♀ Neu im Mendelssohn-Haus: Fanny Hensel, die Musikmanagerin

Denkmal für eine Powerfrau

Leben und Werk der Fanny Hensel: Sie leitet einen Musik-Salon als Managerin, Dirigentin, Pianistin, Komponistin. Zu den „Konzerten im Gartenhaus“ kommen die künstlerischen und geistigen Größen ihrer Zeit.

200 qm neu geschaffene Ausstellungsfläche widmet das Mendelssohn-Haus in Leipzig dieser Powerfrau.

Fanny Hensel, die Salonière.

Ein „Salon“ bedeutet in einer Zeit, in der sich das kulturelle Leben im Haus abspielt, eine Stätte der Hochkultur. Je nach Interesse der Gastgeberin mit Malerei, Literatur, Theater oder eben Musik. Heute ist ein Salon einem privaten Konzertbetrieb mit geladenen Gästen vergleichbar.

Berühmte Besucher der „Konzerte im Gartenhaus“

Fanny führt einen Musik-Salon, in den sie die Spitze der Gesellschaft ihrer Zeit einlädt, sich die neuste Musik anzuhören. Es kommen Komponisten und musikalische Stars wie Clara Schumann, Vertreter der geistigen Elite wie Humboldt, Gebrüder Grimm, Goethe. Der Adel, selbst Prinzessinnen fahren vor, fühlen sich im Salon wohl und sponsern die Konzerte im Gartenhaus mit ihrer bloßen Anwesenheit.

Fanny als Managerin, Dirigentin, Pianistin, Komponistin, Gastgeberin.

Ein Konzert im Salon wirkt als gesellschaftliches Ereignis. Fanny organisiert die Gartenhaus-Konzerte. Nicht nur. Die berühmtesten Virtuosen ihrer Zeit spielen Werke von Bach bis Beethoven.

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Fanny komponiert einen Zyklus für Klavier, der in 12 Teilen jeweils die Stimmung eines bestimmten Monats ausdrückt, sozusagen ein Jahreszeitenzyklus. Ihr Ehemann Wilhelm Hensel malt dafür die Vignetten.
Fanny spielt selbst am Klavier die Stücke ihres Bruders Felix, ihre eigenen Kompositionen, die neue Musik ihrer Zeit. Sie gründet einen Chor, den sie als Dirigentin leitet. Mit ihm übt sie auch ihre eigenen Lieder ein. Während einer Chorprobe zu den Sonntags-Musiken werden ihre Hände taub, sie verliert die Sprachfähigkeit, wird bewusstlos. Trotz sofortiger ärztlicher Hilfe stirbt sie am selben Abend.

Fanny Hensel Mendelssohns Nachlass.

Ihr Bruder Felix – der sich vorher sträubte, weitere Werke mit herauszugeben – bringt nach ihrem Tode einige von Fannys Kompositionen heraus. Fannys Tod trifft ihn zutiefst. Depressionen und eine Schaffenskrise sind die Folge. Dann komponiert Felix noch ein gewichtiges Kammermusikwerk – das Streichquartett in f-moll opus 80. In seiner Düsternis ist dieses Quartett durchaus als Requiem für Fanny zu verstehen. Doch auch er stirbt ein halbes Jahr später.
Ihren Ehemann Wilhelm Hensel ist es zu verdanken, dass viele Kompositionen der Nachwelt erhalten geblieben sind.
Fanny Hensel Mendelssohn hinterlässt ein umfangreiches Werk. Überwiegend besteht es aus Liedern mit Klavierbegleitung, Klavierstücken, einige Kammermusikwerke. Musikstücke mit Orchester hat sie kaum komponiert. Wahrscheinlich aus dem einfachen Grund, da sie kaum Möglichkeiten hatte, Aufführungen mit Orchester zu organisieren.
Die Bedeutung Fanny Hensels wird erst wieder in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts entdeckt, als MusikhistorikerInnen nach Komponistinnen forschten. Seitdem werden ihre Werke nach und nach gedruckt.

 

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Das Mendelssohn-Haus in Leipzig setzt dieser herausragenden Künstlerin ein begehbares Denkmal – facettenreich mit unterhaltsamen Mitmach-Stationen.

 


Weitere Beiträge: Mendelssohn-Haus in Leipzig

Die Eindrücke von dem hochmusikalischen Geschwisterpaar Fanny Mendelssohn Hensel und Felix Mendelssohn Bartholdy formten sich im Rahmen der Pressereise zum Mendelssohn-Haus in Leipzig.  Ein neu eröffneter Museumsteil beschäftigt sich mit der Komponistin und Pianistin Fanny Hensel.

Ein Museum zu Ehren Mendelssohns

Herzlichen Dank für die fachkundigen Informationen des Direktors Jürgen Ernst und der Kuratorinnen Cornelia Thierbach, Juliane Baumgart-Streibert


 

 

Mendelssohn-Haus in Leipzig: