☛ Theater-Tipp: „The King’s Speech“ – königliche Schwerstarbeit

„Die Rede des Königs“ in der Inszenierung von Udo Schürmer  im Alten Schauspielhaus in Stuttgart.

Albert, Herzog von York, zweitältester Sohn des Königs von England, ringt um Haltung. Seine Hand verkrampft sich zur Faust. Er versucht konzentriert, eine Rede zu halten, während er kaum ein Wort herausbringt. Einzelne Wörter spuckt er förmlich heraus; kaum gelingt ihm ein zusammenhängender Satz. Zwischen den mühsam herausgestoßenen Wörtern herrscht Stille. Lediglich seinem Gesicht sehen die Zuschauer die ungeheure Anstrengung an (ein hervorragender Einstieg von Ralf Stech).

Seine Frau Elisabeth hat den unkonventionellen Sprachtherapeuten Lionel Logue (souveräner Volker Risch) ausfindig gemacht. Lionel gibt die Regeln vor, nach denen er therapiert – eigentlich für einen Adligen unannehmbar. Lionel gibt sich selbstsicher, ist schlagfertig und lässt sich von den Royals nicht irritieren. Sobald der Prinz verschwunden ist, stöhnt Lionel auf, wischt sich den Schweiß von der Stirn, lässt die Spannung raus.

Bertie, wie Lionel ihn nennt, gewinnt Vertrauen in Lionels Methoden. Bereitwillig geht er ans Fenster und ruft so laut wie möglich die Vokale heraus, während seine Frau Elisabeth die Zeit stoppt. Aaaaa… klappt noch gut. Bei eeee… fällt ihm auf, dass „sein Volk“ ihm zuschaut. Elisabeth klärt die Herren auf: „Es sind die Leibwächter, die Wache halten.“

Also andere Übung, ebenfalls zur Freude der Zuschauer. Bertie legt sich auf den Boden, atmet tief ein und aus. Damit er es nicht zu kommodig hat, soll sich Elisabeth draufsetzen, was sie nach ein paar Luftjapsern und irritierten Seitenblicken auch resigniert macht. Sein Brustkorb hebt sich, und mit ihm Elisabeth. Während er ein- und ausatmet, wächst sie und schrumpft wieder – ein königliches Schauspiel.

Elisabeth (Birthe Gerken) bewahrt dank ihrer adligen Abstammung die Contenance. Besorgt um ihren Ehemann, aber immer – auch ihm gegenüber – die aristokratische Distanz wahrend. Lionels Ehefrau Myrtle (Maja Müller) dagegen ist zerrissen zwischen ihrem Heimweh nach Australien und den Karriereplänen ihres Mannes.

Was wäre eine Monarchie ohne Berater und Regierung im Hintergrund, die die Fäden ziehen und lenken? Besonders tut sich Winston Churchill (Peter Kempkes) hervor. Gegeltes Haar, Kugelbauch unter der Weste, im Mund die Zigarre, die er nur herausnimmt, wenn er mit kratziger Stimme spricht. Ansonsten hält er die Daumen in den Armelansätzen seiner Weste. Dabei wird deutlich, wer das Sagen hat. Im Grunde sind die Könige die Befehlsempfänger. David (Jens Woggon) liest flüssig und fehlerfrei seine von Churchill verfasste Abdankungsrede ins Mikrofon,

Bühne und Kostüme von Steven Koop: Holzgetäfelter Fußboden und eine ebensolche Wand, sie sich seitlich öffnet. Lionels Wohnzimmer mit weißer Couch, Grammofon, Minibar mit Whisky und zwei Gläsern. Die Kostüme treffen genau die englische Mode der Dreißiger Jahre. Besonders elegant und zurückhaltend wirken Elisabeths Kleider, bieder kommt Myrtle daher, schrill zeigt sich Wallis Simpson.

 

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The King’s Speech:

ALTES SCHAUSPIELHAUS in Stuttgart:
The King`s Speech – Die Rede des Königs, Schauspiel von David Seidler

Inszenierung: Udo Schürmer
Ausstattung: Steven Koop

Besetzung am 7. Februar 2013
Birthe Gerken
Maja Müller
Karl-Heinz Butzen
Peter Jochen Kemmer
Peter Kempkes
Volker Risch
Ralf Stech
Aki Tougiannidis
Jens Woggon

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