Hawai’i im Lindenmuseum Stuttgart – Schrift mit hawaiischem Alphabet

Völkerkundemuseum in Stuttgart

Ausstellung: Hawai’i – Königliche Inseln im Pazifik

Lesen, schreiben, rechnen – das schauen die Hawaiier sich von den Missionaren ab, die ab 1820 auf ihre Inseln kommen. Sie nehmen sich das Beste heraus, was sie für ihre Zwecke gebrauchen können.

Hawaiier optimieren das Alphabet auf ihre Lautsprache.

Schnell erkennen sie, dass sie mit der Schrift ihre Sagen, Mythen, Fertigkeiten in einer anderen Form der Nachwelt weitergeben können. Bisher überlieferten sie alles entweder mündlich als Geschichte oder in musikalischer Liedform. Sie spielten ihre Legenden pantomimisch in Form von Tänzen ab.

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Um ihre Lautsprache in Schrift zu übersetzen, optimieren sie das Alphabet. Dafür benötigen sie lediglich die Hälfte der Buchstaben, also 13 von 26. Um zwei Buchstaben, deren Laute es nur auf hawaiisch gibt, erweitern sie das Alphabet. Eines ist der kleine Trennstrich, der den nachfolgenden Vokal mit einem kleinen Kiekser aussprechen lässt. Für ein Stakkato sorgt der waagerechte Strich über einem Vokal, der damit verdoppelt wird.
Diese Kulturtechnik kommt bei den Hawaiiern so gut an, dass Mitte des 19. Jahrhunderts prozentual mehr Hawaiier das Schreiben und Lesen beherrschen als Amerikaner. Mathematik-Lehrbücher für Kinder zeugen 1837 davon, dass es zu dieser Zeit schon Schulen gibt. Immerhin beträgt die Auflage 12.000 Bücher. Mit einem Englisch-Hawaiischen Wörterbuch lernen die Schüler die Fremdsprache.

Das Alte Testament in hawaiischer Sprache Hebera von1838

Die hawaiische Sprache scheint etwas umfangreicher und blumiger zu sein. Die Übersetzung des alten Testaments erzeugt weitaus mehr Seiten als in anderen Sprachen üblich.
Die Begeisterung für das neue Medium schlägt hohe Wellen. Bald existieren 70 Zeitungen – wie viele sind es in Deutschland? Einem Land, in dem die Schrift seit dem Mittelalter bekannt ist.

Flugs entsteht eine eigene hawaiische Literatur.

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Die letzte Königin Lilli’uokalanis beschreibt in ihrer Biografie, welche Umstände zum Sturz der Monarchie führten. Aus ihrer Sicht sieht die amerikanische Einverleibung der Inselgruppe Hawai’i von 1893 anders aus, als sie in amerikanischen Geschichtsbüchern dargestellt wird.
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Die Eindrücke von Hawai’i formten sich im Rahmen des Presserundgangs zur Ausstellung

Hawai’i – Königliche Inseln im Pazifik

Herzlichen Dank für die fachkundige Führung dem Kurator Dr. Ulrich Mentor, der sich immer wieder  bremsen musste. Gern hätte er mehr über die hawaiische Kultur und Lebensart erzählt.
… wenn, ja wenn er mehr Zeit zur Verfügung gehabt hätte.