☛ Die Ritter. Leben auf der Burg – Mitmachausstellung im Landesmuseum Stuttgart

Kinderausstellung auf 1000 Quadratmetern

Kinder erfahren im Museum im Alten Schloss, wie Gleichaltrige im Mittelalter auf einer Burg leben, spielen, lernen, essen, reiten, jagen, kämpfen, schlafen.

Ausprobieren und mitmachen ist das Motto dieser Ausstellung.

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Ritter mit blanker Rüstung, Burgfräulein auf den Zinnen – wie gestaltete sich das Leben im Mittelalter auf einer Burg? Wie fühlt es sich an, in einem Kettenhemd herumzulaufen? Wo lebt der Burgdrache?

So wachsen Kinder auf einer Burg auf.

Bis zu ihrem 7. Lebensjahr leben Kinder zusammen. Sie spielen miteinander mit Puppen oder Tonfiguren, Murmeln – wie die heutigen Kinder im Kindergarten.
Mit dem Alter von sieben Jahren (bis 14 Jahre) beginnt für Kinder der „Ernst des Lebens“, vergleichbar mit unserem Schulanfang und Schulende. Sie bereiten sie sich auf ihr Erwachsenenleben vor.

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Aus Jungen werden Knappen, die auf dem Pferd in einem Turnier reiten. Sie trainieren reiten, fechten, Pferde pflegen, jagen. Alles in einer Männergesellschaft.
Die Mädchen wachsen in eine Frauengesellschaft hinein. Sie bereiten sich auf das Managen eines großen Betriebes vor. Ihre Aufgabe besteht darin, die Burgbewohner zu versorgen. Dafür lernen sie kochen, um als Burgfrauen die Mägde auszubilden.
Überhaupt spielt geistige Bildung für die Erziehung der Mädchen eine große Rolle. Das qualifiziert sie für die Verwaltung der Burg. Denn für die Wirtschaft ist die Frau zuständig, während der Mann auf der Jagd weilt – entweder nach Wild oder eine feindliche Übernahmen realisiert.

Jedes Burgmitglied hat seine Aufgaben.

Körperlich schwere Arbeit wie Bauhandwerk, Jagd, Kriegshandwerk für Männer. Geistige Arbeit wie Lesen, Schreiben, Rechnen, musizieren; Feinarbeit wie Handarbeiten, Kochen für Frauen. Auf den Punkt gebracht: Männer sind fürs Grobe zuständig, Frauen bilden den intellektuellen Teil der Partnerschaft. (Das stößt ein paar Jahrhunderte später den Männern auf, die zur Hexenjagd auf die „weisen Frauen“ aufrufen. Damit jagen sie den Frauen für Jahrhunderte Angst vor Bildung ein.)

„Kinder sind nicht unsere Besucher von morgen. Kinder sind unsere Besucher von heute.“

Museumsdirektorin Cornelia Ewigleben betrachtet die jungen Besucher auf Augenhöhe. In der Ausstellung stehen Museumsstücke wie die originalen Schwerter oder der mit Gold besetzte Reliquenschrein. Derartige Kostbarkeiten befinden sich hinter Glas.

Zur Ausstellung gehört ein Museumsshop. Um Qualität bemühte Mütter, Väter, Omas, Opas, Patentanten können aufatmen – alles außer Plastikrittern.

 

Kindermuseum: