♀ Alle meine Schwestern – historischer Roman von Judith Lennox

Abwechslungsreich beginnt das von Liebesleid und Liebesfreud geprägte Leben der vier Schwestern in England, von 1909 bis 1917, dem Umbruch im ersten Weltkrieg.

Marianne, die Zweitälteste, ist zwar nicht so schön wie Iris, ihre ältere Schwester, trotzdem heiratet sie zuerst. Das verstößt gegen die Regel. Um sie wirbt ein begehrter Junggeselle – reich, unabhängig, ohne Familie. Diese Liebesheirat, im viktorianischen England um 1909 ungewöhnlich, soll nicht einmal ein Jahr währen. Für Marianne, danach eine Witwe von 23 Jahren, bricht eine Welt zusammen. Sie sehnt sich nach einem Kind, das sie in ihrer kurzen Ehe leider nicht bekam.
Als ein reicher Plantagenbesitzer aus Ceylon, der in London eine Familiensache regelt, um ihre Hand anhält, sagt sie sofort zu. Obwohl sie ihn kaum kennt, folgt sie ihm nach Ceylon auf seine Plantage. Beide haben damit bekommen, was sie wollten. Marianne bekommt ein Kind von ihm, Lucas ihr Vermögen. Glücklich werden beide nicht in dieser Beziehung, denn Lucas entpuppt sich als aggressiver Psychopath. Marianne bleibt nur noch ein Ausweg…

Die schöne Iris – älteste Schwester der Familie Maclise

Iris gilt allgemein als die schönste, charmanteste Salondame. Ihr laufen die Männer hinterher. Viele Heiratsanträge hat sie schon abgelehnt, weil ihr keiner gut genug schien für ein ganzes Eheleben. Als sie sich ernsthaft in einen jungen Mann verliebt, meint sie leichtes Spiel zu haben. Fast im Scherz fragt sie ihn, ob er ihr einen Heiratsantrag machen wollte. Dass Ash freundlich ablehnt, hat sie tief getroffen. Damit hat sie, die alle Männer um den kleinen Finger wickeln kann, nicht gerechnet. Aus Angst, dass ihre „gute Zeit“ um ist, lernt sie einen Beruf. Viel Auswahl bleibt ihr nicht in ihrer Stellung als Fabrikantentochter. Sie entscheidet sich für den Beruf einer Krankenschwester, was im ersten Weltkrieg, der auch England in Mitleidenschaft gezogen hat, zu gefährlichen Einsätzen führen wird.
Ash bedauert seine Ablehnung zutiefst. Als sie sich zufällig in London wieder treffen, versucht er, Iris seine Liebe zu gestehen. Erst will Iris sich keine Blöße geben, dann kommt Ash eine junge Frau dazwischen. So geht es einige Male hin und her, bis 1917 (Ende des Buches) der erste Weltkrieg seine Wunden schlägt.

 

Eva,die Malerin – zweitjüngste Schwester

Eva galt immer als die künstlerisch begabte. Sie bekommt Malunterricht bei einer Lehrerin, die sie als Feministin in die Frauenbewegung einführt. Eva kann den Ideen viel abgewinnen und erreicht durch ihr neues Selbstbewusstsein, dass ihr Vater einem Kunststudium zustimmt. Sie darf sogar in London studieren. Hier lernt sie einen Maler kennen, der ausdauernd um sie wirbt. Nachdem sie ihr ganzes Herzblut in diese Beziehung investiert, wendet er sich einer anderen zu, die er ebenso ausdauernd umwirbt.

Eva kehrt bei Ausbruch des ersten Weltkriegs nach Hause zurück und arbeitet als rechte Hand ihres Vaters in der Fabrik, die sie bald auch allein leiten muss. Durch die erzwungenen „Meldungen von Freiwilligen zum Militär“ ist auch ihre große Liebe, die sie in ihrem heimatlichen Umkreis wiederfindet, gefährdet.

Die kleine Schwester Clemency – das Nesthäckchen

Clemency, die jüngste, gilt als die Schwester mit den wenigsten äußeren Reizen. Sie wird erst gar nicht in die Gesellschaft eingeführt, denn sie muss ihrer kränkelnden Mutter Gesellschaft leisten. Alle sehen es als selbstverständlich an, dass sie dafür ihre geliebte Schule verlässt. Es bleibt ihr keine Zeit für ein Privatleben, denn sie führt den Haushalt, pflegt ihre Mutter und die alte Großtante, hält Verbindung zwischen den Familienmitgliedern. Aber auch sie verliebt sich – natürlich unglücklich – in einen verheirateten Pianisten. Als dessen Frau stirbt, erkennt sie, dass er weder sie noch irgend jemand anderen lieben kann – nur sich selbst.
Dass ausgerechnet die dicke, hässliche Clemency die Liebe ihres Lebens findet, könnte man als ausgleichende Gerechtigkeit bezeichnen. Leider findet diese Beziehung um 1917 keinerlei gesellschaftliche Anerkennung.

Fazit: Ein Schmöker zum Träumen und mitleiden

Judith Lennox schreibt über die Wechselwirkungen zwischen den Schwestern in der allgemeinen gesellschaftlichen und politischen Umbruchsituation. Der Roman ist hervorragend recherchiert und spannend geschrieben – unbedingt empfehlenswert.

Alle meine Schwestern von Judith Lennox (Autor), Mechtild Sandberg (Übersetzer), Broschiert: 592 Seiten , Verlag: Piper; Auflage: 12 (Mai 2010)

 

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