♫ Inhalt / Handlung: „Die Glückliche Hand“ mit Musik und Libretto von Arnold Schönberg

 „Die Glückliche Hand“: Schönberg bezeichnet dieses Werk als „ein Drama der gestörten Liebesbeziehung“ – einen Traum. Von Bühnenbild, Kostümen und Ablauf hat er eine bestimmte Vorstellung, die er genau in der Partitur notiert, mit minutiösen Angaben für Farben und Licht.

Erstes Bild: Ein Mann windet sich in Alpträumen. 

Auf ihm hockt ein katzenartiges Wesen. Zwölf Gestalten mit grün beleuchteten Gesichtern sprechen beruhigend auf den Mann ein. Erst sehr leise in einem Sprechgesang, kaum verständlich, dann immer lauter. Als Chor und Fabeltier verschwinden, wacht der verwahrlost wirkende Mann auf und wankt schlaftrunken davon.

Zweites Bild: Ein „jugendliches Weib“ mit hell-violettem Kleid

Sie hat gelbe und rote Rosen im Haar, tritt aus hellem Sonnenlicht. Die junge Frau spielt mit dem Mann. Erst reicht sie ihm einen Becher. Als er davon getrunken hat, beachtet sie ihn nicht mehr, sondern geht mit einem eleganten Herrn davon. Dann kommt sie wieder, reicht ihm die rechte Hand. Als er zugreift, ist sie verschwunden. Sie kommt wieder, reicht ihm die linke Hand und verschwindet ebenfalls. Trotzdem singt der Mann in Siegerpose, seine linke Hand betrachtend: „Nun besitze ich dich für immer!“

Drittes Bild: Grotte

In einer Grotte, ein Mittelding zwischen Mechaniker- und Goldschmiedewerkstatt, sieht man einige Arbeiter in realistischen Arbeiterkostümen an der Arbeit. Der Mann legt einen Klumpen Gold auf den Amboss, holt zum Schlag aus und zaubert mit der linken Hand ein funkelndes Diadem unter dem Hammer hervor. Das Licht geht aus, um dann mit dem aufkommenden Sturm in verschiedenen Farben zu leuchten. Mit dem „Crescendo des Windes“ geht ein „Crescendo der Beleuchtung“ einher. Die Arbeiter sind dem Mann feindlich gesinnt, beruhigen sich aber immer wieder, sobald er ihnen die linke Hand zeigt – seine Glückshand. Wieder kommt die Frau, die aber nicht bei ihm bleibt, sondern mit dem Herrn mitgeht, der von Ferne winkt. Hier versagt seine Glückshand. Krampfartig mit den Händen zitternd, bleibt der Mann allein zurück. Die Frau stößt einen Stein an, der den Mann begräbt. Laute Musik und höhnisches Lachen ertönen.

Viertes Bild: Der Stein wird zum Fabeltier

„Die Glückliche Hand“, Oper mit Musik und Libretto von Arnold Schönberg

Das Fabeltier verbeißt sich wieder in den Mann, wie in der ersten Szene. Bedauernd gehen die zwölf Gestalten um ihn herum und von der Bühne ab. Sie beklagen, dass er schon wieder alles versucht, aber nichts bekommen hat. Der Mann bleibt allein zurück. Vorbei ist der (Alp)Traum.

Die Glückliche Hand – Drama mit Musik und Libretto von Arnold Schönberg (1874 – 1951),  vollendet 1913, uraufgeführt 1924 an der Wiener Volksoper. Das Werk dauert 20 Minuten.
Schönberg hielt diese Oper auf der Bühne für nicht aufführbar. In einem Brief an seinen Verleger Emil Hertzka plante er eine Verfilmung. Er machte zur Bedingung: „An der Musik wird nichts geändert!“ Da es aber 1913, damit noch zur Stummfilmzeit war, sollte wahrscheinlich die Musik mit einem Orchester vor der Leinwand gespielt werden. Vielleicht besteht die Oper deshalb aus so wenig Text.

Obwohl die Oper „Die Glückliche Hand“ selten aufgeführt wurde, gab es verschiedene Interpretationsversuche.

  • Privat: Schönberg befand sich in der Kompositions-Zeit in einer Ehekrise.
  • Beruflich: Künstlerdasein als eine ewige Sisyphusarbeit, die ein Künstler ständig vor und hinter sich hat.
  • Religiös: Die zwölf Stimmen stellen die Vertreter verschiedener philosophischer Standpunkte in der Jakobsleiter dar. Das sind die Stationen, die ein gläubiger Mensch durchlaufen muss, bis er im Allerheiligsten ankommt.
  • Test/Experiment: In dieser Zeit war Schönberg eng mit dem Maler Kandinsky befreundet, mit dem er Licht, Farbe und Personenführung austesten wollte.

Bei so vielen Deutungs-Möglichkeiten können sich Regisseure entweder eine aussuchen oder eine Neuinterpretation hinzufügen.

♫ Oper Stuttgart: „Die glückliche Hand“ von Arnold Schönberg – Gefühlter Stummfilm

 

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