Hörbuchtipp: „Das war ich nicht“ von Kristof Magnusson

Fesselnder Krimi, ohne Leiche und Blutvergießen. Spannend geschrieben von Kristof Magnusson; spannend  gelesen von Jens Harzer, Fritzi Haberlandt, Dietmar Mues.

Drei Personen jagen hintereinander her.

cover: Das war ich nicht von Kristof MagnussonJeder möchte etwas von dem Einen, aber nicht von dem Anderen. Häufiger treffen sie auf den Anderen, der ihnen hilft, näher an den Einen zu kommen.
Jasper (gelesen von Jens Hartzer), ein junger, ehrgeiziger Banker, nutzt seine Chance.
Mit seinen Computerkenntnissen schafft er es, das Telefon eines gefeuerten Traders auf seines umzuleiten. Schon seine erste Transaktion erweist sich als zu groß für seine Kompetenzen. Zwar hat er damit auf einem Schlag 60.000 Dollar Provision erhalten, muss es aber vertuschen, um nicht aufzufallen. Fortan jagt eine Transaktion die andere und treibt die Aktie künstlich in die Höhe. Von da an verfolgt ihn das Pech. Die Aktie macht genau das Gegenteil von dem, was er erhofft.
Meike (gelesen von Fritzi Haberlandt) übersetzt während des Studiums „Hausfrauenpornos“.
Fast wäre sie dabei geblieben, wenn sie nicht zufällig den amerikanischen Autor LaMarck entdeckt hätte, dem sie zum Durchbruch in Deutschland verhilft. Daraufhin übersetzt sie jedes Jahr einen neuen Roman von LaMarck. Als freie Übersetzerin kann sie davon gut leben. So wagt sie den Schritt, sich einen Bauernhof in Nordfriesland zu kaufen. Aber das Manuskript für LaMarcks Jahrhundertwerk bleibt aus. Sie kann die Raten für ihr Haus nicht mehr bezahlen und hat auch sonst kein Einkommen. Also beschließt sie, nach Chicago zu fliegen, um sich das Manuskript persönlich abzuholen.
LaMarck (gelesen von Dietmar Mues) ergreift an seinem 60. Geburtstag die Flucht.
Alle warten auf seinen neuen Roman, den er, sein Verlag und die Fachpresse als Schlüsselroman über den Terroranschlag ankündigen. Das Problem ist lediglich, dass LaMarck noch keine Zeile geschrieben hat und in absehbarer Zeit auch nicht schreiben wird – LaMarck plagt eine Schreibblockade. Aus seinem Hotelfenster entdeckt er gegenüber einen jungen Mann, der ihn mit verzweifeltem Gesichtsausdruck anschaut. Hinter ihm Aktienkurse. Sofort weiß er, dass das sein Protagonist für seinen nächsten Roman sein muss. Er lauert ihn vor der Bank auf und schleimt sich an ihn heran.

Alle drei jagen hintereinander her
Jasper verliebt sich in Meike, denkt aber unentwegt an seine Spekulationen. Den Kontakt mit LaMarck erträgt er nur, um Meike zu imponieren. LaMarck braucht Jasper unbedingt, weil er von ihm das Ende seiner Schreibblockade erlechzt. Weder für Meike noch für andere Frauen interessiert er sich, hofft aber, über Meike an Jasper heranzukommen. Meike braucht dringend das Manuskript von LaMarck, um zu überleben. Notgedrungen kontaktiert sie Jasper, weil ihr das Geld ausgegangen ist. Die Ereignisse überschlagen sich. Aber was ist schon der Zusammenbruch einer Bank – mit anschließender Weltwirtschaftskrise – gegen die privaten Probleme dreier Menschen?

Spannend geschrieben von Kristof Magnusson.

Spannend  gelesen von Jens Harzer, Fritzi Haberlandt, Dietmar Mues. Erfrischend, wie sie alle drei immer wieder – auch in den unmöglichsten Situationen – zusammenkommen. Jeder fühlt sich nach so einer Begegnung als Verlierer.
Anschaulich beschreibt Kristof Magnusson Orte in Chicago und in Deutschland. Die Befindlichkeiten bestimmter Generationen und Berufsstände liefert er gleich mit. Die 30-jährigen Workaholics, die nur ihre Arbeit und ihre Karriere kennen; die Freiberufler, die jedem Auftrag hinterherhecheln, um über die Runden zu kommen; aber auch den doppelt so alten Erfolgsschriftsteller, der keine Zeile mehr zu Papier bringen kann und mit Muffesausen an sein Alter denkt.
Super! Spannend bis zum Schluss. Endlich einmal ein spannender Krimi – ohne Leiche und Blutvergießen.

Das war ich nicht CD  [Audio CD]

Kristof Magnusson (Autor)
Verlag: Kunstmann Antje Gmbh
ISBN-10: 388897691X

Aus unserer Zeit – eben zeitgenössisch: