Thomas Florschuetz (Fotografie) und Richard Serra (Papierarbeiten) in der Pfalzgalerie

Über drei Stockwerke verteilen sich die Ausstellungen der Pfalzgalerie Kaiserslautern. Die beiden unteren Etagen sind den Sonderausstellungen zeitgenössischer Kunst gewidmet.
Im Erdgeschoss stellt der Fotograf Thomas Florschuetz seine Bilder aus.
Diese – unbedingt  sehenswerte – Werkschau mit großformatigen Fotos trägt den Titel „Imperfekt“, also das gerade Vergangene. Ob damit die letzten Jahre seines Schaffens gemeint sind – von 1997 bis 2010 – oder die Motive, darf die Betrachterin für sich entscheiden. Und sie entscheidet sich für die Motive, die alle einen leicht morbiden Anflug haben. Vielleicht hängt es mit der Farbgebung zusammen. Die Fotos wirken leicht erdig.

Zu Thomas Florschuetz‘ Lieblingsmotiven gehören Säulenhallen, die, in viel Raum gebietenden Vergrößerungen, an der Wand hängen. Lebensgroß und plastisch sind sie dargestellt – direkt zum Hineinspazieren. Alle Motive sehen „gebraucht“ bis „verbraucht“ aus. Überall sind menschliche Spuren zu entdecken. Entweder es liegen einige Kabelrollen in einem Saal mit abblätternden Säulen, oder die Räume sehen schon vollkommen verlassen aus.
Die Details von Kampfflugzeugen machen nur noch bedingt Angst – so richtig einsatzfähig scheinen sie nicht mehr zu sein.
Die stark vergrößerten unreifen Orangen – mit Stiel – sind anscheinend gerade gepflückt worden oder abgefallen. Nach der grauen Patina zu schließen, scheint der Baum in einem Industriegebiet zu stehen. Thomas Florschuetz‘ Makroaufnahmen dagegen zeigen Orchideenblüten, stark vergrößert auf über einen Meter – und dann auch noch drei gleiche Motive nebeneinander. Auch in diesem Ausmaß wirken die rosa Blüten noch zart und zerbrechlich.

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Die Ausstellung „Thomas Florschuetz,  Imperfekt“ in der Pfalzgalerie Kaiserslautern ist bis zum 1. Mai 2011 geöffnet.
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Im ersten Stock stellt Richard Serra seine Papierarbeiten (Paperworks) aus.

Wie uns die freundliche Dame an der Kasse versicherte, handelt es sich bei Richard Serra um einen berühmten Künstler. Im Informationsblatt erfahren wir, dass es sich bei seinen ausgestellten Arbeiten um zweidimensionale Skulpturen handelt.
Schon nach dem ersten Saal hatten wir den Eindruck, dass Richard Serra über einen unerschöpflich großen Vorrat an schwarzer Farbe, schwarzer Tinte und schwarzem Wachs verfügen muss. Diesen Vorrat versucht er irgendwie aufzubrauchen – vielleicht möchte er den Lagerplatz anders nutzen?
Er trägt Farbe, Tinte und Wachs in mehreren Schichten auf ein großformatiges Papier auf. Entweder füllt er dieses Papier bis zum letzten Zipfel, oder er lässt einen schmalen Rand, so dass ein schwarzes Rechteck im weißen Rechteck entsteht. Manchmal kippt er dieses Rechteck nach rechts, manchmal nach links. Im zweiten Raum verdoppelt er diese schwarzen Rechtecke noch einmal. Er setzt gleich zwei(!) davon auf ein Blatt. Ein Rechteck oben und ein ebensolches unten – wie zwei gerade geschlüpfte Kinderzähnchen im Negativ. Aber auch zwei schwarze Quadrate versetzt er räumlich direkt untereinander, auf einem zwei mal zwei Meter großen handgeschöpften Papier – hoffentlich von Richard Serra selbst geschöpft.
Falls Sie neugierig geworden sind und sehen möchten, was sich an Ideenreichtum und Kreativität im dritten Saal verbirgt – nichts wie hin! Die Ausstellung „Richard Serra, Paperworks“ in der Pfalzgalerie Kaiserslautern ist bis zum 1. Mai 2011 geöffnet.

 

 

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