☛ Filmtipp: Yuli – Krieger und Weltklasse Balletttänzer

Inhalt, Kritik, Nachdenken und viele Fotos zum Film „Yuli“

Carlos Acosta,☛ Filmtipp: Yuli - Krieger und Weltklasse Balletttänzer | Kulturmagazin 8ung.info genannt Yuli, hat sein Leben in einer Choreografie verarbeitet, aus der dieser Film entstand. Gezeigt wird ein Konflikt zwischen zwei starken Persönlichkeiten: Vater und Sohn.

Vom Vater zum Weltruhm geprügelt

© 2021 ARD Degeto - Yuli, Film, fröhlicher Yuli/Carlos
© 2021 ARD Degeto „Yuli“ erzählt die Geschichte des kubanischen Balletttänzers Carlos Acosta, der als erster schwarzer Romeo in die Geschichte des klassischen Balletts einging und als der beste Tänzer seiner Generation bezeichnet wurde.

Yuli hat der Vater seinen neugeborenen Sohn Carlos genannt. Das heißt „Krieger“ in der Sprache des afrikanischen Stammes, dessen Angehörige einmal als Sklaven auf die Insel Kuba gekommen sind. Carlos Acostas ehrgeiziger Vater drängt seinen kleinen Sohn zur Ballettausbildung, obwohl dieser lieber auf den Straßen Havannas tanzt.

Yuli leidet unter dem Ehrgeiz des Vaters

© 2021 ARD Degeto - Yuli, Film, Carlos Acosta als Erwachsener
© 2021 ARD Degeto Die Lebensgeschichte eines der besten Balletttänzer der Welt: Carlos Acosta, aufgewachsen in einem ärmlichen Viertel von Havanna


Noch immer leidet der Vater – wie alle seine Vorfahren – unter dem Stigma der Sklaverei. Für seinen Sohn wünscht er sich eine kämpferische Persönlichkeit, die allen zeigt, was in seiner Rasse steckt. Die Anerkennung findet.

Yuli entwickelt tatsächlich ein Talent für Tanz.

© 2021 ARD Degeto - Yuli, Film, Carlos als Kind
© 2021 ARD Degeto Carlos ist ein ungestümes, rebellisches Kind. Das meiste, was er vom Leben weiß, hat er auf den Straßen Havannas gelernt, wo er zum ungekrönten König der spontanen Breakdance-Wettbewerbe geworden ist.


Yuli setzt sein Tanztalent in den Wettkämpfen auf den Straßen von Havanna ein und wird unbestrittener Sieger. Seinem Vater fällt dieses meisterhafte Können auch auf.
Er möchte aber nicht, dass sein Sohn bei seinesgleichen Anerkennung findet, sondern bei der besseren Gesellschaft – also nicht Hiphop, sondern Ballett.
Er meldet Yuli bei einer renommierten Ballettschule an, und zwar gegen den Willen seines Sohnes, der immer wieder versucht, der strengen Disziplin zu entkommen.

© 2021 ARD Degeto - Yuli, Film, Ballettlehrerinnen und Eltern
© 2021 ARD Degeto Zunächst wurde Carlos Acosta von seinem Vater zum Ballett gezwungen, doch schnell entdeckte er seine Leidenschaft für den Tanz und schaffte es bis zum Star des Royal Ballet in London.


Sobald der Vater dahinter kommt, setzt es Schläge. Auch als Yuli wegen seiner Disziplinlosigkeit von der Ballettschule fliegt und auf ein Internat geschickt wird, prügelt ihn der Vater gegen seinen Willen dahin.


Yuli leidet im Internat

© 2021 ARD Degeto - Yuli, Film, Carlos als Kind in der Ballettschule
© 2021 ARD Degeto Carlos Acosta wächst in Kuba auf. Er ist ein ungestümes, rebellisches Kind, das sich gegen die Forderungen seines Vaters wehrt.


