♂ Inhalt / Handlung: Der Blaue Boll von Ernst Barlach

Selten gespieltes Theaterstück

Ein Drama über das Leben des Mecklenburger Gutsbesitzers Boll.   Die Zeit reicht vom Morgen bis zum nächsten Morgen, 24 Stunden, in denen sich dramatische Dinge ereignen.

Gutsbesitzer Boll und seine Frau Martha kommen in die Stadt, um sich mit Verwandten zu treffen und Besorgungen zu machen. Boll trägt seinen Beinamen „blau“ wegen seiner Neigung zum Schlagfluss, der ihm das Blut in den Kopf schießen lässt und ihn blau färbt. Er isst und trinkt übermäßig – besonders Letzteres. Auch dafür steht der Beiname.
Martha, Bolls Frau, erledigt Einkäufe, während Boll auf dem Markt wartet. Hier rennt ihm die, von ihrem Mann verfolgte, Grete über den Weg.  Sie fragt ihn, wo sie sich verstecken kann. Boll zeigt ihr den Weg zum Kirchturm, während der Schweinehirt Grüntal weiter nach seiner Frau sucht. Sie hat wieder eine ihrer Wahnvorstellungen, in der sie ihre drei Kinder umbringen möchte. Boll führt Grüntal auf die falsche Fährte und begibt sich auf den Turm.
In Grete erkennt er eine verwandte Seele, denn er kämpft ebenfalls mit Halluzinationen. Er sieht sich als zweite Person; weiß nicht, ob er derjenige ist, für den ihn alle halten. Noch sucht er ein leichtes erotisches Abenteuer, aber Grete verfolgt stur ihren Plan. Wenn er ihr Gift besorgt, das ihre Kinder schnell und schmerzlos umbringt, wird sie ihn „liebhaben“ – eher nicht. Sie verabreden sich für den Abend an einer bestimmten Stelle.
Inzwischen warten der Bürgermeister, Schweinehirt und Martha auf Boll. Boll redet solch wirres Zeug, dass sogar Martha an seinem Verstand zweifelt.
In der Dämmerung trifft Boll auf Grete, die das Gift von ihm fordert. Als Boll merkt, dass er seinen „Lohn“ nicht so ohne Weiteres bekommt, lädt er sie in der Spelunke zur „Teufelsküche“ ab. Der Wirt „Elias, der Teufel“ verspricht, sich um sie zu kümmern. Auch er meint, leichtes Spiel mit der geistig labilen Frau zu haben, doch hier hat er sich getäuscht. Grete lässt ihr Ziel, ihre Kinder zu vergiften, nicht aus den Augen. Elias bringt ihr Essen und eine Flasche Schnaps, muss sich aber noch um seine Gäste kümmern.
In der Zwischenzeit sitzen Bolls Vetter Otto und seine Frau Martha in der „Goldenen Kugel“, betrinken sich und reden wirres Zeug. Boll gabelt unterwegs einen Mann auf, den er für den Herrgott hält, und lädt ihn in die „Goldene Kugel“ ein. Es entspinnen Dialoge, wie sie nur Betrunkene von sich geben und verstehen. Martha scheint noch die Nüchternste zu sein und bestimmt, dass sie nach Hause fahren sollen. Da rutscht Boll der folgenschwere Satz heraus: „Grete, ich lass dich nicht allein“
Sofort schrillen bei Martha die Alarmglocken – Grete!
Inzwischen durchlebt Grete im Wirtshaus zur Teufelsküche eine ihrer Wahnvorstellungen. Sie hört Stimmen und sieht, wie ihre drei Kinder in die Hölle geführt und verbrannt werden. Als sie immer heftiger schreit, stürzen Elias und seine Frau Doris herein. Doris hat Erfahrung mit geistig Weggetretenen. Sie lässt Grete die Flasche (Gift) leer trinken, wiegt sie wie ein Kind und redet beruhigend auf sie ein, bis sie eingeschlafen ist.
Am nächsten Morgen findet Boll Grete in der Kirche. Ihr Schub ist vorüber. Es plagen sie lediglich Kopfschmerzen vom Schnaps. Boll lässt sie nach einer Aussprache mit seinem Kutscher nach Parum fahren – ihrem Heimatort.
Ohne Gift!

 

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Der Blaue Boll, Drama von Ernst Barlach, wurde 1926 in Stuttgart uraufgeführt, aber nach drei Vorstellungen wieder abgesetzt. Später hatte „Der Blaue Boll“ großen Erfolg in Berlin, mit Heinrich George in der Hauptrolle. Das Werk enthält zahlreiche Bilder und Orte aus Barlachs Heimat Mecklenburg. Ein Teil der Handlung spielt im Güstrower Dom.

Personen:
Kurt Boll – wohlhabender Gutsbesitzer
Martha Boll – seine Frau
Otto Prunkhorst – Gutsbesitzer und Vetter von Boll
Schweinehirt Grüntal
Grete Grüntal – Frau des Schweinehirten Grüntal
Elias, der Teufel – Wirt
Doris – seine Frau
Bürgermeister
Holtfreter – Schuhmachermeister
Virgin – Uhrmacher
Saugwurm – Kutscher
Käselow, Splint und Mehlspeis – drei Tote

 

Der Blaue Boll: