♀ Buchtipp: Brezeltango von Elisabeth Kabatek, Chronistin der Stuttgarter Szene

Die Fortsetzung von „Laugenweckle zum Frühstück“ mit der Stuttgarter Chaotin Line. Wie geht es weiter mit ihr und Leon, Dante Dorle und der Sozpäd-Freundin Lila?

Es geht genau so vergnüglich weiter wie im ersten Buch.

Zur Erinnerung: Line verfügt über ein zusätzliches Gen – genauer gesagt, über ein Katastrophengen. Es bewirkt, dass alles noch so Kleine und Selbstverständliche in ihrer Gegenwart zum Problem wird (Dabei ist das gar nicht so selten, wenn man sich in seiner Umgebung einmal umschaut).

 

Lines Katastrophen (Auswahl)

Line wird beim Joggen von einem Hund verfolgt, der sie von oben bis unten abschlabbert. Die Hundehalterin wirft ihr vor, dass sie sich total falsch verhalten hat und dadurch selbst an ihrem ruinierten T-Shirt schuld ist. Sie hätte so tun müssen, als ob sie am Boden schnüffelt.
Für ihren angepeilten Job in einer Werbeagentur trainiert sie mit ihrer Nichte einen Zaubertrick, um mit „etwas ganz Besonderem“ zu überraschen, wie es in der Ausschreibung gewünscht wurde. Dann stellt sich aber heraus, dass mit „etwas ganz Besonderem“ ein Loblied auf die Brezel gemeint ist – für die Bäckerinnung.
Line schließt sich der „Guerilla Gardening Group Section Schwaben“ an. Sie knetet Samen in Lehmbollen, die sie mit den drei weiteren Mitgliedern und ihrer Nichte nachts aus dem Auto schmeißt. Beim Pflanzen des Hanfbäumchens kommt es allerdings zu Problemen, denn dafür muss der Asphalt mit einem Presslufthammer gelockert werden.
Dass Line bei ihrer ersten Kajakfahrt in Hamburg kentert, ist schon fast vorauszusehen. Dass sie dabei aber mitten im Kartoffelsalat ihrer Fast-Schwiegermutter landet, vergnügt selbst die steifen Hanseaten.

Dieses Buch scheint angelegt zu sein für eine Serie, denn es gibt noch viele, viele Baustellen

Entscheidet sich die schöne Schwester Katharina für ihren Stinkstiefel von Mann oder für den liebenswerten Amerikaner? Wie entwickelt sich Lilas Porsche fahrender Zahnarzt und Stuttgart-21-Gegner? Hält die Liebe zu Leon über die große Entfernung? Verliert der nette Polizist Simon irgendwann die Geduld? Bleibt es mit dem Künstler Tarak, der Line als Muse engagiert, weiterhin bei einer platonischen Beziehung?

Line Praetorius, Chronistin der Stuttgarter Szene

Elisabeth Kabatek wittert mit feinen Fühlern die Besonderheiten und aktuellen Trends der Stuttgarter – in diesem Buch auch der Hamburger – Szene. Dabei berücksichtigt sie sämtliche Gesellschaftsschichten, ethnische Gruppen und Altersstufen. Sie zieht alles durch den Kakao, was gerade trendy ist. Dabei kann ihr niemand Böse sein, denn sie beleidigt niemanden. Die einzige, die es immer wieder trifft, ist Line, und Line nimmt es sportlich. Siehe ->“Laugenweckle zum Frühstück” – Schwäbisches Katastrophen-Gen
Ich freue mich schon auf die nächsten Stuttgarter Eigenarten – Nebensächlichkeiten aus weiblicher Sicht.

Brezeltango | Roman von Elisabeth Kabatek | Silberburg Verlag

 

Stuttgart:

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