✍ Gartenbuch-Tipp: An die Töpfe, gärtnern, los!

Urban gardening mit Gemüse vom Balkon. Frische Cherry-Tomaten gepflückt und gleich gegessen, ohne lange Transportwege. Genau so viel, wie der Appetit groß/klein ist.

cover.an.die.toepfeFrüher waren es finanzielle Gründe, Not und teure Lebensmittelpreise, die Stadtbewohner zu Selbstversorger werden ließen. Heute ist es hauptsächlich sinnvolles Schmecken, bewusstes Essen, Lust am Gärtnern – abgesehen vom finanziellen Aspekt, der trotz sinkender Lebensmittelpreise nicht außer Acht gelassen werden sollte.

Vom Samenkorn zum Radieschen.
Auch in den Städtern stecken noch die Gärtner aus Leidenschaft, um ihre Lieblingsgemüse und frischen Kräuter selbst zu ziehen. Für diejenigen, die sich auf dieses Abenteuer einlassen möchten, hat Gudrun Ongania ein reich bebildertes Fachbuch und gleichzeitig ein Nachschlagewerk geschrieben.

Aller Anfang ist leicht mit ihrer Checkliste. Welchen Gemüsearten eignen sich? Kürbis und Kartoffeln benötigen mehr Platz als Radieschen und Erdbeeren, die zum Sofortnaschen angebaut werden können. Anhand der Checkliste kann vorab jeder für sich klären, wie viel Zeit man investieren kann. Im Baumarkt gibt es für jeden Geldbeutel Pflanzsäcke, Balkonkästen und Bewässerungssysteme. Aber mit Behältern, die sonst auf dem (Sperr)Müll landen würden, funktioniert es auch. Dosen, Milchkartons, Paletten, Badewannen, Schuhe oder Bierkisten rüsten ganze Balkone und Terrassen aus.

Unter dem Moto: Das muss ich wissen! werden von der Planung bis zur Ernte die verschiedenen Schritte in Wort und Bild erklärt, so dass die Gärtner in spe bei jeder auftretenden Frage nachschlagen können, denn die Fragen stellen sich erst in der Praxis. Dass es, wie im richtigen Leben, auch unter Gemüsen gute und schlechte Nachbarn gibt, wird manchen Anfänger erstaunen. Wer diejenigen, die sich gut riechen können, nebeneinander setzt, wird auf alle Fälle mehr ernten.

Von Schiffscontainern bis zum Minigewächshaus pro Pflanze
Kreative Pflanzenfreunde schufen funktionierende Gärten von klein bis groß. Mitten im Züricher Industriegebiet lädt Frau Gerold in ihr Gartenrestaurant ein, das aus Schiffscontainern zusammen gestellt wurde. In Fässern, Kisten Paletten und anderen ehemaligen Industriebehältern wachsen Kräuter, Gemüse und Blumen.

Claudia versorgt sich in Hamburg auf ihrem 1,5 qm großen Balkon mit ihrem selbst angebauten Gemüse. An einem Maschendraht am Balkongitter hängen zu Blumentöpfen umfunktionierte Plastikflaschen, die sogar über ein Bewässerungssystem verfügen. Eine PET-Flasche wird oben abgeschnitten. Da hinein steckt Claudia eine etwas dünnere Flasche mit der Öffnung nach unten. Diese Flasche wird durch den abgeschnittenen Boden zur Hälfte mit Erde gefüllt und mit einem Setzling bepflanzt, der wie in einem Gewächshaus vor Wind geschützt heranwächst. Das Gießwasser fließt in die untere Flasche, aus der sich die Pflanze bei Bedarf Flüssigkeit saugt. Wasser und Erde erwärmen sich bei jedem Sonnenstrahl und fördern wie Mittelmeerklima das Wachstum. Ein pfiffiges Bewässerungssystem, das fast umsonst ist – vom Flaschenpfand einmal abgesehen.

Vom gepflegten Rasen zum Kartoffelsalat
Wer seinen Rasen ständig mäht, kann im Herbst ganz nebenbei seine eigenen Kartoffeln ernten.Wie soll das gehen? Ganz einfach: Kartoffeln auf Pflanzerde in einen Eimer, Sack oder Kiste stecken und mit Küchenabfällen mulchen. Sobald sich Blätter zeigen, werden sie mit dem Heu aus dem eigenen Rasenschnitt bedeckt, dass nur noch die Blattspitzen herausschauen. Das wird sooft wiederholt, bis das Laub abstirbt. Bei der Ernte sehen die fleißigen Mäher, wie viele Kartoffeln in den einzelnen Rasenschichten gewachsen sind.

 

Ein schönes Buch für Menschen, denen der grüne Daumen juckt; die immer das Gefühl hatten, nicht über genug Platz zum Gärtnern zu verfügen. Sie können gleich am Wochenende anfangen – mit Erde und Samentüte, aber ohne große Werkzeuge oder Utensilien. Es genügt, sich einfach mal in der Wohnung umzuschauen, welche Behälter vor dem Abfall gerettet werden können. Auch im Blumentopf wachsen ihre Zucchini, für die Gudrun Ongania sogar ein Rezept mitliefert.
An die Töpfe, gärtnern, los!: Praxiswissen und Ideen fürs urbane Gärtnern von Gudrun Ongania | EUR 29,90 | Haupt (12. März 2014) | ISBN-10: 3258078351


 

 

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