♫ Wagneropern in Bayreuth 2011 – geburtenstarke Jahrgänge

Gleich in drei Operninszenierungen der Bayreuther Festspiele erleben die Zuschauer auf der Bühne eine Geburt. Alle Kinder werden bei alleinerziehenden Müttern aufwachsen, wie es dem Zeitgeist entspricht.

Geburt im Parsifal in der Inszenierung von Stefan Herheim.
Seit 2008 wird auf der Bühne der kleine Parsifal geboren – unter Schmerzen. Die Wehen der werdenden Mutter werden per Live-Video an die hintere Bühnenwand projiziert. Siehe –Parsifals Zeitenfahrt von der Villa Wahnfried zum Plenarsaal des Deutschen Bundestages

Geburt im Lohengrin in der Inszenierung von Hans Neuenfels
Seit 2010 erblickt im Lohengrin der kleine Bruder der Elsa das Licht der Welt. Lange Zeit wurde er für tot gehalten. Elsa wurde verdächtigt, ihn umgebracht zu haben, um an das Erbe zu kommen. Die Geburt kann man getrost als widernatürlich – für normal sterbliche Menschenkinder – bezeichnen, denn er entsteigt einem Riesenei. Er stackst als Riesenembryo auf die Zuschauer zu. An der Nabelschnur bewegt er sich erst wie ferngesteuert, zerstückelt sie jedoch und wirft sie in die Menge. Der Kopf erinnert etwas an ein außerirdisches Monster. Siehe ->Lohengrin in Bayreuth 2010 – zwischen Comic und Bauhaus

Geburt im Tannhäuser in der Inszenierung von Sebastian Baumgarten.

Seit 2011 wird auch der Tannhäuser neu geboren. Venus heißt die glückliche Mutter. Schon während der ganzen Oper ist sie hochschwanger. Sobald Tannhäuser stirbt und seiner Elisabeth folgt, wird die Geburt eingeleitet. So ein Tannhäuser stirbt einfach nicht aus, sondern lebt als angehender Minnesänger in spe weiter im Reich der Venus. Siehe ?    Tannhäuser in Bayreuth 2011: Was passiert auf der Bühne?
Da beginnt die Fantasie zu galoppieren. Vielleicht wird ja eine Serie draus, wenn auch in den übrigen Opern neu geboren wird. Der jetzigen „Tristan“-Inszenierung würde eine Runderneuerung gut stehen – ohne Siebzigerjahre-Muff. Siehe – Tristan und Isolde in Bayreuth 2011 – Was ist neu?

Im nächsten Jahr wird der „Holländer“ neu inszeniert. Statt sich vom Mast zu stürzen, weil sie ihren Seefahrer nicht lebendig bekommt, könnte sich Senta einen gebären. Der würde dann zwar auch ohne Vater aufwachsen, aber er muss nicht herumgeistern.

Der „Ring“, der 2013 neu inszeniert wird, bietet sich geradezu an für diverse Geburten. Die Rheintöchter, Fricka und Freya stehen als potentielle Mütter im „Rheingold“ zur Disposition. In der „Walküre“ wird ja schon – ganz nach Wagners Libretto – Siegfried geboren. Im „Siegfried“ wiederum könnten die Zuschauer eine Geburt aus seiner Ehe mit seiner Tante Brünhilde miterleben. Aber Inzest ist nicht so gut, wenn auch für Maskenbildner gut darstellbar.
Vielleicht könnten die Walküren Mime verführen, der damit einen Gegenpart zu Siegfried erhofft, bevor Alberich ihm den Garaus macht. In der „Götterdämmerung“ könnte ein Spross der Rheintöchter – sofern sich der Regisseur für diese Variante entschieden hat – den Schatz übernehmen. Er stände damit konkurrenzlos da, denn alle andern, die nach dem Schatz gierten, sind schon tot.

Also sprach Richard Wagner:  „Kinder, schafft Neues!“

 

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