Filmtipp für unmusikalische Musiker: Florence Foster Jenkins

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Sie ist reich, sie liebt die Musik, sie ist unheilbar krank.
Sie ist mit einem Mann verheiratet, der sie von Herzen liebt.

Florence Foster Jenkins »The glory of human voice« oder »Trophäe der menschlichen Stimme«

© 2016 Constantin Film Verleih GmbH

Sie wird auch als die »schlechteste Sängerin der Welt« beschrieben – natürlich nur von Kulturbanausen. Ihre Passion ist die Musik. Für ihre Konzerte mietet Sie die Carnegie Hall. Die Zuhörer wissen nie, ob ihr Gesang echt ist oder gewollt komisch. Ihre Plattenaufnahmen zählen bis zum heutigen Tage zu den meistverkauften. Sie produziert ihre Platten selbst, denn sie ist eine vermögende Erbin und als Mäzenin außerordentlich beliebt. Ohne sie sähe das New Yorker Musikleben heute anders aus.


St. Clair Byfield (Hugh Grant), englischer Schauspieler von Adel, Ehemann und Manager von Florence Foster Jenkins.

Sie führen eine hervorragende Ehe. Sie lieben sich beide aufrichtig – eine rein platonische Liebe. Wenn Florence erschöpft in ihrem Bett liegt, rezitiert Gordon ein Sonett von Shakespeare, und schon schläft sie ein. Dann nimmt er ihre Perücke ab und bedeckt ihren kahlen Kopf mit einem turbanähnlichen Tuch. Bevor er geht, küsst er sie zärtlich. Kaum ist sie eingeschlafen, fährt er mit dem Taxi zu seiner Lebensgefährtin, mit der er seine freie Zeit verbringt. Florence zahlt diese Wohnung.

Florence Foster Jenkins (Meryl Streep) lebt für die klassische Musik.

Florence Foster Jenkins (Meryl Streep) rüstet sich für ihren großen Auftritt. Ehemann St. Clair Bayfield (Hugh Grant) ist ihr größter Unterstützer.
© 2016 Constantin Film Verleih GmbH

Sie gründet den exklusiven Verdi Club, in dem sie sich als Mäzenin feiern lässt. Mit ihrem Geld unterstützt sie die Konzerte in der Carnegie Hall. Durch eine Weltklasse-Sängerin wird sie angeregt, wieder selbst Gesangsunterricht zu nehmen. Ihr Mann sucht den besten Lehrer aus und engagiert den Musikdirektor der Carnegie Hall. Wie alle Personen in Florence Umkreis freut er sich über das großzügige Honorar, nimmt Florence genau so ernst wie der aufrichtig liebende Ehemann. Er zuckt nicht zusammen, wenn sie kreischt; er lobt sie, wenn sie einen richtigen Ton getroffen hat.
Zum Klavierbegleiter erklärt sie den erfolglosen Pianisten und Komponisten Cosmé McMoon (Simon Helberg). Beim Casting fällt er durch sein gefühlvolles Spiel auf, nämlich Auszüge aus dem »Karneval der Tiere« von Camille Saint-Saëns. Mit dem fürstlichen Honorar und der Aussicht, mit ihr spielen zu können, wähnt er sich schon im siebten Himmel – dann hört er sie singen. Mit heruntergeklapptem Unterkiefer sieht er den hingerissenen Ehemann und den als Lehrer bemühten Musikdirektor. Erst im Fahrstuhl packt ihn ein Lachanfall nach dem andern.
Während ihres Gesangs vernimmt Florence die Stimmen der besten Sängerinnen in ihrem inneren Ohr – leider ist sie die Einzige.
St. Clair Byfield hält alles und jeden von seiner Frau fern, weil er sie aufrichtig liebt. Dank seiner Überzeugungskraft spricht kein Mensch in seiner Umgebung etwas Negatives über sie. Er erreicht es entweder durch sein Charisma, oder durch eine Freikarte mit eingelegten Dollarnoten; das gilt besonders für die Kritiker. Nur einer lässt sich nicht bestechen. Dafür bezahlt er hinterher seine Konzertkritik mit seinem Job bei der New York Times.

Überzeugen Sie sich selbst – ein Original-Ausschnitt in folgendem Trailer:

Alles in allem ist es kein Film über eine Frau und ihren grässlichen Gesang.

Auch nicht über die Fehleinschätzung des eigenen Könnens. Es ist ein Film über eine bezaubernde Liebe zweier Menschen zueinander. Sie sind ein nach außen hin unmögliches Liebespaar, ähnlich wie Harold und Maude. Das ist vor allen Dingen den beiden Schauspielern Meryl Streep und Hugh Grant zu verdanken. Meryl Streep verkörpert die Frau, die fest an ihre Begabung als Sängerin glaubt. Mit Hingabe spielt Hugh Grant die Rolle des liebenden Ehemanns. Diese beiden Schauspieler machen den Film zu einem Erlebnis.

 

Florence Foster Jenkins war berühmt für ihre extravaganten Kleider, ihren Schmuck und ihr Parfüm.

 

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Elegante Kleider, neu eingetroffen
Passender Schmuck als I-Tüpfelchen
Natürliche Düfte betören dezent, aber nachhaltig

DIE BESETZUNG: Florence Foster Jenkins – Meryl Streep, St. Clair Bayfield – Hugh Grant, Cosmé McMoon – Simon Helberg, Kathleen – Rebecca Ferguson, Agnes Stark – Nina Arianda
DER STAB: Regie – Stephen Frears, Drehbuch – Nicholas Martin

New York:

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