – blutrot von der Morgensonne angestrahlt.
Zusammen mit der Lehrerin kommen die beiden Brüder auf ein Schiff, von dem sie meinen, dass es sie nach Japan bringt. Gelandet sind sie in Russland. Hier erfahren sie, dass ihr Vater noch lebt, allerdings in einem Lager hinter den Bergen. Bei Nacht und Schnee klettern sie auf einen Zug und verstecken sich auf ihrer Reise ins Ungewisse im offenen Zugwaggon zwischen Säcken. Immer wieder finden sie Hilfe, wenn sie gar nicht daran denken. Hier ist der Kleine schon krank, hält aber noch so lange durch, bis er seinen Vater sieht. Im russischen Lager wird das Neujahrsfest gefeiert.
Das heißt, dass alle Soldaten betrunken sind und der Zaun zeitweise unbewacht. Auf der einen Seite des Stacheldrahts stehen die Kinder, auf der anderen Seite, mit einem Meter Niemandsland dazwischen, der Vater. Sie schaffen es, sich über die Distanz hinweg mit den Fingern zu berühren – wieder ein starker Moment.
Sie erleben Freunde und Feinde sowohl unter Japanern als auch unter politischen Gegnern. Das macht den Film so sehenswert. Ein Hoch auf die Völkerverständigung.

Giovanni no Shima
(Giovanni’s Island) (ab 12 Jahren)
Japan 2014 | 102 Minuten
Regie: Mizuho Nishikubo
Deutschlandpremiere im Internationalen Trickfilmfestival in Stuttgart am 25.4.2014

 

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