♫ Buchtipp: Tiere und Töne mit bezaubernden Bildern von Michael Sowa

Georg Friedrich Händel verwendet in seinen Opern Vergleiche von bestimmten Menschentypen mit Tieren; Donna Leon forscht in mittelalterlichen Bestiarien danach; Michael Sowa zeichnet sie auf seine Weise und Il Complesso Barocco spielt 12 Arien, in denen diese Tiere vorkommen.
Turteltauben sind sich treu bis in den Tod. Eine Taube sitzt auf dem Sofa, den traurigen Blick gesenkt, Trauertuch über dem Kopf. Über ihr hängt an der Wand, in einem runden Biedermeierrahmen, das Portrait ihres Täuberichs – mit einem diagonalen schwarzen Trauerband. Blättert man weiter, steht unter der trauernden Turteltaube die entsprechende Stelle der Arie, die Händel in seiner Oper Floridante einsetzt – auf der linken Seite in Italienisch, auf der rechten Seite ins Deutsche übersetzt. Diese Arie erklingt auf der mitgelieferten CD. Gesungen wird sie von Karina Gauvin, gespielt von Il Complesso Barocco – ein Ensemble, das sich der Aufführung barocker Musik verschrieben hat – unter der Leitung von Alan Curtis.

Ein Gesamtkunstwerk im wahrsten Sinne des Wortes kurbelt die Sinne an.

Die Augen folgen den Bildern, auf denen es immer neue Details zu entdecken gibt. Michael Sowa hat das herausgekitzelt, was den Tieren als menschlichen Eigenschaften angedichtet wird, und zwar auf eine humorvolle Art. Alle Tiere sind in menschlicher Gestalt gemalt oder gehen aufrecht. Das macht sie sympathisch. Auf der Umschlagseite sitzt ein wohlgenährter Händel am Spinett und komponiert. Um ihn herum versammeln sich die Tiere, die er in seinen Arien einsetzt und mit menschlichen Eigenschaften vergleicht.

Michael Sowa malt diese Tiere mit Humor.

Zwei emsige Bienen liegen auf einer bunten Decke auf dem Rücken und schlafen. Im Hintergrund schaut der Vollmond durch die Wolken auf die Dorfkirche. Es ist nämlich Nacht, da dürfen die emsigen Bienen schlafen. Die Turteltaube ist die letzte in der Reihe der von Händel vertonten Tiere. Das Buch beginnt beim König der Tiere, dem Löwen, gefolgt von Schlange, Nachtigall, Biene, Taube, Tiger, Fröschen, Elefant, Nachtfalter, Hirsch und Phönix.
Einen anderen Blick auf die Musikgeschichte wirft Donna Leon, bisher bekannt für ihre Kommissar-Brunotti-Krimis. Sie hat sich in den Bestiarien, wie sie die Mönche im Mittelalter gemalt und geschrieben haben, umgesehen.

Tiere und Töne, eine gelungene Kombination sowohl für Augenmenschen als auch für Ohrenmenschen, für Händel-Liebhaber und solche, die es werden wollen.

 

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Löwe:
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