✍ Buchtipp: Die Gärten von Monte Spina

Um einen Stinkstiefel von Inselbesitzer, eine Paroli bietende Gärtnerin und ein Gartenparadies auf einer Lavainsel geht es in dem Roman von Henrike Scriverius

Gegenüber der Vulkaninsel Lanzarote – auf der Insel Monte Spina – liegt der Paradiesgarten.

Cover: Die Gärten von Monte Spina

Von der Anlage her ein paradiesischer, wenn auch stark vernachlässigter Garten. Durch Zufall hat es die junge Gärtnerin Toni dorthin verschlagen. Sie verliebt sich derart in den Garten, dass sie von morgens früh bis spät in die Nacht darin herumwuselt. Warum nur blieben die Gärtner vor ihr alle höchstens ein halbes Jahr auf der Trauminsel?
Bald bekommt sie die Antwort. Alle Halbjahr kommt Bror, der Besitzer der Insel, für ein paar Tage zu Besuch. Für jeden, bis auf seine Hausdame, hat er ein schlechtes Wort übrig. Er beleidigt jeden, macht alle bisher geleistete Arbeit schlecht. Genau das bekommt Toni schnell zu spüren. Es sieht so aus, als ob er im Garten nur Fehler entdecken kann. Er wirft ihr vor, nicht genug für ihr Geld gearbeitet zu haben. Außerdem gefällt ihm weder ihre Kleidung noch ihre Frisur.

Toni ist drauf und dran, sofort ihre Koffer zu packen – wie ihre Vorgänger

Das hieße, dass sie ihren Traumgarten verlassen muss. Der Preis ist ihr zu hoch. Sie bietet ihm Paroli und bleibt. Er ist die Bösartigkeit in Person mit phänomenaler Menschenkenntnis. Innerhalb von wenigen Minuten findet er den wunden Punkt bei jedem Menschen. Damit bohrt er solange, bis sein Gegenüber in die Knie geht.
Es ist seine Strategie, erst einmal freundlich zu sein, dann die Achillesferse zu finden und zack, hineinzustechen. Liegt sein Gegner am Boden, schlägt er noch einmal kräftig zu. Mitleid oder ähnliche Regungen kennt er nicht.

Das Kräftespiel mit Toni gefällt Bror.

Ihre Streitigkeiten enden mit einem Patt. Sie gab’s ihm und umgekehrt. Er kommt öfters als alle sechs Monate. Toni findet immer mehr über ihn heraus, denn so viel Bösartigkeit ist keinem Menschen angeboren. Sie entdeckt seine wunden Stellen. Allmählich bemerkt sie andere Gefühle für ihn und fragt sich, ob man einen Teufel lieben kann. Auch er hegt anscheinend Gefühle für sie, denn er spendiert ihr eine neue Garderobe. Das Angebot kommt in seiner typischen Charmeoffensive. Er erklärt Toni, dass sie mit ihrer äußeren Erscheinung sein ästhetisches Empfinden beleidigt. Da er ihr keinerlei eigenen Geschmack zutraut, stellt er ihr eine Modeberaterin zur Seite, die ihm einen Etat ohne Limit abluchst, das sie bei einem Shoppingtrip durch die teuersten Madrider Modegeschäfte reichlich nutzt.

Freuden, Mühen und Rückschläge der Gärtnerin

Neben Brors Geheimnissen, die wie Zwiebelschalen abfallen und allmählich zum Kern vorstoßen, erfährt die Leserin viel über den Garten. Es ist die Liebe zu den Pflanzen, zu einer Gartenanlage, die sich der Natur anpasst, als hätte sie schon immer dort hineingehört. Henrike Scriverius gibt die Liebe zur Gartengestaltung, die sie als Landschaftsarchitektin in sich trägt, in diesem Buch weiter. Jede Hobbygärtnerin kann ihre Angst um Bäume und Sträucher bei aufkommendem Sturm nachvollziehen. Sie spürt die Blätter und riecht den Duft der exotischen Blumen.
Insgesamt ein Buch, das man in einem Rutsch durchliest, voller Neugierde, wie es weitergehen mag. Überall stehen Andeutungen, die auf das nächste Ereignis hinweisen. Die Neugierde ist geweckt. Spannend – ganz ohne Leichen und süffisant dargestellte Sexszenen.

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Die Gärten von Monte Spina: Roman

Die Gärten von Monte Spina: Roman von Henrike Scriverius
336 Seiten, Verlag: Droemer TB; ISBN-13: 978-3426307588

Gartenliebhaber:

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