♫ Inhalt / Handlung: Die Liebe zu den drei Orangen – Oper von Prokofjew

Geschichte der Oper Kurzfassung

Turbulente Märchenoper vom Prinzen, der nicht lacht. Eine Hexe verdammt ihn dazu, 3 Orangen zu lieben. Sergei Prokofjew komponierte die Musik – Ohrwurm ist der schmissige Marsch.

3 Orangen vor blauem Hintergrund

Der Herold erklärt die Geschichte.

Der alte König Treff denkt an die Thronfolge und möchte lieber seinen Sohn als Nachfolger einsetzen, obwohl die aktive – wenn auch intrigante – Nichte Clarisse besser geeignet wäre. Sein Sohn nämlich leidet an der Prinzenkrankheit, die viele überbehütete und nicht geforderte Nichtsnutze befällt – an hypochondrischer Depression. Er kann sich über nichts freuen und reißt in seiner Begeisterung für diesen Zustand alle mit. Seine ganze Umgebung gefällt sich in trübsinniger Miesepetrigkeit. Diese Gesamtlage kann nur mit einer Medizin geheilt werden – herzlichem Lachen.

Sowohl der Prinz als auch Clarisse haben Verbündete mit magischen Kräften.

Als Gegenspieler wirken der gute Zauberer Tschelio und die böse Hexe Fata Morgana. Sie steht natürlich auf der Seite der sich vordrängelnden Nichte mit ihrem Beinaheverlobten Leander. Die guten – also Prinz und König – vertritt der edle Magier Tschelio. Die beiden machen die Sache unter sich aus. Beim Kartenspiel verliert Tschelio 3x. Es würde also das Böse gewinnen, wenn wir nicht ein Märchen auf der Bühne sähen, in dem das Gute traditionell siegt.

Clarisse heuert Leander an, damit er ihr hilft, den Thron zu besteigen.

Dafür stellt sie ihm in Aussicht, ihn bei Erfolg zu heiraten. Sie denkt beim Königssohn an kurzen Prozess mit realem Gift. Leander möchte es lieber langsam abwickeln mit ungenießbarer Prosa und zermürbenden Gedichten. Fata Morgana schickt ihre Sklavin Smeraldina als Botschafterin, die ihnen verrät, dass der Magier Tschelio und der sich abmühende Hofnarr Truffaldino den Prinzen bevorzugen. Fata Morgana möchte nicht direkt auftreten, kommt aber zum Fest, das den Prinzen amüsieren soll. So kann sie sicher gehen, dass der Prinz in ihrer Gegenwart nichts zu lachen hat.

Ein Lachfest für den traurigen Prinzen.

Auf dem Fest müht sich der Berufsspaßmacher Truffaldino mit allem ab, was die Fantasie des Regisseurs an feinen oder derben Späßen hergibt. Sowohl das gemeine Volk als auch der Prinz haben dafür keine Muskelzuckung übrig. Das geht dem Possenreißer an seine Berufsehre. Vor lauter Frust packt er die neben ihm stehende Fata Morgana und verprügelt sie, bis sie am Boden liegt und mit den Beinen in der Luft zappelt. Diese Ersatzhandlung ist nicht unbedingt die feine Art. Genau so wenig wie die Reaktion des Prinzen, die beweist, dass Schadenfreude die reinste Freude ist. Er schüttelt sich vor Lachen, was sich zu einer Lacharie ausweitet und das ganze Volk mitreißt. Das macht eine gestandene Hexe wie Fata Morgana so wütend, dass sie den Prinzen verflucht. Er soll sich verlieben, und zwar in drei Orangen.

Eine ungeahnte Energie geht von dem vorher antriebsarmen Prinzen aus.

Er möchte sofort aufbrechen, um die drei Orangen zu finden. Das erstaunt den Vater, der befürchtet, dass seinem lebensuntüchtigen Sohn auf der Reise etwas zustoßen wird. Selbst gegen den überbesorgten Vater setzt sich der blindverliebte Romeo durch und zieht mit Vaters Segen und dem Spaßmacher Truffaldino als Aufpasser von dannen.

