♫ Inhalt / Handlung: Parsifal – Oper von Richard Wagner

Rittersage aus dem Mittelalter

Für das Verständnis dieser Opernhandlung ist die Vorgeschichte um den späteren Ritter Parsifal wichtig. Sie ist fast so lang wie die Oper und beginnt mit der Gründung des Ordens.

Engel übergaben den beiden Rittern Titurel und Gurnemanz den Kelch mit dem Blut Christi – den heiligen Gral – und den Speer, mit dem Christus die Wunde geschlagen wurde. Beide gründeten mit diesen Reliquien einen neuen Ritterorden, in dem Titurel als König inthronisiert wurde. Der heilige Gral gibt denen Kraft, die ihn während der Zeremonie anschauen. Der Speer macht sie unbesiegbar. Ihre Aufgabe bestand – neben der Sicherung der Reliquien – darin, das Unrecht in der Welt zu bekämpfen. Das ging ja noch. Schwieriger war in der Praxis das damit verbundene Keuschheitsgelübde. Obwohl die Hürde sehr hoch war, traten in diesen Orden bald viele Ritter ein.


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Auch Klingsor bewarb sich bei den prestigeträchtigen Gralsrittern, wurde aber wegen seines Lotterlebens abgewiesen. Der Wunsch nach der Zugehörigkeit war größer als seine Natur – kurzerhand entmannte er sich. So jemanden (mit ohne!) wollte Titurel erst recht nicht in seinem Orden haben.
Für diese doppelte Schmach rächte Klingsor sich nachhaltig. Er schuf sich eine Burg mit verführerischen Mädchen, deren einzige Aufgabe es war, vorbeikommende Ritter ihr Keuschheitsgebot vergessen zu lassen. Nach kurzer Zeit war der Gralsritterorden ausgedünnt. Inzwischen hatte Amfortas die Gralskrone von seinem greisen Vater übernommen. Für den Fortbestand des Ordens zog er mit der Wunderwaffe – dem unbesiegbaren Speer – los, um Klingsor zu besiegen. Daraufhin setzte Klingsor seine Gegenwunderwaffe ein: Kundry. Sie hat einst Jesus am Kreuz verlacht und muss dafür ewig büßen. Sobald Klingsor sie weckt, hat sie wieder einen Ritter zu verführen. Somit verlor Amfortas seine Keuschheit und seine unbesiegbare heilige Waffe, bekam dafür von Klingsor mit dem Speer eine unheilbare Wunde verpasst.


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Erster Aufzug – Amfortas im Bade; Parsifal, der„Reine Tor“


Gurnemanz und Kundry erwarten Amfortas, der von Knappen zum See getragen wird. Ein Bad lindert seine Schmerzen. Kundry tut es leid, dass sie Amfortas zwangsweise verführen musste. Von ihren Wanderungen durch Zeit und Raum bringt sie Wunderkräuter mit, die aber bei Amfortas nur für kurze Zeit wirken. Laut eine Prophezeiung hilft ihm nur das Mitleid von einem „Reinen Tor“. Damit meinte Wagner einen jungen Mann, der voll im Saft steht, aber damit nichts anzufangen weiß. Außerdem sollte sein geistiger Horizont überschaubar sein. Die klassischen Sagen, in die er hineinstolpert, kennt er nicht.

Um die Knappen von Kundry abzulenken, erzählt ihnen Gurnemanz noch einmal die Geschichte des Gralsordens. Kaum ist er damit fertig, stürzt ein toter Schwan vom Himmel. Der Todesschütze, der sich dorthin verirrt hat, weiß weder seinen Namen noch seine Herkunft. Kundry allerdings kennt beides – Parsifal ist der elternlose Sohn eines Ritters. Gurnemanz meint in ihm den angekündigten reinen Toren zu erkennen. Nach der Zeremonie, in der der heilige Gral enthüllt wird, erwartet er von Parsifal einen Ausdruck des Erkennens, den dieser aufgrund mangelnder Lebenserfahrung nicht erbringen kann. In seiner Enttäuschung verjagt ihn Gurnemanz aus dem Gralsgebiet.

Dauer des 1. Aktes: 1 Stunde und 45 Minuten

 

Zweiter Aufzug – Klingsors Zaubergarten; Blumenmädchen; Klingsors Desaster

Klingsor wartet wie eine Spinne im Netz auf das nächste Opfer. Lange schon sieht er Parsifal herannahen und trifft seine Vorbereitungen. Er weckt Kundry aus ihrem todesähnlichen Schlaf, damit sie Parsifal umgarnt und seinem Reich einverleibt. Parsifal ist ihm sehr wichtig. Deshalb lässt Klingsor seinen Zaubergarten wiederbeleben mit bezaubernden Blumenmädchen darin, die Parsifal umgarnen. (Tanz und Gesang der Blumenmädchen gehören zu den Höhepunkten dieses Aktes).


