❢ Bibliothek Bayreuth – mit der Rolltreppe durch den Büchertempel

Wie jede Bibliothek hat auch eine meiner Lieblingsbibliotheken – die Bayreuther – ihre Besonderheiten. Bibliotheken verhalten sich ähnlich wie Bekannte. Mit einigen wird man schnell warm, andere halten uns auf Distanz.
Die Stadtbücherei in Bayreuth punktet schon mal durch ihre Architektur. Wo sonst gibt es eine Rolltreppe, die an den verschiedenen Sachgebieten vorbeiführt?

Vom Kaufhaus zur Bibliothek

Bevor die Bücherei in Bayreuth in einem ehemaligen Kaufhaus eingerichtet wurde, war sie lange beengt untergebracht. Für den Neuanfang sind die Bibliothekare herumgereist und haben sich die Rosinen aus attraktiven Bibliotheken-Highlights herausgepickt und umgesetzt.
Auf jeder Etage stehen gut sichtbare Servicepunkte, die entfernt an Kassenbereiche erinnern. Allerdings wird hier nicht abkassiert – im Gegenteil. Freundliche Bibliothekare helfen bei Fragen aller Art schnell und kompetent weiter. Wo früher Mode verkauft wurde, befindet sich jetzt ein Bücherausleih-Tempel als kultureller Mittelpunkt der Stadt.

Lernstudio mit Computern für alle Besucher der Bibliothek.

Hoch oben befindet sich das Lernstudio. Neben einem großen Gruppenraum gehören kleine Räume mit wenigen Rechnern dazu. Wenn Lernende ungestört sein oder Weltbürger rund um den Globus per Bildtelefon skypen möchten, freuen sie sich über diesen Hauch von Privatsphäre.
Und noch ein Service: Als Herzstück des Lernstudios steht die Diplompädagogin Bianka Hoffmann bereit. Während der Öffnungszeiten hilft sie, wenn etwas gar nicht klappen sollte. Eine Situation, die die meisten Internetanwender nur zu genau kennen. Als Schnittstelle zwischen VHS und Bücherei bietet sie Computerkurse an. Schön für ihre Schüler, denn die können an den gleichen Rechnern weiter üben, wann es in ihren Terminplan passt.
Schon mit einem Tagesausweis kann man die Computer nutzen. Viele Mitarbeiter der sommerlichen Festspiele besitzen einen Vierteljahresausweis. Pro Monat surfen sie eine Stunde umsonst. Das ist oft ausreichend, um ihre Mails abzurufen, einige Bankgeschäfte zu erledigen oder eine Fahrkarte auszudrucken. Das geht immer noch schneller, als sich im Bahnhof durch den Fahrkartenautomaten zu quälen, mit einer Schlange ungeduldiger Fahrgäste im Hintergrund.

Bianka Hoffmann informiert über einen weiteren Service des „RW21“ (Kurzform für die Adresse „Richard-Wagner-Straße 21“ und kürzer als „Stadtbibliothek mit Café Samocca“): „Das WLAN steht übrigens allen Besuchern kostenlos zur Verfügung, sogar denen, die keinen Ausweis oder Tagesticket besitzen 🙂 “

Als geeigneter Ort für das Surfen mit einer sicheren W-LAN-Verbindung bietet sich das Café an.

Im Sommer gibt es etwas ganz Besonderes, eben nur in dieser Bibliothek vorhandenes – die Dachterrasse hoch oben über den Dächern von Bayreuth. Vollkommen leise, ohne Autogeräusche, denn sie liegt zum Innenhof. Üppige Blumenkübel vermitteln ein Gefühl von Ferien. In Büchern schmökern oder mit Tischnachbarn über heiße Themen parlieren oder mit seinem eigenen Tablet surfen. Alles ist möglich in dieser ruhigen Oase mitten in der Stadt. Die freundlichen Bedienungen kommen an die Tische, nehmen die Bestellungen auf und bringen das Gewünschte. Nie vergessen sie ein freundliches: „Guten Appetit“ oder einen „Guten Weg“ zum Abschied – also keine Abfertigung mit Selbstbedienung oder gar Automaten.
Auf dieser Etage finden die Gäste eine umfangreiche Zeitschriftensammlung. Für Leser, die bei einer Tasse Tee, einem Süppchen oder Kaffee und Kuchen noch in die Tageszeitungen hineinschauen möchten – bei schlechtem Wetter auch drinnen.

 


Bücherei: