♫ La Boheme im Pfalztheater: Betonwand öffnet sich zum nachtblauen Meeresblick

Eine Neuinterpretation der Oper La Boheme von Giacomo Puccini bringt das Pfalztheater Kaiserslautern. Es ist immer wieder schön zu sehen, wie viel Kreativität mit jeder neuen Inszenierung freigesetzt wird. Selbst bei diesem oft gespielten Stück variieren Bühne (Thomas Dörfler), Kostüme (Heiko Mönnich) und Inszenierung (Thomas Wünsch).  Sie zaubern eine Stimmung fremdartigen Künstlerlebens.
Ein Industrie-Wendeltreppe – bevorzugter Aufgang und Abgang der Sänger – führt hinunter ins Untergeschoss einer großen Halle. Hier leben die vier Freunde.  Rodolfo (Pedro Velázquez Díaz) der Dichter, wirkt noch am bürgerlichsten in seinem Anzug, die Krawatte immer offen herunter hängend. Marcello (Gukhoe Song), der eifersüchtige Maler und Schaunard (Daniel Böhm), der immer gut gelaunte Musiker kommen eher als Bohemiens daher. Und der griesgrämige Philosoph Colline (Alexis Wagner) sieht in seiner schwarzen Kluft mit den Springerstiefeln aus, als gehöre er zu den Grufties, die den Platz direkt vor dem Theater bevölkern. Mimi (Adelheid Fink) kleidet sich straßenköterfarben unauffällig, während Musette (Arlette Meißner) in rotem Abendkleid und weißem Hosenanzug schillerndes Flair hineinbringt.

Betonmauern brechen auf und geben den Blick aufs Meer frei

In der Liebesszene von Rodolfo und Mimi teilt sich die Betonmauer und gibt den Blick aufs dunkelblaue Meer frei – am Horizont ein nachtblauer Himmel. Beide gehen Hand in Hand ins immer heller werdende Blaue, während sie sich klar mit ihren dunklen Silhouetten vor der beginnenden Tageshelle abgrenzen.
In Mimis Sterbeszene beherrscht die Bühne ein riesiges Loch in der Wand. Die Steine liegen dazwischen auf einem Haufen, darauf thront der Mond als Riesenkugel. Im Laufe von Mimis Krankheit öffnen sich die Mauern und lassen den Blick frei auf das dunkelblaue Meer mit einem nachtblauen Horizont, der immer dunkler wird.
Adelheit Fink als Mimi agiert sowohl mit Stimme als auch Darstellung stark überzeichnet.
während Pedro Velázquez Díaz (Rodolfo), Arlette Meißner (Musetta), Gukhoe Song (Marcello),
Daniel Böhm (Schaunard) und Alexis Wagner (Colline) sich stimmlich eher zurückhalten, darstellerisch aber gut in Form sind.
Das gut aufgelegte Pfalzorchester spielt unter dem Dirigat von Till Hass.

Inhalt/Handlung: La Boheme – Oper von Giacomo Puccini
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La Boheme im Pfalztheater: Betonwand öffnet sich zum nachtblauen Meeresblick

 

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Till Hass (Musikalische Leitung)
Thomas Wünsch (Inszenierung)
Thomas Dörfler (Bühne)
Heiko Mönnich (Kostüme)
Ulrich Nolte (Choreinstudierung)

Besetzung am 19. März 2011
Adelheid Fink (Mimi)
Pedro Velázquez Díaz (Rodolfo)
Arlette Meißner (Musetta)
Gukhoe Song (Marcello)
Daniel Böhm (Schaunard)
Alexis Wagner (Colline)
Shin Nishino (Parpignol)
Frank Gersthofer (Benoît/Alcindor)
Hubertus Bohrer (Sergeant)

 

 

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