✍ Buchtipp: Die Europäer – wie die Amerikaner sie sehen

Vor über hundert Jahren schrieb Henry James dieses Frühwerk. Es behandelt den Sympathie-Wechsel von vier Frauen und vier Männern im heiratsfähigen und heiratswilligen Alter.

Felix und seine Schwester Eugenia besuchen ihre Verwandtschaft in Amerika.

cover.europaeerDer Halbbruder ihrer verstorbenen Mutter lebt mit seinen drei erwachsenen Kindern nahe Boston auf dem Lande. Ihre Mutter brannte mit einem Mann nach Europa durch, was ja um 1850 wohl etwas besonderes war. Seitdem wurde in der Familie nicht mehr von ihr gesprochen.
Deren Kinder, Eugenia und Felix, kommen nach 30 Jahren erstmals zu Besuch, weil sie sich Unterstützung in jeder Hinsicht erwarten, besonders in finanzieller. Eugenia hat einen Baron geheiratet, der sich auf Druck seiner Familie von ihr scheiden lassen will. Sie ist auf der Suche nach einem neuen Versorger. In ihre engere Wahl kommt Acton, der täglich die Familie ihres Onkels besucht. Angezogen fühlt er sich von Eugenias Weltläufigkeit, die er hier in seinem Umkreis bei keiner Frau findet.
Acton hat eine unangepasste Schwester, mit der Baronin Eugenia nicht warm wird. Dafür aber umso mehr Clifford, der Sohn des Onkels – ein Alkoholiker, der gerade von der Hochschule verwiesen wurde. Deshalb wird Eugenia auf ihn angesetzt, um ihn zurück auf den Pfad der Tugend zu bringen, was wiederum zu Konflikten führt.
Eugenias Bruder Felix hat keinen Beruf gelernt, malt und zeichnet aber sehr gut und gern. Er nennt sich Amateur, was die amerikanische Verwandtschaft mit Börsenspekulant übersetzt – darunter können sie sich etwas vorstellen. Die beiden Töchter des Onkels sind gegensätzlich entwickelt. Während Charlotte genau die Moralvorstellungen ihrer puritanischen Familie verinnerlicht hat, träumt Gertrude davon, einmal nach Europa zu reisen. Diese Flausen sollen ihr von dem jungen Geistlichen, Mr. Brand, ausgetrieben werden. Außerdem hoffen Vater und Schwester, dass Gertrude und Mr. Brand bald heiraten, damit sie zu den Wertvorstellungen der Familie passt.
Vier Frauen und vier Männer – im Laufe des Buches wechseln die Sympathien, bis sich zum Schluss drei Paare bilden.

Das ist im Prinzip der ganze Inhalt, erreicht über ellenlange Dialoge, verteilt auf 226 Seiten. Gesprochen wird viel, der Kerninhalt ist dürftig, wenn man die Höflichkeitsfloskeln abzieht. Immer passt einer den anderen ab und verwickelt ihn oder sie in ein Gespräch. Die Handlung versteckt sich hinter Floskeln.
Der 1878 veröffentlichte Roman gehört zu Henry James‘ Frühwerken. Gekürzt könnte dieser Roman in ein schmales Bändchen passen. Vielleicht wäre er dann kurzweiliger.

Ein schöner Schutzumschlag, der zum In-die-Hand-nehmen verführt. Eine Gesellschaft von Damen und Herren setzt sich in Positur, abgebildet in der Anfangszeit der Photographie. Nach Aussehen und Kleidung scheinen es gut situierte Amerikaner auf einer Hausveranda zu sein. Im Hintergrund der parkartige Garten. Wie immer im Manesse-Verlag sticht die sorgfältige Aufmachung aus der Masse heraus.

Gleich bestellen:

Die Europäer:  Roman von Henry James, Andrea Ott (Übersetzer), erschienen im Manesse Verlag (21. September 2015), ISBN-10: 3717523880

 

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