Romantipp: “Wintergewölbe” von Anne Michaels

Um Verlust  – vom Verlieren zum Verlorensein – in seinen unterschiedlichen Facetten geht es in diesem Buch „Wintergewölbe“ von Anne Michaels.

Jean verlor früh ihre Mutter und pflegt ihre Erinnerungen an sie. Die Mutter liebte Pflanzen, baute einen Garten an, nahm die Tochter mit in die freie Natur, erklärte ihr die Wildflora. Jean wächst mit ihrem Vater auf, zu dem sie ein inniges Verhältnis verbindet, denn der kann den Verlust seiner Ehefrau auch nicht verwinden. Als beide nach Montreal ziehen wollen, weil Jean ein Botanikstudium an der dortigen Universität anstrebt, stirbt der Vater während der Vorbereitungen.

Die Gegend, in der Jean aufgewachsen ist, soll wegen eines Staudammes überflutet werden. Die Häuser sind schon umgesetzt, die Menschen fühlen sich am neuen Platz heimatlos. Avery ist als Ingenieur an diesem Projekt beteiligt. Auch er hat vor Kurzem seinen Vater verloren, mit dem er eng zusammen gearbeitet hat. Sie erkennen viele Gemeinsamkeiten und Jean geht mit Avery nach Ägypten, wo Avery als Ingenieur an der Versetzung des Tempels von Abu Simbel teilnehmen soll, bevor der Assuanstaudamm die Gegend überfluten wird.

Wieder kommen sie mit Menschen zusammen, die ihre Heimat verlieren. Jean wird schwanger, jedoch ihr Kind stirbt kurz vor der Geburt. Nach dieser Totgeburt kehren sie nach Kanada zurück, aber Jean versinkt in Depressionen über den Verlust ihrer Tochter. Sie begegnet einem Künstler, dessen Leben sie bald kennen lernt. Es ist ebenfalls von Verlust geprägt – Eltern, Frau, Tochter, Heimat..! Jeans Entscheidung für den einen bedeutet den Verlust des anderen Mannes.

So straff könnte die Geschichte erzählt werden – Anne Michaels allerdings bläht alles auf 349  Seiten bis zur Unkenntlichkeit auf. Sie schildert lauter kleine Begebenheiten, die irgendwann in der Mitte des Buches zusammen laufen. Keiner Leserin macht sie es leicht, denn mal erzählt sie von den heimatlosen Kanadiern, mal von den heimatlosen Nubiern, mal von den Götterbauenden Ägyptern der Vorzeit, mal fällt das Jahr 1926, mal schreibt sie das Jahr 1964. Die Episoden werden mit einem kleinen waagerechten Strich getrennt.

Empfehlen würde ich das Buch, wenn die Zeit irgendwie totgeschlagen werden soll, und zwar möglichst ohne Harmonie, sondern ernst – mit dem vollen Ernst des Lebens. Zum Beispiel, wenn das Haus eingeschneit ist und die Eisbären vor der Tür lauern, oder nach einem Schiffbruch auf einer einsamen Insel ohne Aussicht auf Rettung.

 

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Erinnerungen:


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Wintergewölbe von Anne Michaels (Autor), Gerhard Falkner (Übersetzer), Nora Matocza (Übersetzer)

Gebundene Ausgabe: 349 Seiten

  • Verlag: Berlin Verlag;
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3827005345
  • ISBN-13: 978-3827005342
  • Originaltitel: The Winter Vault

 

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