Auf dem Eliteinternat, das er wegen seines Tanztalentes besuchen darf, wird er gemobbt. Starkes Heimweh quält ihn, die Knute das Vaters hält ihn. Die Wende für ihn kommt, als er beim Vortanzen einen älteren Schüler ein Solo tanzen sieht – kraftvoll und perfekt. Von da an übt Yuli, meist in der Nacht, wenn die anderen schlafen, manchmal bei strömendem Regen.

Yuli, der Spitzentänzer Carlos Costa

© 2021 ARD Degeto - Yuli, Film, 2 Balletttänzer
© 2021 ARD Degeto Carlos Acosta (li.), einer der besten Balletttänzer der Welt. Aufgewachsen in einem Armenviertel Havannas, schafft er es bis zum Star des Royal Ballet in London.

Von jetzt an wird er zu Wettbewerben geschickt und gewinnt immer den ersten Preis, zum Stolz seines Vaters. Als er ein Angebot als Solotänzer im Royal Ballet in London erhält – eines der renommiertesten Companien der Welt – üben sowohl sein Vater als auch seine Ballettlehrerin so lange Druck auf ihn aus, bis er zusagt. Für seinen Vater geht damit ein Traum in Erfüllung.

Yuli hat Erfolg, aber auch starkes Heimweh.

© 2021 ARD Degeto - Yuli, Film, 3 Balletttänzer
© 2021 ARD Degeto Carlos entwickelt sich zum herausragendsten Tänzer seiner Generation. Nach dem Gewinn der Goldmedaille beim renommierten Prix de Lausanne wird der 18-Jährige Principal Dancer beim English National Ballet: der Beginn einer einzigartigen Karriere.

Yuli tanzt im grauen, verregneten London die Solopartien im königlichen Ballett. Er wird umjubelt als erster schwarzer Romeo, doch seine Gedanken sind immer im sonnigen Havanna bei seiner Familie. Erst als der Vater stirbt, kehrt Yuli nach Kuba zurück.

Yuli findet seinen Weg

Sein Leben hat Carlos Acosta, der königliche Balletttänzer, in einer Choreografie aufgearbeitet. Sie wird in diesem Film zwischen Yulis einzelnen Lebensabschnitten ausgearbeitet und getanzt.

© 2021 ARD Degeto - Yuli, Film, Carlos und Vater Pedro Acosta
© 2021 ARD Degeto Carlos Acosta mit seinem Vater Pedro. Pedro, Lkw-Fahrer und Enkel einer Sklavin, erkennt früh das außergewöhnliche Talent seines Sohnes. Er nennt ihn „„Yuli“, nach einem afrikanischen Kriegsgott.

Gezeigt wird ein Konflikt zwischen zwei starken Persönlichkeiten: Vater und Sohn. Der Vater, der meint, mit Gewalt alles an seinen Ahnen wieder gut zu machen, was er selbst nicht geschafft hat. Der Sohn, der zwar ein großes Talent besitzt, aber nicht den Willen, es so einzusetzen, wie der Vater es wünscht. Er ist zugegebenermaßen einer der Besten geworden und hat international Erfolge gefeiert, aber seine Kindheit, Jugend und eigenen Wünsche sind auf der Strecke geblieben.
Es spricht für seine Kämpfernatur, dass er einen Weg gefunden hat, auf dem er sowohl seine Ahnen als auch seine eigenen Vorstellungen zusammenbringen kann.
Ein Sohn, der nicht am Ehrgeiz seines Vaters zugrunde gegangen ist, obwohl er die prügelnden Riemen sein Leben lang spürt.

Yuli, Film von und mit Carlos Acosta

Regie: Icíar Bollaín
Autor: Carlos Acosta
Genre: Spielfilm
Land: Spanien, Kuba, Großbritannien
Jahr: 2018
Spielfilm 105 Minuten

Arte.TV-Ausstrahlung
Freitag, 8. Oktober 2021 um 13.45 Uhr
Montag, 25. Oktober 2021 um 13.50 Uhr

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