♫ Bayreuther Festspiele 2015: Tristan und Isolde – Dreiecksbeziehung

Mit einer Neuinszenierung der Oper Tristan und Isolde in einer Inszenierung von Katharina Wagner beginnen die Richard-Wagner-Festspiele.
Von der Wirkung seiner Musik auf die Psyche der Zuhörer war Richard Wagner fest überzeugt: „Nur eine mittelmäßige Aufführung kann mich retten. Die Leute würden bei der Musik verrückt werden“. O-Ton Richard Wagner über seine Oper Tristan und Isolde.
Mittelmäßig ist das Bayreuther Festspielorchester unter der Leitung von Christian Thielemann durchaus nicht, im Gegenteil! Sein intensives Dirigat verleiht dem Orchester einen glühenden Klang. Allem Anschein nach ist auch niemand verrückt geworden – zumindest nicht wegen dieser Neuinszenierung.

Oper als Dreiecksgeschichte um Tristan – Isolde – Marke

Insgesamt macht es Katharina Wagner dem Publikum leicht, sich voll auf die Musik zu konzentrierender und dabei der Handlung der Oper zu folgen, siehe ♫ Inhalt / Handlung: Tristan und Isolde von Richard Wagner
Sie erzählt die Verbindung von Tristan, Isolde und König Marke. Dafür wählt sie die Dreiecksform, die sich durch alle drei Akte zieht. Die Szenen wirken ruhig. Sie lassen der Musik breiten Raum, um sich zu entfalten. Dabei ist es keine statische Inszenierung, denn Bewegung ist genug da – bis hin zu den überall auftauchenden Isolden im dritten Akt.

Treppen verbinden und reißen ab

Ein Gestänge zieht sich über die ganze Bühne. Die Metallpfeiler werden mit Stegen und Treppen verbunden, auf denen sich Tristan und Isolde bewegen. Brangäne und Kurwenal versuchen, Tristan und Isolde voneinander fern zu halten. Mal kommen die beiden zusammen, mal saust eine Brücke hoch oder runter wie ein Fahrstuhl, geisterhaft klappen die Treppen nach unten und versperren den Weg. Etwas (zu) viel Unruhe kommt mit Brangäne hinein, die wie ein aufgescheuchtes Huhn durch den ersten Akt tippelt. Ihr weiter Glockenrock schwingt bei jedem ihrer kleinen Schritte vorwärts, rückwärts, seitwärts und wieder von vorn.
Stephen Gould gestaltet seine Rolle deutlich artikuliert. Es wird wohl wenige Sänger geben, die ihre Kräfte so einteilen können, um im dritten Akt über eine derartige Farbpalette zu verfügen. Das starke Flattern in Evelyn Herlitzius Stimme lässt auf eine Überbeanspruchung schließen. Brangänes Stimme hat von der Hektik ihrer Bewegungen nicht allzu viel abbekommen. Christa Mayer singt ihre Partie mit dunkel gefärbter, in sich ruhenden Stimme. Für Iain Paterson als Kurwenal hätte man sich eine bessere Textverständlichkeit gewünscht.

Verlies mit Suchscheinwerfern

Im zweiten Akt übernimmt Kurwenal den Part der zur Schau gestellten Bewegung. Statt im Garten treffen sich Tristan und Isolde im Verlies, das von König Markes Wächtern mit Scheinwerfern ausgeleuchtet wird (Bühnenbild Frank Philipp Schlößmann und Matthias Lippert). Für die Zuschauer ist es angenehm, denn sie können den Handlungsstrang am Licht (Reinhard Traub) erkennen. In diesem Verlies stehen auf dem Boden Reihen von metallenen Ringen, die Fahrradständern gleichen. An den Wänden lehnen sie hochkant. Über diese Ring-Leitern versucht Kurwenal vergeblich zu entkommen. Obwohl er ständig von Scheinwerfern beleuchtet wird, wirkten seine Fluchtversuche weniger störend als Brangänes unruhigem Getippel im ersten Akt.

Makabrer Liebestod

Ein beeindruckender dritter Akt. Langsam öffnet sich der Vorhang. Graue Nebelnacht, leere Bühne. Am äußersten Rand sind schließlich rote Grablichter zu erkennen. Dahinter sitzen Kurwenal, Melot, Steuermann und der Hirte, die auf einen leblosen Körper starren – Tristan. Statt zu sterben, rappelt sich Tristan noch einmal auf und beginnt, die ganze Geschichte mit Isolde aufzuarbeiten. In jedem Traumbild erscheint sie ihm aus dem Nebel irgendwo auf der dunklen Bühne. Sie steht in einer beleuchteten blauen dreieckigen Pyramide, genau in der Farbe ihres nachtblauen Kleides. Mal winkt sie ihm aus der Ferne zu. Mal geht er zu ihr, berührt sie sogar. Entweder Sie bricht zusammen wie ein Kleiderständer, nur noch den Mantel hinterlassend, oder sie nimmt ihren Kopf ab. Jede Isolde im Traumbild reagiert anders. Es ist spannend, die Handlung zu verfolgen.
Isoldes Liebestod nimmt makabre Züge an. Isolde richtet Tristan auf seinem Totenbett auf, setzt sich neben den zusammengesackten Körper, nimmt Abschied. Das wird König Marke eindeutig zu bunt. Er packt Isolde grob am Arm und zerrt sie hinaus.
König Marke (Georg Zeppenfeld, überzeugend in seiner Rolle, mit großer Textverständlichkeit) ist in dieser Inszenierung kein tattriger Greis, sondern ein schlecht gelaunter Despot im heiratsfähigen Alter. Isolde betrachtet er als sein Eigentum, an dem Tristan sich vergriffen hat. Deutlich zeigt sich sein Besitzanspruch in der Schlussszene.

 

Drei Parteien – drei Farben

An den Farben ihrer Kleidung (Thomas Kaiser) ist die Zugehörigkeit der Protagonisten leicht zu erkennen. Die vielleicht bei Tage leuchtenden Farben wirken silbrig wie vom Mondschein angestrahlt. Tristan und Isolde tragen Kleider in einem Graublau wie die Kriegsmarine. Kurwenal und Brangäne in Olivgrün mit einem erdigen Unterton. König Marke und sein Gefolge kleiden sich in Sonnenblumengelb, allerdings mit Graustich. In sämtlichen Szenen sind die Personen gut auseinander zu halten.
Katharina Wagner findet Bilder für die innere Handlung. Eine verständliche Inszenierung, die das Publikum begeistert aufnimmt.

 

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Bayreuther Festspiele: Tristan und Isolde

Besetzung 2015: Musikalische Leitung – Christian Thielemann, Regie – Katharina Wagner, Bühne – Frank Philipp Schlößmann und Matthias Lippert, Kostüm – Thomas Kaiser, Dramaturgie- Daniel Weber, Licht – Reinhard Traub, Chorleitung – Eberhard Friedrich

Tristan – Stephen Gould, Marke – Georg Zeppenfeld, Isolde – Evelyn Herlitzius, Kurwenal – Iain Paterson, Melot – Raimund Nolte, Brangäne – Christa Mayer, Ein Hirt – Tansel Akzeybek, Ein Steuermann – Kay Stiefermann, Junger Seemann – Tansel Akzeybek

 

Tristan und Isolde: