Wieder hat der Berufsstuttgarter Eberhard Rapp einen Bildband herausgebracht.
Stuttgart – meine Stadt.
In seiner bilderreichen Liebeserklärung zeigt Eberhard Rapp schon im Titelbild Kontraste: Hochhauskomplex und davor „urban gardening“ – eine junge Frau pflegt ihren Gemüsegarten auf einem Flachdach.
Man könnte es auch das Von-bis-Buch nennen. Von Weinbergen, die bis in die Stadt hineinragen zu Daimler, Porsche und Flughafen. Davor Felder, die bis an die Messehallen reichen. Die Herbstfärbung der Blätter um den Bärensee vermittelt ein Gefühl der Weite Kanadas, im Gegensatz zu der gezähmten Natur in der Wilhelma.
International bekannt ist Stuttgarts Kultur
Speziell Oper, Ballett und Theater heimsen immer wieder Preise ein. Mit verschiedenen Spielstätten von Jazz, Ballett, Schauspiel, Kabarett punktet das Theaterhaus. Wer aber kennt das Theater Rampe im Zentralbahnhof? Es gilt, wie die Wagenhallen, als das Zentrum für die kreative Szene.
Stuttgart bietet eine reichhaltige Museenlandschaft – Landesmuseum, Lindenmuseum, Automuseen von Mercedes und Porsche. Die von Stirling entworfene Staatsgalerie gehört schon fast zur Klassischen Moderne, obwohl die Neuzeit in der Architektur mit der Weißenhofsiedlung und dem Le-Courbusier-Haus anfängt. Sie endet noch lange nicht beim Fraunhofer Zentrum für virtuelles Engineering.
Stuttgart gilt als Autostadt schlechthin – Mercedes und Porsche werden hier gebaut.
Staumarken sollte man sich rechtlich schützen lassen. Auch im öffentlichen Verkehr hat Stuttgart über die Stadtgrenzen Aufmerksamkeit erregt – mit Stuttgart 21, dem umstrittenen Bahnprojekt. Stadtbekannt ist die Zahnradbahn mit einem Fahrradhalter wie ein Schneepflug. Und die Stäffeles sind nur zu Fuß zu bewältigen.
Über sie erreicht man kleine, aber feine Fachgeschäfte wie den CD-Laden mit Loriot-Sofa und Wohnzimmergefühl; Kurzwaren mit Knöpfen, die in Schachteln die Wände hoch gestapelt werden oder die Läden von Hochlandkaffee mit eigener Rösterei. Sie bilden einen liebenswerten Gegensatz zu den großen Einkaufszentren wie Brenninger bis Gerber. Oder die Frischluft-Märkte wie den Wochenmarkt mit Blumen und Gemüse oder den Flohmarkt hinter der Markthalle.
In Stuttgart ist kulinarisch vieles vorhanden
Angefangen von Maultaschen zum Italiener und Mittelmeer bis Vietnam und Afrika; Sterneküche und gehobene Gastronomie, Gartenwirtschaften, Bio-Imbiss und überall Traditionsgaststätten. Stuttgarter lieben ihren Gaisburger Marsch. So heißt der Eintopf, der in anderen Gegenden unter dem Namen Querdurchewoche bekannt ist. Die besten Spätzle schabt übrigens ein Koch, der aus Anatolien stammt.
Eberhard Rapp spricht mit seiner neuen Liebeserklärung an sein Stuttgart die Stuttgarter an, die hier wohnen, aber vielleicht viele Ecken noch nicht gesehen haben. Er lädt sie ein, auch einmal die Gegensätze ihrer vertrauten Umgebung kennenzulernen.
Stuttgart. Meine Stadt von Eberhard Rapp, Südverlag; ISBN-10: 3878000561
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