♫ Bayreuth 2016: Siegfried – Beifall für die Sänger

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Aufführung der dritten Oper im Ring des Nibelungen nach Rheingold und Walküre in der Inszenierung von Frank Castorf im Rahmen der Bayreuther Festspiele 2016.

Wer wegen der Musik kommt, hat es einfach.

Augen zu und den Klang des Orchesters aus dem Graben und die Sänger von der Bühne zu genießen. Opernbesucher, denen das Werk als Gesamtkunstwerk wichtig ist, müssen sich stark konzentrieren. Es fällt schwer, hier einen roten Faden zu finden, denn der besteht nur aus Knoten, die sich als Ablenkungsmanöver herausstellen. Selbst im vierten Jahr gelingt es kaum, sich nicht von den Filmen oder den Statisten ablenken zu lassen. Oft werden sie heller ausgeleuchtet als die Sänger, die am Schluss – im Gegensatz zur Regie – frenetisch beklatscht werden. Das Publikum lässt sich nicht täuschen.
Siegfried (Stefan Vinke) und Mime (Andreas Conrad) sind von Weitem kaum auseinander zu halten – die Figur ist ungefähr gleich, nur die Kostüme variieren – und natürlich die Stimmen. Brünnhilde (Catherine Foster mit kraftvoller Walkürenstimme) sowie John Lundgren als wandernder Wotan, der besseren Zeiten nachtrauert. Die Leichtigkeit, mit der Ana Durlowski als Waldvögelchen ihr schweres Kostüm trägt, eine halbe Stunde lang tanzt und dann ihre Partie singt, verblüfft immer wieder. Einmalig klingt die tiefe Stimme von Nadine Weissmann als Erda.

Inszenierung und Bühne

Die Kopulationsorgien der letzten Jahre zeigen Wirkung. Die Krokodile haben sich vermehrt. Ansonsten hat sich die Inszenierung gegenüber dem Vorjahr nicht sonderlich geändert, siehe -> Bayreuther Festspiele 2015: Siegfried – gleich 2 Frauen und Bayreuth 2014: Siegfried – Ablenkungsmanöver ernten Buhs und Bayreuther Festspiele 2013: „Siegfried“ – Orchester und Mime glänzen

Interessant sind die Reaktionen der Festspielbesucher.

Kaum geht der Vorhang auf, rutscht es einer überraschen Dame neben mir heraus: „Huch? Volksbühne?! – typisch!“
Die Köpfe von Marx, Lenin, Stalin und Mao lösen bei den jüngeren Zuschauern Rätselraten aus: „Der linke (Karl Marx) ist bestimmt Wagner, aber nicht gut getroffen. Die anderen müssen wohl auch Komponisten sein – aber welche?“
Eine Koreanerin, die gerade mit ihren Studium fertig ist, kannte zwar den Namen Mao, konnte ihn aber nicht mit dem Bild verbinden. Es ist doch tröstlich zu wissen, dass Diktatoren, die zu ihren Lebzeiten Angst und Schrecken verbreiten, so schnell vergessen werden.

65+ und/oder gebürtig östlich der Elbe – Zielgruppe dieser Ring-Inszenierung

„Nervig, diese Altachtundsechziger“, war von einer weiblichen Besucherin um die Fünfzig zu hören. Anscheinend gehört diese Altersklasse zu den Altmodischen, von denen sie sich als nächste Generation abgesetzt hat. Wie es sich schon im Rheingold und in der Walküre abzeichnete, ist es also eine Inszenierung für die älteren Semester, siehe -> ♫ Bayreuth 2016: Walküre – neue Sänger, alte Inszenierung
Zwei Damen in Frank Castorfs Alter, mit klarem ostdeutschen Zungenschlag, zeigten sich dagegen begeistert: „Herrlich, wie er uns den Spiegel vorhält“ Es gibt doch tatsächlich Leute, die in die Oper gehen, um in den Spiegel zu schauen. Meinten die etwa den Alexanderplatz mit den harten Bierbänken und den Biertischen, die von einem Kellner im schwarzen Anzug bewirtet werden?
Zusammenfassend lässt sich bis jetzt sagen, dass es einige Festspielbesucher gibt, die Frank Castorfs Gedankengängen folgen können und seine Anspielungen verstehen. Diese Opernbesucher gehören der Gruppe 65+ an, sind männlich und/oder gebürtig östlich der Elbe. Es ist doch schön, dass in Bayreuth auch Nischengruppen berücksichtigt werden.

 

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Bayreuther Festspiele: Siegfried – Oper mit Musik von Richard Wagner

Musikalische Leitung – Marek Janowski, Regie – Frank Castorf, Bühne – Aleksandar Denić, Kostüm – Adriana Braga Peretzki, Licht – Rainer Casper, Video – Andreas Deinert – Jens Crull, Technische Einrichtung 2013-2014 – Karl-Heinz Matitschka
Besetzung 2016
Siegfried – Stefan Vinke, Mime – Andreas Conrad, Der Wanderer – John Lundgren, Alberich – Albert Dohmen, Fafner – Karl-Heinz Lehner, Erda – Nadine Weissmann, Brünnhilde – Catherine Foster, Waldvogel – Ana Durlovski

 

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