✒ Sonntags bei Tiffany – Roman von James Patterson

Ein Quäntchen Fantasy, eine Prise Liebesleid, ein wenig vernachlässigtes Kind, ein paar (Ex)Ehemänner, ein bisschen Filmtitel – fertig ist der Bestseller?

Der engelähnliche Michael hat eine besondere Mission. Er stärkt das Selbstbewusstsein von Kindern, die von ihren Eltern vernachlässigt werden. Dabei sehen ihn nur seine Schützlinge. Sobald sein Auftrag beendet ist, verlässt er diese Kinder, die sich danach nicht mehr an ihn erinnern können. Ebenso geht es Michael. Zwischen seinen Aufträgen hat er immer etwas Zeit, in der die Erinnerung verblasst. Dann folgt er seiner Intuition und entdeckt so seinen neuen Schützling.
Auch Jane betreut er bis zu ihrem achten Geburtstag. Er erklärt ihr die Welt, während ihre Mutter sich mit ihren Schauspielern, Regisseuren, Geldgebern und diversen Ehemännern beschäftigt. Sie arbeitet ehrgeizig an ihrer Karriere als erfolgreiche Film-Produzentin.

Jane kann Michael nicht vergessen. Jeden Tag sieht sie ihn vor sich und schreibt später ein Drehbuch über ihre Geschichte, die verfilmt werden soll. Es fehlt nur noch der richtige Hauptdarsteller, den Jane, im Gegensatz zu ihrer Mutter, nicht in dem aufgeblasenen Hugh erkennen kann.
Auch Michael ertappt sich oft in seinen Pausen dabei, in irgendwelchen vorübergehenden Frauen Jane als Erwachsene zu sehen. Wie zufällig setzen sich beide eines Tages in Bewegung. Jeder weicht von seiner Route ab und trifft so auf den anderen. Bis zum Happy-End werden noch zahlreiche Verwicklungen den Lebensweg der beiden pflastern.

Charakterisierung: Bügelfilm gleich Bügelbuch?

Bügelfilm ist kein eigenes Genre an sich, wird aber meist mit “Romantik-Komödie” in Verbindung gebracht. Die inhaltliche Struktur dieser Filme ist denkbar einfach und jedes mal gleich:
Die beiden Hauptdarsteller, die möglichst aus verschiedenen Gesellschaftsschichten kommen sollten, treffen aufeinander und können sich auf Anhieb nicht leiden. Wahlweise kann es auch ein großer Altersunterschied oder weite Entfernungen oder etwas ähnliches sein. Sie kommen sich mit der Zeit näher, obwohl ihnen die Umwelt, ihr Stolz oder ein origineller Schriftsteller-Einfall diverse Hindernisse in den Weg stellt. Sind sie sich endlich über ihre Gefühle zueinander klar, versuchen ihre Mitmenschen vergeblich, die beiden auseinander zu bringen. Kurz vor dem glücklichen Ende ereignet sich ein Missverständnis, das die beiden erbost schmollen lässt. Wenn alles schon nach Drama aussieht, wird es durch Zufall in letzter Minute aufgeklärt.
Diese Gattung ist wegen der übersichtlichen Struktur beliebt bei langweiligen Tätigkeiten, zum Beispiel dem Bügeln. Erfahrene Büglerinnen machen eine Pause an den für sie interessanten Stellen. Uninteressantes überbügeln sie einfach.
Mit dem Buch geht das nicht ganz so einfach, aber Parallelen sind durchaus zu erkennen. So ein Buch kann quer gelesen werden.

Sonntags bei Tiffany: Empfehlung für besondere Gelegenheiten

In diesem Buch gibt es nichts, was es in andern Büchern nicht auch schon gab. James Patterson reitet auf allen möglichen Wellen mit, wie die quietschlebendige Komapatientin oder der Zeitreisende. Sogar der Titel erinnert an den beliebten Kultfilm “Frühstück bei Tiffany”. Zu empfehlen ist es immer dann, wenn die Aufmerksamkeit abgelenkt wird. Zum Beispiel im Wartezimmer, um von der eigenen Nervosität oder den Krankengeschichten der anderen Patienten abzulenken. Auf einem Stehplatz in der voll besetzten S-Bahn kann dieses Buch sogar interessanter sein als der Blick auf ein griesgrämiges Gegenüber.

Sonntags bei Tiffany: Roman (Gebundene Ausgabe) von James Patterson (Autor), Helmut Splinter (Übersetzer), Preis: EUR 17,95
Page & Turner (3. November 2008);

 

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