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So ganz fruchtet es nicht bei Parsifal, denn dazu ist er wohl noch zu naiv. Jetzt startet Klingsors Wunderwaffe, die bis jetzt alle rumgekriegt hat – die betörend schöne Kundry. Sie spricht Parsifal mit seinem Namen an und erzählt ihm die Geschichte seiner Herkunft. Parsifal wurde als Sohn eines verstorbenen Ritters von seiner Mutter im Verborgenen aufgezogen, damit er am Leben bleibt. Parsifal lief weg, und die Mutter starb. Nach dieser Aufklärung gibt Kundry ihm einen Kuss, der bei Parsifal die entgegengesetzte Reaktion auslöst, als die erwartete. Ihm wird plötzlich die Gralsenthüllung bewusst. Er erkennt die Zusammenhänge und rekapituliert – wie zu sich selbst – die Leiden des Amfortas. Plötzlich erkennt er, dass er als Retter des Ritterordens ausersehen ist.
Kundry macht ihm klar, dass sie auch zu den Opfern gehört und einen Anspruch auf Rettung hat.
Parsifal erledigt eins nach dem anderen und stellt Kundry erst einmal zurück. Das veranlasst Kundry zu einem derartigen Lach- und Schreikrampf, dass Klingsor herbeigelockt wird. Er erkennt sofort die für ihn brenzlige Lage und schleudert den heiligen Speer, der über Parsifals Kopf stehen bleibt. Geistesgegenwärtig packt Parsifal den Speer, schlägt damit ein Kreuz und löst damit den Zauber. Klingsors Reich verschwindet – je nach Regisseur, Fantasie und Etat – angefangen von Nebel, Explosion der Kulissen bis hin zum Versenken.
»Du weißt, wo du mich wiederfinden kannst«, ruft er Kundry zu, bevor er sich zur Gralsburg aufmacht.

Dauer des 2. Aktes: 1 Stunde und 10 Minuten

Dritter Aufzug – Karfreitagszauber und Pasifals Inthronisierung

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Am Karfreitagsmorgen trifft Parsifal im Gralsgebiet auf Kundry und Gurnemanz, der ihm die ganze Katastrophe um den Ritterorden erzählt. Titurel ist gerade vor Schwäche gestorben, denn Amfortas geht es so schlecht, dass er den lebensspendenden Gral nicht mehr enthüllt. Parsifal gibt sich die Schuld an dem Desaster. Gurnemanz und Kundry trösten ihn. Sie waschen ihm die Füße und erheben ihn zum König. Als Parsifal Kundry tauft, erleben alle Drei eine erlösende Stimmung, die Richard Wagner unter dem Namen „Karfreitagszauber“ mit Musik zum Ausdruck bringt.

Amfortas wollte zwar noch einmal den Heiligen Gral enthüllen, fühlt sich dazu aber zu schwach. Da ergreift Parsifal die Initiative, heilt Amfortas mit dem eroberten Speer und inthronisiert sich als neuer Gralskönig. Kundry stirbt.

Dauer des 3. Aktes: 1 Stunde und 15 Minuten


Parsifal, Oper mit Musik und Libretto von Richard Wagner

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Die Handlung geht zurück auf das Versepos Wolframs von Eschenbach. Wagner nannte es sein Bühnenweihfestspiel. Die Uraufführung fand am 26. Juli 1882 im Festspielhaus in Bayreuth statt. Nach Wagners Willen sollte es auch fortan ausschließlich im Bayreuther Festspielhaus aufgeführt werden. Die reine Spieldauer der Oper beträgt über vier Stunden. In Bayreuth wird zwischen den einzelnen Akten jeweils eine Stunde Pause eingelegt. Die Oper beginnt um 16 Uhr und endet um 22:10 Uhr.

Personen:
Amfortas, Gralskönig (Bariton)
Titurel, Amfortas’ Vater (Bass)
Gurnemanz, Gralsritter (Bass)
Parsifal (Tenor)
Klingsor (Bass)
Kundry (Sopran oder Mezzosopran)
Zwei Gralsritter (Tenor und Bass)
Vier Knappen (Sopran und Tenor)
Klingsors Zaubermädchen (6 Einzelsängerinnen, Sopran und Alt)
Stimme aus der Höhe (Alt)
Chor

Parsifal:

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