♫ Schwabengarage – Die Jagd – Naturoper mit Autos von Marios Joannou Elia

Experiment geglückt:  „Schwabengarage – die Jagd“ mit Musik von  Marios Joannou Elia

Auto(nomer) Solist für Aufheulen und HupenWäre nicht der Dirigent Bernhard Epstein – und hinter ihm das Orchester – oben auf der Empore des Auto-Ausstellungsraumes, hätte ich fast gedacht, mitten in einem Stau zu stehen zwischen lauter ungeduldigen Autofahrern. Da tritt einer aufs Gaspedal und der andere spielt mit dem Verdeck. Zwischendurch röhren die unterschiedlichen Automotoren. Hupen, Autotüren schlagen, Motor an und aus, Lichthupen. Ein eigenartiger Rhythmus – Orchester im Hintergrund, im Vordergrund Autochor – ergänzt sich optimal zu einem Ganzen in dieser Komposition von Marios Joannou Elia.

Oper für Stimmenjongleure, Autochor und Orchester

Das meiste spielt sich in und um und auf einem gelben Kastenwagen ab.
Eltern (Janin Roeder und Christoph Kail) und Tochter  (Valerie Oberhof ) fahren aufs Land und finden Gefallen an der Jagd, eher aus der Not heraus, denn sie haben Hunger. Den Eltern steht jeweils ein musikalisches Alter Ego (Heidi Wolf und Michael Hofmeister) zur Seite, das aber auch ein gewisses Eigenleben entwickelt. Sie kommentieren das Geschehen jeweils mit mehr Lautmalereien als Texten und erzeugen Gefühle. Maria I (Heidi Wolf) und Andy I (Michael Hofmeister) geben mit Stimmen, Mimik und Gestik den Gemütszustand wieder. Beide sind nicht nur Stimmenjongleure. Es ist schon fast akrobatisch, was sie auf und um und in diesem Auto machen. Was Michael Hofmeister dabei aus seiner Kehle hervorbringt, ist wirklich phänomenal.
Teilweise komisch, wenn einzelne Wörter in unterschiedlichen Betonungen oder anderen Vokalen wiederholt werden. Die beiden Elternteile (Janin Roeder und Christoph Kail) werfen sich damit gegenseitig etwas an den Kopf, zum Beispiel: „Reden“. Mutter möchte es gern, Vater hasst es. So reden sie halt durcheinander, jeder im eigenen Rhythmus und Lautstärke, verschieden betont und gedehnt: „Reden, immer nur Reden“ … wie im richtigen Leben, wenn zwei (oder mehrere) aneinander vorbeireden.
Während eines Orchesterzwischenspiels, mit den herkömmlichen Instrumenten und Autochor, verschwindet Vater Andy in den Tiefen des Autohauses zum Jagen. Mutter Maria versucht, ihn per Handy zu erreichen und von der Jagd abzubringen: „Jage ja keinen Hirsch.“ Andy kommt in Unterhosen, blutüberströmt, von der Jagd zurück und erzählt (typisch Mann) Jägerlatein.
Daraufhin probiert Mutter Maria ebenfalls das Jagen. Mit aufgelösten Zöpfen kehrt sie zurück, in blutverschmierter Strumpfhose und ebensolchem Unterhemd. Das begeistert die Tochter so, dass sie sich auch auf die Jagd begibt. Am Ende erklingt noch die sonore Stimme des Werkstattbesitzers (Mark Munkittrick), der im Wald eine Panne mit seinem Geländewagen hat.

Absurd, aber kurzweilig

Dank der Regie von Eva Hosemann eine gelungene Aufführung, die neue Seh- und Hörweisen öffnet und sowohl Schauspieler als auch Sänger zu Höchstleistungen treibt.
Die Stuttgarter Oper erweist sich als Pfadfinder für erfrischend neue Wege (pardon: Autobahnen)

Diesen Artikel veröffentlichen

SCHWABENGARAGE – DIE JAGD

Musik: Marios Joannou Elia
Naturoper mit Autos
Text von Marianne Freidig und Andreas Liebmann
Eine Koproduktion der Stuttgarter Staatsoper
mit dem Theater Rampe Stuttgart

Musikalische Leitung Bernhard Epstein
Regie Eva Hosemann
Komposition Marios Joannou Elia
Raum und Licht Hubert Schwaiger
Kostüme Ingrid Leibezeder
Dramaturgie Xavier Zuber

Besetzung:

Maria I Heidi Wolf
Andy I Michael Hofmeister
Cem Mark Munkittrick
Maria II Janin Roeder
Andy II Christoph Kail
Isa Valerie Oberhof

Jagdchor:
Jonathan Bruckmeier, Winnie Burz, Berkem Günes, Cornelia Lanz, Michel Schulz, Leonie Zehle

Ensemble des Staatsorchesters Stuttgart

 Schwabengarage – Die Jagd

 

Unsere persönliche Empfehlung für Opernbesucher:

Hier geht’s zur Übersicht sämtlicher Haarpflegemittel für den Herrn

Hinter diesem Link finden Sie Herrenkleidung aus Samt

Dieser Link führt zur Auswahl von natürlichen Düften für Herren