✍ Buchtipp: Die Sache mit dem Dezember – berührend

Donal Ryan schildert das Leben eines jungen Mannes von Januar bis Dezember eines Jahres. Johnseys nimmt vieles wahr, was andere nicht bemerken. Schnell durchschaut er seine Mitmenschen. Mit Worten sagen sie allerhand, meinen aber etwas ganz anderes.

Johnsey denkt viel nach.

Cover: Die Sache mit dem DezemberEr behält alles, was man ihm sagte. Leider ist er nicht in der Lage, seine Gedanken auszusprechen. Deshalb sagt er lieber nichts oder kaum etwas. Das wird von seinen Mitmenschen unterschiedlich gedeutet. Über eins – dass Johnsey ein Idiot sein muss – sind sie sich einig. Manchmal erzählen sie etwas weiter, was Johnsey nie gesagt hat. Johnsey ist das egal. Nie stellt er es richtig. Er könnte die Sätze nicht formulieren. Viel denkt er an seinen liebevollen Vater zurück, der vor zwei Jahren starb. Immer wieder kommen ihm gemeinsame Erlebnisse. Von seiner Mutter fallen ihm zu jeder Jahreszeit ihre auf den Punkt gebrachten Sprüche ein: “Im Januar muss man das Geld wieder reinholen, das man im Dezember für Schund aus dem Fenster geworfen hat, den keiner haben wollte.“ Seine Mutter kann den Tod ihres Mannes nicht verwinden und stirbt kurz darauf.
Jetzt ist Johnsey vollkommen allein. Von den Dorfbewohnern wird er dafür bedauert. Jedoch nach kurzer Karenzzeit wird er wieder von allen gehänselt. Nicht nur das, er wird sogar krankenhausreif geschlagen. Ausgerechnet in seinem Lieblingsmonat Mai.

Im Krankenhaus lernt er zwei Menschen kennen, die fortan sein Leben beeinflussen.

Die Krankenschwester Siobhan mit ihrer schönen Stimme, die er wegen seiner vielen Binden am Kopf nicht sehen kann. Seinen Zimmergenossen nennt er nur Nuschel-Dave, dem bei einer Schlägerei der Kiefer gebrochen wurde. Jetzt redet er ununterbrochen mit geschlossenen Mund.
Als Johnsey im Juli entlassen wird, versteht er die Welt nicht mehr. Verschiedene Nachbarn, die ihn nie für voll genommen hatten, bieten ihm plötzlich Geld an für seine Äcker. Johnsey erkennt sofort ihre unlauteren Absichten. Er begreift nicht, warum sie das Land haben wollen. Allerdings sagt er jedem ab, denn er kann das Land deiner Väter nicht verkaufen, weil er fürchtet, dass sie ihn im Jenseits dafür bestrafen werden. Das kann er nicht in Worte fassen. Daraufhin beginnt eine Hetzjagd, denn das Land wurde für Immobilienspekulationen frei gegeben. Seine beiden Freunde verjagen sowohl die Reporter als auch die Schlägertrupps. Diese Dreiecksbeziehung funktioniert mehr oder weniger gut – bis zur Sache mit dem Dezember.

Ein treffender und berührender Roman.

Donal Ryan lässt einen psychisch anders entwickelten Menschen vor den Augen seiner Leser langsam wachsen. Er erzählt aus Johnseys Perspektive, und das einfühlsam und bildhaft. Wir sehen die Welt mit e Augen, können seine Schritte nachvollziehen und mit seiner Logik handeln. Bloß helfend eingreifen geht nicht – schade!

Gleich bestellen:

Die Sache mit dem Dezember von Donal Ryan, Diogenes; (25. Februar 2015) , ISBN-10: 3257069278


 

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