Allzeit bereite Waffe einer Köchin – der Suppenlöffel

rabiate Köchin
(c) Stiftung Preußische Schlösser und Gärten

Auf ihrer Reise verlieren sie die Orientierung. Sie treffen den guten Zauberer Tschelio, der ihnen den Weg zur bösen Kreontas weist, in deren Küche die drei Orangen von einer Köchin gefangen gehalten werden. Um der todbringenden Suppenlöffel-Waffe der Köchin zu entgehen, gibt Tschelio ihnen ein Zauberband mit. Wenn sie die Orangen befreien, dürfen sie die Früchte nur an Orten öffnen, an denen Wasser fließt. Wie immer im Märchen sind die Bedingungen sowohl unlogisch als auch schwer einzuhalten. Wozu braucht eine saftige Frucht fließendes Wasser? Sie werden es bald merken.

Der Prinz entführt die drei Orangen aus der Küche.

Sie entgehen – mit Hilfe des Zauberbandes – dem Suppenlöffel der rabiaten Köchin und damit ihrer Landung im Kochtopf. Der Rückweg zusammen mit den drei Orangen führt durch eine Wüste. Während der Prinz vor Erschöpfung einschläft, plagt Truffaldino der Durst. Als er eine der riesig gewordenen Orangen öffnet, steigt eine Prinzessin heraus, die ihn um Wasser bittet. Woher nehmen? Truffaldino öffnet die zweite Orange. Auch darin befindet sich eine Prinzessin kurz vor dem Verdursten. In Panik ergreift der Schelm die Flucht. Als der Prinz erwacht, freut er sich über die verbliebene Prinzessin Ninetta, in die er weisungsgemäß verknallt ist. Da auch sie zu verdursten droht, hilft der Chor mit Wasser aus, damit das Spiel weitergehen kann. Ninetta geniert sich mit ihrer Garderobe, die nicht der Mode entspricht. Das versteht der Prinz und zieht los, um Kleidung zu holen. Das nutzt Fata Morgana, um Ninetta in eine Ratte zu verwandeln und gegen Smeraldina auszutauschen. Beim König angekommen, bemerkt der Prinz den Irrtum und weigert sich verbissen, die neue Frau zu heiraten. Dem Vater werden die Sperenzchen seines Sohnes zu bunt. Er befiehlt ihm, die gegenwärtige Prinzessin zu heiraten.

Wie es für ein Märchen üblich ist, siegt das Gute über das Böse.

Fata Morgana, Clarisse, Leander und Smeraldina erfahren ein mehr oder weniger drastisches, genüßlich ausgespieltes Ende. Tschelio zaubert die Ratte zurück in die Prinzessin Nicoletta, die der Prinz sofort als seine zukünftige Frau wiedererkennt. Der König ist begeistert von seiner zukünftigen Schwiegertochter. Die Hofgesellschaft lässt König, Prinz und Prinzessin hochleben. Und wenn sie nicht gestorben sind …

Die Liebe zu den drei Orangen – Oper mit Musik von Sergei Prokofjew

Sergei Prokofjew erstellte das Libretto zusammen mit Véra Janocopulos in französischer Sprache nach der literarischen Vorlage von Carlo Gozzi. Die Spieldauer der Oper beträgt ungefähr 2 Stunden. Die Uraufführung fand am 30. Dezember 1921 im Auditorium Theatre in Chicago statt.

Die Oper komponierte Prokofjew im Auftrag der Chicago Opera Company. Sie traf genau den amerikanischen Geschmack – bunt, fantasiereich, schwungvoll. Mitreißend ist der Marsch aus dem zweiten Satz. Seit der Uraufführung wurde die Oper schnell in den großen Opernhäusern der Welt nachgespielt. Am besten gefiel Prokofjew die Inszenierung in Leningrad. Die Berliner Inszenierung „germanisierte“ seiner Meinung nach seinen Prinzen zu einem kleinen Siegfrid nach Wagnermanier.

Personen
König Treff (Bass)
Der Prinz, sein Sohn (Tenor)
Prinzessin Clarisse (Mezzosopran)
Leander (Bariton, auch Bass)
Truffaldino, ein Spaßmacher (Tenor)
Pantalon (Bariton)
Tschelio, Zauberer u. Beschützer des Königs (Bariton)
Fata Morgana, Zauberin (Dramatischer Sopran)
Linetta (Alt)
Nicoletta (Mezzosopran)
Ninetta (Sopran)
Die Köchin (Bass [mit rauer Stimme])
Farfarello, ein Teufel (Bass)
Smeraldine (Soubrette, auch Mezzosopran)
Zeremonienmeister (Tenor)
Der Herold (Bass)

Inhalt / Handlung:

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