Die Kiste (The Box) von Kyra Buschor – mein persönlicher Lieblingsfilm!
Drei Frösche, allesamt Aristokraten, treffen sich in einem hanseatischen Kontor um den runden Mahagonitisch. Sorgfältig gekleidet in feinste Anzüge. Daraus schaut ein überdimensionaler Froschkopf ohne Hals, dafür aber mit lebendigen Minenspiel. Das Maul reicht fast um den ganzen Kopf. Die großen Glupschaugen, das lebendige Spiel der Augenbrauen, die Stellung des Kopfes zeigt von Hochmut bis Zweifel alle möglichen Gemütsbewegungen an. Den steifen Hemdkragen hält kein Schlips – nein, eine Fliege!
In der Mitte steht eine Kiste.
Diese drei Aristokraten, die natürlich laut eigener Aussage weitaus klüger und verdienstvoller als die übrige Welt um sie herum, bewahren eine Kiste, die nicht geöffnet werden darf. Ein Frosch kann es nicht aushalten und argumentiert mit seiner Klugheit. Es könnte je sein, dass die Nachwelt nichts mehr davon hat, wenn besagte Kiste in falsche Hände gerät. Einer rät davon ab, denn der Inhalt könnte sich als etwas herausstellen, was Unglück bringt.
Die Abstimmung der drei ist köstlich, ebenso der Blick in die geöffnete Kiste – und erst die Blicke, als die Kiste wieder geschlossen wird.

Ebenfalls in 3-D-Format, aber nicht so realistisch wie die Frösche, die stark an menschliche Wesen erinnern, sind die Figuren dieses Films. Sie sind aus Kugeln, Röhren, Pyramiden und anderen geometrischen Körpern zusammengesetzt und organisch miteinander verbunden. Sie leben ebenfalls durch Mimik und Gestik.
Die Prinzessin malt ein Bild, das von allen Untergebenen bewundert wird. Sie kennt das schon und läuft ihre Parade ab, vorbei an „hervorragend“, „punktgenau“, „allerliebst“. Lediglich ein blinder Gärtner fragt zurück: „Gefällt es dir?“ Fürchterlich erbost über derartige Kritik lässt sie ihn einsperren. Nach einigem Überlegen überdenkt sie ihr Werk. Mit einem lebendigen Modell, einer Kuh, malt sie das Bild noch einmal. Mit der Kuh freundet sie sich an und sie haben viel Spaß zusammen.
Ein reizender Kinderfilm.
Preferably Blue von Alan Dickson – Neuseeland 2010 – erzählt die Geschichte der Konkurrenzsituation von Osterhase und Weihnachtsmann.
Der Osterhase fühlt sich von aller Welt gegenüber dem geliebten Weihnachtsmann benachteiligt – denn alle lieben nur den Weihnachtsmann. Das geht so weit, dass er dem Alkohol verfällt und sich damit noch unbeliebter macht. Aber ausgerechnet der Weihnachtsmann heilt ihn von seiner Sucht. In dieser 3D-Computeranimation sind die Charaktere wunderbar getroffen. Der Weihnachtsmann besticht als kugelrunder Strahlemann, während der Osterhase eher asketisch daherkommt – aber mit einem großen Maul. Wer hat schon einmal einen Osterhasen mit wehenden Löffeln durch den Gang torkeln sehen?

Der Jäger begibt sich ins Bett, umgeben von lauter geschossenen Trophäen an den Wänden. Die Köpfe zeigen zum Teil noch die Werkzeuge, mit denen sie erlegt wurden. Dem Eber ragt das Beil noch aus dem Hinterkopf, aber mit seinen Hauern und seinem Minenspiel sieht er ganz lebendig aus. Bei anderen tropft das Blut am Hals hinunter. Alle Tiere verfügen über eine derart ausdrucksstarke Mimik und Gestik. Alle sind sauer und wollen gemeinsam Rache nehmen, was aber schwerer getan ist als gedacht. Der Elefant übernimmt die Aufgabe, mit seinem Rüssel das Gewehr vom Haken zu holen. Da er seinen Kopf nur bedingt bewegen kann – der steckt in einer Holzscheibe an der Wand – müssen ihm die anderen Tiere mit „rechts“, „links“, „oben“, „unten“ den Weg zeigen. Je nach Position der einzelnen Tierköpfe können es aber durchaus andere Richtungen sein. Auch bei anderen klappt das Zielen nicht mehr so ganz. Abdrücken ist die Aufgabe des Frosches. Dazu muss er einfach mit seiner Zunge als Lasso den Abzugshahn umgreifen. Das liegt nicht ganz in seinem Zungenradius. Eher umschlingt er Auge und Ohr seiner Mittrophäen. Da bleibt kein Auge trocken – zumindest bei den Zuschauern – und die Lachmuskeln werden auch strapaziert.
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