♫ Lohengrin und Ring für Kinder – Public Viewing der Bayreuther Festspiele 2011

Mit zwei Opern, einer mit 180 Quadratmetern doppelt so großen Leinwand und deutlich besserer Tonqualität etabliert sich das Projekt der Bayreuther Festspiele 2011: Wagneropern umsonst und draußen unter freiem Himmel.

Um 11 Uhr beginnt der Ring für Kinder. Um diese Zeit sitzen schon die meisten Kinder mit Eltern oder Großeltern auf den Stühlen, direkt vor der Leinwand. Das kostenlose Programmheft informiert nicht nur über die Oper und die Inszenierung,  sondern enthält auch Spiele und Rätsel. Einige lesen während der Vorstellung sogar mit. Die Konzentrationsfähigkeit einiger Kinder ist beeindruckend. Bei anderen lässt sie nach einiger Zeit stark nach. Dann ziehen sie Vater, Mutter oder Geschwister in Richtung Restaurantzelte, um etwas zum Essen oder Trinken zu holen. Der Ring des Nibelungen als Kinderoper wird als Aufzeichnung gezeigt, allerdings ohne Pause. Für viele Kinder ist das einfach zu lang.

Vielleicht war es von der Zeit her so gedacht, denn es warten noch Mitmach-Programme. (Hauptsächlich) Mädchen erleben sich als Bühnenstars in entsprechenden Kostümen – und super geschminkt. (Hauptsächlich) Jungen möchten den Drachen zum Laufen bringen. Ein großes Publikum finden die Nachwuchskomponisten, die unter Anleitung vom leibhaftigen „Richard Wagner“ mehrere kleine Opern komponieren. Zum Abschluss dieser Kompositionswerkstatt setzen Musiker des Festspielorchesters diese musikalischen Dramen in Mimik, Gestik und Blechbläserton um – mit der Direkt-Übertragung auf die große Leinwand.

Eine weitere Variante der „Werkstatt Bayreuth“. Wolfgang Wagnerrief sie ins Leben und verteidigte damit so manche Inszenierung gegen Kritik. Seine Nachfolgerinnen setzen diese Tradition ganz selbstverständlich fort.

Um 16 Uhr beginnt die Oper Lohengrin

Die Tonqualität hat sich gegenüber dem Vorjahr verbessert – deutlich verbessert. Jedes gesungene Wort von König Heinrich (Georg Zeppenfeld) kommt deutlich aus den Lautsprechern. Ebenso von Heerrufer (Samuel Youn) und Lohengrin (Klaus Florian Vogt). Ihretwegen hätten die Untertitel nicht dastehen müssen, angenehm erweisen sie sich bei Elsa (Anette Dasch) und bei dem neuen Telramund.
Ansonsten sorgen die Untertitel für mehr Verständnis, denn sowohl Bühnenbild als auch Kostüme (Reinhard von der Thannen) sind für eine Operninszenierung (Hans Neuenfels)  ungewöhnlich. Siehe ->Lohengrin in Bayreuth zeigt sympathische Ratten im Versuchslabor
Durch die nochmals vergrößerte Leinwand – riesig in jeder Beziehung – vergrößern sich auch die Gesichter und damit Mimik und Gestik. Auffallend und beachtlich bei der „bösen“ Ortrud (Petra Lang), die im ersten Akt fast nur im Hintergrund steht. Ihre hohe Zeit kommt erst im zweiten Akt. Auf der Riesenleinwand wirkt sie wie eine Bulldogge in Wartestellung – bereit, alles zu überrollen. Siehe –> Inhalt / Handlung: Lohengrin
Musikalisch war die Aufführung ein Hochgenuss und wäre es auch – für uns – die kommenden zwei Akte geblieben, wenn das Unwetter nicht dazwischen gekommen wäre. Siehe -> Lohengrin mit Wolkenbruch – Public viewing der Bayreuther Festspiele

Bewerten Sie unser Kulturmagazin und gewinnen Sie einen Werbeplatz unter diesem Artikel!

 

Lohengrin:

[aartikel]B008NURB3I:left[/aartikel] [aartikel]B008ZGWG94:left[/aartikel] [aartikel]B0096U44AW:left[/aartikel]