✍ Buchtipp: Paare – Roman von Alison Lurie – kreuz und quer

Wie wird man die eigene Ehefrau los, um für die Frau frei zu sein, die mit dem Mann verheiratet ist, der mit der eigenen Ehefrau ein Verhältnis hat?

Jane nimmt, als Verwalterin eines Stipendiatenhauses, den riesigen Blumenstrauß für eine berühmte Schriftstellerin Delia Hull entgegen, die für ein Jahr in ihrem Haus logiert. Als sie an Delias Türe klopft, meint sie ein Stöhnen und Kichern im Zimmer zu hören, obwohl drinnen niemand auf ihr Anklopfen reagiert. Nach mehrmaligem Pochen tritt sie ein. Halb nackt und vollkommen ermattet liegt Delia auf dem Sofa, das extra wegen ihrer Migräneanfälle für sie aufgestellt wurde. Drum herum liegen verstreut Kleider, Hosen, Unterwäsche. Jane übersieht die braunen Herrensocken, die unter dem Vorhang hervor lugen – so lange, bis ihr Blick auf ein Kleidungsstück fällt, das sie eindeutig wiedererkennt. Mit einem Satz ist sie beim Fenster, reißt den Vorhang herunter und erblickt Alan, ihren kaum bekleideten Ehemann. In der gegenseitigen Schrecksekunde bricht Delia in einen Lachanfall aus. Eben noch leidend, kugelt sie sich wie nach einem guten Witz.

Zwei Männer und zwei Frauen überdenken ihre Beziehung zueinander
Jane ist wütend, aber nicht eifersüchtig, denn sie selbst fing mit Henry, Delias Ehemann, ein Verhältnis an. Davon ahnen die beiden nichts. Der Egomanin Delia wird das vollkommen egal sein. Sie braucht Henry nur noch als Sekretär für ihre Manuskripte – als Mann existiert er nicht mehr für sie. Henry kocht für sie, hält ihr den Rücken frei, erledigt den Haushalt. In Alan findet sie einen kreativen Bundesgenossen, nicht nur im Geiste. Sie regt ihn an zu neuen Ideen, die Jane nur mit Kopfschütteln verfolgt.
Alan verkauft seine Werke über eine Galerie, die Delia ihm vermittelte, zu Preisen, über die er sich nur wundern kann. Er liebt Delia, weil er sich durch sie zu neuen, kreativen Höhenflügen aufschwingt. Seiner Frau Jane gegenüber hat Alan ein schlechtes Gewissen, denn ständig schikaniert er sie. Seit über einem Jahr kann er sich nur noch mit Schmerzen bewegen. Seine von Tag zu Tag schlechter werdende Laune lässt er an Jane aus. An ihr sieht er nur noch das Negative. Je länger die Krankheit anhält, umso widerlicher ist ihm Jane.
Jane geht es ähnlich. Der sportliche, kreative Architekturprofessor, den sie sechzehn Jahre lang geliebt hat, verwandelte ich in einen aufgequollenen, schlecht gelaunten Stinkstiefel. Sie liebt Henry, der mit seiner berühmten Frau Delia ähnliche Probleme hat. Einst war er ein vielversprechender Lyriker. Jetzt kümmert er sich fast nur noch um seine Frau, die ihn und ihre Umwelt mit ihren Migräne-Attacken unter Kontrolle hält.

Paare kreuzen sich
Zwei Männer und zwei Frauen überbieten sich in dem verzweifelten Bemühen, den eigenen Ehepartner loszuwerden, ohne das Gesicht zu verlieren; keinen finanziellen Ausgleich bei der Trennung zahlen zu müssen und trotzdem bei ihren Mitmenschen gut dazustehen.

Paare, von Alison Lurie (Autor), Renate Orth-Guttmann (Übersetzer), Preis: EUR 9,90 |  Diogenes;  (20. Mai 2010)

 

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