♥ Trickfilm: „Ethel and Ernest“ – 1/2 Jahrhundert Zeitgeschichte

Von Charleston bis zur Mondlandung

Berührend wirkt die Geschichte von Ethel und Ernest. Eine Liebeserklärung des britischen Autors und Illustrators Raymond Briggs an seine Eltern, deren Leben er in einem Buch veröffentlichte.

Sie lernen sich kennen, als noch Charleston getanzt wird.

Ethel ist Zimmermädchen bei einer alten, adligen Dame, die ihr Personal auf Trab hält. Ethel schüttelt ein Staubtuch aus dem Fenster aus, just als Ernest unten mit seinem Fahrrad entlang fährt. Freudig winkt er zurück. Daraufhin stellt Ethel sich immer zur gleichen Zeit – mit dem Staubtuch bewaffnet – ans Fenster. Mal staubt sie ihm zu, mal wird sie von der Dame gerufen. Dann sind sowohl Ethel als auch der unten vorbei fahrende Ernest enttäuscht.
Mit einem Blumenstrauß im Arm steht Ernie eines Tages im Sonntagsanzug vor der Dienstbotentür und lädt Ethel ins Kino ein. So beginnt ihr gemeinsames Leben voller gegenseitiger Liebe, kleinen und großen Freuden, die in den weltbewegenden Ereignissen eines halben Jahrhunderts passieren.

Technische Errungenschaften des 20. Jahrhunderts

Sie kaufen ein Haus mit Vorgarten in einer Londoner Straße und freuen sich über den Komfort. Elektrisches Licht und fließend Wasser, sogar mit Badewanne und Clospülung. Später kommt ein Gasherd dazu. Nach und nach kaufen sie Möbel, die der praktisch veranlagte Ernest für ihre Zwecke optimiert.
Gemeinsam erleben sie technische Erneuerungen wie den Fernseher, der nicht nur den Ton, sondern obendrein Bilder ins Haus liefert. Auf den ersten Anruf warten sie gemeinsam vor dem Telefon, dessen Klingeln Ethel vor Schreck aufspringen lässt. Ernie überrascht Ethel mit einem eigenen Auto, mit dem sie sofort ins Grüne fahren, während der Sohn mit seiner Vespa Startschwierigkeiten hat.

Liebevolle Eltern

Sehr spät bekommen sie ein Kind, das allerdings ohne Geschwister aufwachsen muss. Noch eine Geburt würde Ethel nicht überstehen. Beide Eltern kümmern sich liebevoll um ihren Sohn, der gern tanzt und singt, genau wie sein Vater. Ernest ist stets gut gelaunt. Er fährt Milch aus, bringt die vollen Milchflaschen vor die Haustür und nimmt die leeren wieder mit – immer in Tanzschritten mit einem Lied auf den Lippen.
Der Sohn wächst, kommt in die Schule, geht aufs College, hat die erste Freundin, sieht nach einem Hippie aus. Wie viel eigenen Weg er gegangen ist, zeigt sich, als er ihnen seine Braut vorstellt. Als sich das junge Paar ein Haus auf dem Lande kaufen will, ist die Mutter entsetzt – typischer Eltern-Kind-Konflikt der siebziger Jahre.

Zweiter Weltkrieg mit Entbehrungen und Schrecken.

Ernest muss als Feuerwehrmann nicht an die Front, wie viele seiner Nachbarn. Scheiben zerbersten, Trümmer liegen herum. Ihr Gartenzaun wird abgebrochen, um das Metall zu Munition einzuschmelzen. Sie schicken ihren Sohn aufs Land, weil es in der Stadt zu gefährlich erscheint. Nach Kriegsende feiert die ganze Straße mit einer langen Tafel. Ein Nachbar hat sein Klavier heraus gebracht. Ernest singt und tanzt. Alle sind vergnügt – bis auf einen. Er verlor seinen Sohn im Krieg.

Ernest und Ethel bleiben als zusammengeschweißtes Paar beieinander.

Liebenswürdig, sich gegenseitig tröstend, lebenspraktisch auf alles reagierend. Ethel wird krank und mit der Zeit dement. Sie erkennt Ernest kurz vor ihrem Tod nicht mehr. Ernest stirbt kurz nach ihr an einem Herzinfarkt.
So entlässt dieser handgezeichnete Animationsfilm die Zuschauer mit feuchten Augen.

Trickfilm: Ethel and Ernest
Regie: Roger Mainwood / Großbritannien, Luxemburg / 06/2016 / 01:34:00 min. / Produktion: Lupus Films / Weltvertrieb: NBCUniversal

 

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