Stuttgarter Medienkongress 2014 – REGIONAL ist das große Thema

Nanu, Rolle rückwärts von global zu regional? War doch früher alles weltweit, in jedem Winkel der Welt erreichbar.

Der Kongress am 25. November 2014 steht unter dem Motto:

Marke – Innovation – Nische.

Wie finde ich meine Nische, und dazu noch eine in der Region?

Gelungen ist es mit „SWR1 Pop & Poesie in Concert“. Klingt spontan nicht regional, denn wer schwätzt im Ländle schon englisch? Auf den zweiten Blick macht das Sinn, denn in den Konzerten werden alte Popsongs präsentiert, die auch den Jüngeren wohlbekannt sind. Die Übersetzungen mit dem Originaltitel und der Geschichte hinter den Songs liefert SWR1.de – jederzeit abrufbar. Exquisit allein an Feiertagen von 10 bis 12 Uhr findet an einem Ort im Sendegebiet eine Bühnenshow statt, die natürlich direkt im Radio übertragen wird. 10 professionelle Ensemblemitglieder – Schauspieler und Musiker – setzen bekannte Musikstücke aus den Bereichen Theater, Popkonzert, Comedy und Oper in Szene. Ein Gesamtkunstwerk, von dem alle schwärmen, die einmal diese Stimmung im Konzert erlebt haben. Starke Emotionen ruft sie hervor, diese intime Vorstellung in großen Hallen.

Lokal im weitesten Sinne agiert das Jugendradio bigFM. Angeregt durch die Moderatoren, die alle aus unterschiedlichen Nationen stammen, kreierten sie ein neues Format – Ethnopop, beliebt bei Migranten. Sie hören die populäre Jugendmusik ihrer Heimatländer, vermischt mit deutscher Popmusik.

Fest steht, dass lokaler Inhalt eine lukrative Nische sein kann.

Dienstleistungen beschränken sich auf den regionalen Umkreis und können schnell auf Kundenwünsche eingehen. Gefunden werden sie über die lokale Google-Suche. Sie bilden Netzwerke, denken lokal und pflegen ihre Alleinstellungsmerkmale. Sie können durch crossmediale Kampagnen mit TV, Radio, online vernetzt sein. Ihr Geld verdienen diese Dienstleister mit einer Nutzungsgebühr und/oder nativer Werbung. Diese Art von Werbung eignet sich für lokale Nachrichtenportale, wie es das Karlsruher ka-news erfolgreich praktiziert. Mittlerweile eine regionale Onlinezeitung, die sich trägt.

Ohne Werbung als Einnahmequelle kann keine journalistische Webseite überleben.

Die Trends der digitalen Welt gehen hin zum Smartphone. Das hat Auswirkungen auf die Monetarisierung, denn Banner sind mangels Platz dort nicht möglich. Das merken auch andere Webseitenbetreiber. Eine Lösung stellen Artikel dar, die sowohl informativen Inhalt als auch einen Werbelink enthalten. Bei genauer Kennzeichnung kann der Leser diese Artikel überspringen oder wegen ihres Inhalts auch lesen, ohne sich von der Werbung belästigt zu fühlen. Andere User fühlen sich durch aufdringliche Reklame genervt und zahlen für eine werbefreie Webseite mit hohem Informationsinhalt zwischen 2,50 Euro bei golem, und 9,90 Euro im Monat für den österreichischen Standart. Google testet einen neue Dienst, in der User zwischen 1 und 3 Dollar im Monat zahlen, damit keine Werbung aufpoppt.

Regionalsendung im Fernsehen können auch überregional bekannt werden.

Regio TV Bodensee beweist es mit seiner allwöchentlichen Sendung „Winter grillt“ beweist. Grillmeister Winter zeigt Rezepte und gibt Ratschläge für eine spezielle Zielgruppe – geliked und gelinkt von Grillfans, die sogar seine Tipps in eigenen Foren besprechen. Mittlerweile wird das 80-fache der Herstellungskosten dieser Smartphone-tauglichen Sendung durch Werbeeinnahmen wieder eingespielt.

Ein regionaler Kabelnetzbetreibern hat sich in einer Nische einnistet. Kabel-BW hat einen eigenen zentralen Gateway entwickelt. Sendungen werden in einer speziellen Box gesammelt und können damit unabhängig von verschiedenen Geräten abgerufen werden – TV, Computer Smartphone, Tablet und das, was sich sonst noch an Geräten vorfindet. Es stellt sich bloß die Frage, wer das Fernsehprogramm auf seinem Handy anschauen möchte.

Weitaus andere Dimensionen bespielt der neue Fernseher, den das Frauenhofer Institut gerade entwickelt. Aufgenommen werden Großereignisse, die einen imposanten Bildschirm mit einer 180-Grad-Leinwand erfordern. Eine Rundum-Kamera und 128 Lautsprechern nehmen Bild und Ton auf. Bei den Berliner Philharmonikern ist dieser Aufwand durchaus angebracht. Je nach Größe des heimischen Bildschirms kann sich jeder User seinen Ausschnitt selbst wählen. Auf einem Fernsehen mit einer minimalen Bildfläche von 3 Metern – die wohl die meisten Wohnzimmer sprengen wird – bleibt nur ein kleiner Ausschnitt übrig, den der Fernsehzuschauer allerdings selbst auswählen kann. So richtig spannend wird es bei den riesigen Leinwänden zum Public Viewing – fernsehen mit anderen Zuschauern zusammen an einem öffentlichen Ort, vielleicht direkt vor der eigenen Haustür.
Und dann sind wir wieder voll im Trend, womit sich das Thema „Regional“ schließt.

 

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